Oliver Zdravkovic

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Psychische Erkrankungen: Im Krieg gibt die Psyche nach

Wenn die Bombe das Nachbarhaus trifft; wenn ein Mensch seinen Bruder vor den eigenen Augen verbluten sieht; wenn die Stunden im Keller länger und länger werden, weil immer noch Bomben auf die Stadt fallen; wenn ein Kind verloren geht, weil eine Familie in der Nacht vor einer Schlammlawine fliehen muss: Kann eine Psyche das aushalten oder zerbricht sie an dem Erlebten? Wird jemand zwangsläufig psychisch krank, der Krieg und Krisen erlebt? Oder anders gefragt: Wie viele der rund 100 Millionen Menschen weltweit, die aus Kriegs- und Krisensituationen kommen (Global Humanitarian Overview, 2019), haben eine posttraumatische Belastungsstörung, eine Depression oder Angststörung? Die Antwort: Ungefähr ein Fünftel und damit dreimal so viele wie Menschen in anderen Lebenslagen. Das zumindest schätzt eine Studie, die heute in der Fachzeitschrift The Lancet (Charlson et al., 2019) erscheint. Die Metastudie, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern durchgeführt hat, ist die bisher erste wirklich ernstzunehmende Schätzung. Sie beruht...





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