Oliver Zdravkovic

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Fußball-Bundesliga: Der Libero ist zurück

Es war Franz Beckenbauer, der in den Siebzigern den Libero cool und erfolgreich machte. In den Achtzigern sah man den Kinderstar Tommi Ohrner in der populären Serie Manni, der Libero. Der letzte seiner Art war Lothar Matthäus in der Spätphase. Doch irgendwann war diese Kultposition ein Auslaufmodell, angestaubt, altfränkisch, überflüssig. Ende der Neunziger war der Libero das Arschgeweih des Fußballs. Der Libero hieß, übersetzt, freier Mann, weil er ein Verteidiger war, der nicht verteidigte, nicht direkt zumindest. Er sah sich nämlich keinem Gegenspieler gegenüber, fürs Grobe hatte der Silberrücken seine Leute. Meist war der Libero ein bisschen älter und langsamer, auch sprang er nicht so hoch und war im Durchschnitt etwas zarter als seine Nebenmänner. Dafür hatte der Routinier mit dem Gefühl im Fuß und dem stabilen Statusbewusstsein alles im Blick. In der Bezirksliga, wo er bisweilen bis heute überlebt hat, auch schon mal die jungen Damen am Bratwurststand.  Nun sind im deutschen Fußball die Neunziger zurück, denn die scheinbar Ausgestorbenen sind wieder da, so mancher...





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