Oliver Zdravkovic

Sport, Politik, Technik, Psychologie

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Unions-Fraktionsvize: "Ein ordentlicher Magenschwinger für mich"

Anzeige DIE WELT: Herr Kretschmer, die CDU hat in Sachsen einen Wahlkreis an die Linke und drei an die AfD verloren – darunter Ihr eigener in Görlitz. Was hat dazu geführt? Michael Kretschmer: Ich weiß es auch nicht genau. Das war ein ordentlicher Magenschwinger und eine Zäsur für mich persönlich. Ich bin mit einem ganz positiven Gefühl aus diesem Wahlkampf in den Wahltag gegangen. Ich hatte mit einer größeren Unterstützung und einem viel, viel geringeren AfD-Ergebnis gerechnet. Das hat wieder mal gezeigt, dass wir die öffentliche Stimmung auch verkennen können. DIE WELT: Ist der Osten wirklich so arm dran, wie es in vergangenen Wochen immer wieder hieß? Anzeige Kretschmer: Ich sehe das nicht so. Ich sehe, was alles geworden ist, dass junge Leute wieder Perspektiven haben in der Heimat. Es ist uns nicht gelungen, dieser depressiven Stimmung eine Idee für die Zukunft und einen Stolz auf das Erreichte entgegenzusetzen. Wo bringt uns das denn hin, wenn wir jetzt den Leuten nicht die Kraft vermitteln, aus dem, was sie in den vergangenen 27 Jahren geschafft haben, auch die nächsten Jahre zu gestalten? Sondern immer nur sagen, was alles schwierig...

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Wähler-Analyse: Was ostdeutsche Männer an der AfD so fasziniert

Anzeige Kaum waren die ersten Zahlen zur Wahl draußen, war der Galgenhumor da: Jetzt müsse das Fernsehen einen Brennpunkt „Der ostdeutsche Mann“ senden, forderte ein Twitter-Nutzer. Bei den Männern in Ostdeutschland war die AfD laut der Wahlforscher von Infratest dimap vom Sonntag mit 26 Prozent die stärkste Partei – das waren 13 Prozentpunkte mehr als bei den Männern im Westen. Wissenschaftler sind wenig überrascht. Was bei Donald Trump der zornige weiße Mann in den Appalachen war, ist bei der AfD der zornige Ossi im Erzgebirge – eine starke Wählergruppe. In den Medien ist die Debatte über den Osten nicht neu: „Was ist los mit dir, Ossi?“, fragte der „Spiegel“ im Sommer, geschrieben von Jochen-Martin Gutsch, der selbst aus der DDR kommt. Eine Studie stellte bereits 2007 die „Not am Mann“ im Osten fest – es ging um die neue Unterschicht, die entstand, nachdem so viele junge Frauen nach 1990 abwanderten. Die Frauendefizite seien europaweit ohne Beispiel, hieß es. Selbst Polarkreisregionen im Norden Schwedens und Finnlands reichten nicht an die ostdeutschen Werte heran. Die von Helmut Kohl beschworenen „blühenden Landschaften“ sind...

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Rekorde, Rekorde, Rekorde: Das sind die Extreme der Bundestagswahl

Höchster Gewinn/Verlust einer Partei in einem Wahlkreis Quelle: Infografik Die Welt/ZGB grafik Anzeige Im Wahlkreis Sächsische Schweiz Osterzgebirge gewann die AfD 27,6 Prozent der Zweistimmen im Vergleich zur Wahl 2013. Die CDU verlor 20,3 Prozent der Zweitstimmen. Beides ist Rekord. Bei den Erststimmen gewann die AfD aus dem Stand 37,4 Prozent. 2013 war sie im Wahlkreis gar nicht angetreten. Der Grund für den Sieg? Frauke Petry. Sie sicherte sich das Direktmandat im Wahlkreis. Die CDU büßte zugleich 21,4 Prozentpunkte der Erststimmen ein. Beides – also der Zugewinn für die AfD bei Erststimmen und der Verlust für die CDU – ist bundesweit der Höchstwert. Die höchste Wahlbeteiligung Quelle: Infografik Die Welt/ZGB grafik Anzeige Die höchste Wahlbeteiligung wurde im Wahlkreis München Land erreicht (84,3 Prozent), die niedrigste in Duisburg II (64,8 Prozent). 2013 wurde die höchste Beteiligung im Berliner Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf registriert (79,8 Prozent), die niedrigste im Kreis Harz (58,9). Die Wahlbeteiligung stieg im Vergleich zu 2013 deutschlandweit von 71,5 auf 75 Prozent. Größter Zuwachs/Verlust bei der...

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Berlin: "Arsch hoch, SPD erneuern"

Anzeige Michael Müller klang schlecht gelaunt, als er nach der strapaziösen Wahlnacht im Inforadio des RBB Auskunft über sein Befinden geben sollte. Gar kein guter Morgen sei das heute, das miese Bundestagswahlergebnis, das Erstarken der AfD und dann auch noch das Ja zur Offenhaltung des Flughafens Tegel – das sei schon „schwer zu ertragen“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister (SPD). Engagiert und für seine Verhältnisse geradezu emotional hatte Müller für ein Nein beim Volksentscheid gekämpft. Und jetzt? Ist die SPD abgeschmiert, die Volksabstimmung verloren. Für Müller läuft es alles andere als gut. Als SPD, Linkspartei und Grüne in Berlin nach der Abgeordnetenhauswahl vor einem Jahr ihre Regierungskoalition schmiedeten, hatten sie sich gegenseitig versprochen, eine „Koalition auf Augenhöhe“ führen zu wollen. Das ist für die SPD schneller als gedacht Wirklichkeit geworden. Bei der Bundestagswahl zog die Berliner Linke nun sogar an ihr vorbei. Die Sozialdemokraten landeten abgeschlagen mit 17,9 Prozent auf Platz drei hinter CDU und Linkspartei. Ein Desaster. Senat ist gegen Tegel vereint Anzeige Dennoch: Trotz Niederlage hat...

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Bundestagswahl 2017: Die FDP will nur unter einer Bedingung mitregieren

Anzeige Konstantin Elias Kuhle ist ein junger Mann von 28 Jahren, der ein bewegtes Jahr hinter sich hat. Im April legte er sein Zweites Juristisches Staatsexamen ab, startete danach als Rechtsanwalt bei einer Hannoveraner Kanzlei ins Berufsleben. Ebenfalls im April wurde er als Vorsitzender der Jungen Liberalen wiedergewählt, ein politisches Amt, das er seit 2014 innehat – und das in den vergangenen Monaten reichlich Wahlkampfarbeit bedeutete. Seit dem frühen Montagmorgen weiß Kuhle nun, dass sich diese Arbeit gelohnt hat. Er war von der niedersächsischen FDP auf Platz sechs der Landesliste für den Bundestag nominiert worden. 9,3 Prozent der Zweitstimmen holten die Liberalen in Niedersachsen. Das ist zwar etwas weniger als die 10,7 Prozent bundesweit, reicht aber für sieben Abgeordnete. Ab sofort ist Kuhle also Mitglied des Bundestags, als einer von insgesamt 80 FDP-Politikern. Rund drei Viertel dieser liberalen Mandatsträger geht es wie Kuhle: Sie verfügen über keinerlei Erfahrungen in der Parlamentsarbeit auf Bundesebene – und sehen sich jetzt der Erwartung gegenüber, „staatspolitische Verantwortung“ zu übernehmen. Sie sollen mit Union und Grünen...

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Bundestagswahl: Jamaikas Botschafterin freut sich über mögliches Parteienbündnis

Anzeige Angesichts der Koalitionsüberlegungen in Deutschland freut sich die Botschafterin Jamaikas über die „tolle Markenwerbung“ für ihr Land: „Das ist natürlich wundervoll, dass hier gerade jeder den Namen unserer Heimat im Munde führt“, sagte die Botschafterin der Karibikinsel in Berlin, Margaret Jobson, der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“. Auch das Außenministerium des Inselstaates wisse das zu schätzen. Eine sogenannte Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen wäre ein gutes Omen für die deutsche Politik, zeigte sich die Botschafterin überzeugt. Schließlich funktioniere selbst die Einstimmenmehrheit der jamaikanischen Regierung im Parlament in Kingston „einwandfrei“. Jobson bemühte sich, mit einem Klischee über ihr Land aufzuräumen: „Bei uns läuft nicht jeder bekifft herum“, sagte die Diplomatin. Dass ihre Landsleute hingegen immer gute Laune hätten sei korrekt: „Unsere Menschen sind gut drauf und lieben Menschen.“ Anzeige Da die SPD nach ihrer herben Niederlage bei der Bundestagswahl am Sonntag in die Opposition gehen will, gilt ein Jamaika-Bündnis derzeit als einzige...

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Martin Schulz : Ein Hauch von Realitätsverweigerung

Martin Schulz’ rauflustiger Auftritt am Sonntagabend in der „Berliner Runde“ darf primär als Signal nach innen verstanden werden. Er kämpft um seinen Verbleib an der Spitze der SPD, auf den er sich noch am Wahlabend festlegte. So hart gegen Merkel hätte Schulz besser schon im TV-Duell auftreten können, wird in der SPD-Fraktion gelästert. Ein gewisser Unmut über Schulz ist in der Partei also vorhanden. Der in der SPD-Spitze recht einvernehmlich beabsichtigte Wechsel in die Opposition wird von Schulz bekräftigt. Noch als Kanzlerkandidat hatte er die Option eines Eintritts in ein Kabinett Merkel nicht ausgeschlossen. Am Montag hält er sich ein – anderes – Hintertürchen offen.

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Bundestagswahl: Deutsche finden Jamaika plötzlich besser als die große Koalition

Anzeige Die sogenannte Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen ist im Ansehen der Deutschen deutlich gestiegen. In einer ARD-Umfrage vom Institut InfratestDimap am Tag nach der Wahl finden 57 Prozent der Befragten die Koalition gut oder sogar sehr gut. Das ist im Vergleich zur Infratest-Umfrage vom Wahltag ein Anstieg von 34 Prozentpunkten. Gleichzeitig sinkt bei den Deutschen die Zustimmung zur großen Koalition. Die vom sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten Martin Schulz ausgeschlossene Variante aus Union und SPD finden nur noch 31 Prozent gut oder sehr gut - ein Minus von acht Prozent. Einer Minderheitsregierung der Union können die Befragten auch wenig abgewinnen. Gerade mal 26 Prozent sprechen sich dafür aus. Jamaika ohne CSU nicht möglich Anzeige Bei einer Jamaika-Koalition auf Bundesebene handelt es sich genau genommen nicht um ein Dreier-, sondern um ein Vierer-Bündnis. Zwar wären nur drei Fraktionen daran beteiligt, weil CDU und CSU eine Fraktionsgemeinschaft bilden. Es müssen aber vier Parteien miteinander verhandeln: CDU, CSU, FDP und Grüne. Die CSU stimmte am Montag dafür, die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU...

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Nach Wahldesaster: Horst Seehofer stellt der CDU die Koalitionsfrage

Anzeige Horst Seehofer kommt überpünktlich. Eine Stunde bevor die CSU ihre Vorstandssitzung beginnt, rollt die Limousine des CSU-Chefs vor der Zentrale in München vor. Aber Seehofer steigt nicht aus. Er telefoniert. Er habe noch mit CDU-Chefin Angela Merkel gesprochen, erzählt er nachher. Schon das ist eine Botschaft. Eine, die er und seine Leute später noch in vielen Abwandlungen senden werden: Nun nehmen wir uns die CDU vor. Auch um aufkeimende Personaldiskussionen zu ersticken, will Seehofer sofort in Koalitionsgespräche einsteigen – allerdings nicht mit FDP und Grünen, sondern mit der Schwesterpartei CDU. Was sich nach Einschätzung der Parteistrategen noch schwieriger gestalten könnte als die Reise nach Jamaika. Bei den schwarz-schwarzen Verhandlungen soll geklärt werden, wie die „offene rechte Flanke“ geschlossen werden kann. „Uns geht es um einen klaren Kurs Mitte-Rechts für die Zukunft. Es geht auch darum, einen Gesamtkurs der Union festzulegen“, sagt Seehofer. Dabei zielt er auf die Flüchtlingspolitik und die CSU-Forderung nach der Obergrenze ab, aber auch auf zahlreiche Forderungen in der Sozialpolitik von Pflege bis Wohnungsbau. Das...

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"Wo ham’ Sie datt her?": Frage zu Merkel bringt Schulz völlig aus dem Konzept

Anzeige Vor 14 Tagen fragte ich den SPD-Kanzlerkandidaten während einer Pressekonferenz, ob er sich ein Ministeramt unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach der Bundestagswahl weiter offenhalte – was Peer Steinbrück 2013 eben nicht getan hatte. Martin Schulz lachte damals lange, antwortete damals: „Ich strebe an, Bundeskanzler zu werden, Herr Sturm. ... Und wenn Frau Merkel in mein Kabinett eintreten will, kann sie das gerne als Vizekanzlerin tun.“ Inzwischen hat Schulz die Wahl verloren, er und seine SPD schließen den Eintritt in eine große Koalition aus. So bekunden es alle führenden Sozialdemokraten, auch wenn die SPD-Spitze dazu am Montag keine formale Festlegung traf. Während der Pressekonferenz am Montagnachmittag im Willy-Brandt-Haus fragte ich Schulz, ob er sich festlege, niemals Minister unter Merkel oder in einer CDU/CSU-geführten Regierung zu werden. „In eine Regierung von Merkel werde ich nicht eintreten“ Schulz reagierte mit einer Gegenfrage: „Ich habe als Kanzlerkandidat nicht ausgeschlossen, in eine Regierung von Frau Merkel einzutreten? Wo ham’ Sie datt denn her?“. Er habe sich diese Option ausdrücklich...

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Prozess in Stuttgart: Vier Terrorverdächtige wegen Massaker auf Müllkippe vor Gericht

Anzeige Der Tatvorwurf der Mitgliedschaft in einer Terrorvereinigung ist auch am Oberlandesgericht Stuttgart nichts Neues mehr, solch konkrete Mordvorwürfe gegen mutmaßliche Terroristen hingegen schon. Drei angeklagte Flüchtlinge aus Syrien sollen sich im Jahr 2013 auf einer Müllkippe nahe der Stadt Tabka an der Hinrichtung von 36 Angehörigen des von ihnen verhassten Assad-Regimes beteiligt haben. Die meisten wurden laut Anklage erschossen, jeweils in Gruppen von fünf oder sechs Männern, andere erschlagen oder erstochen. Die Leichen wurden verscharrt. Ihre Legitimation für das Massaker zogen sie Terroristen demnach aus den Todesurteilen eines Scharia-Gerichts der Dschabhat al-Nusra. Die Opfer – zum großen Teil Polizisten, Sicherheitsleute und Armeeangehörige – waren laut Bundesanwaltschaft zuvor bei der Eroberung der Stadt Rakka gefangen genommen worden. Insgesamt sind in dem neuen Staatsschutzverfahren vier Männer angeklagt, alle auch wegen Mitgliedschaft in der Dschabhat al-Nusra. Die Angeklagten schweigen Anzeige Alle vier Angeklagten lassen das Gericht am Montag zum Auftakt wissen, dass sie nicht vorhaben, sich zu den Tatvorwürfen oder zu...

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Bundestagswahl 2017: Der Osten wendet sich von der Linken ab

Anzeige Es gibt Leute, die können sich gar nicht retten vor Parteien, die ihre Interessen vertreten möchten. Grüne, SPD, CDU und FDP wetteifern um die attraktivsten Angebote für ein urbanes Milieu mit Hochschulbildung und den ihnen zugeschriebenen Primärtugenden Offenheit, Buntheit und Vielfalt. Daneben gibt es mindestens genauso viele Menschen, die ihr Dasein ganz ohne Austauschsemester, Bulgur und Twitter fristen und am liebsten dort bleiben, wo sie geboren sind, anstatt den besten Jobangeboten hinterherzuziehen. Diese Leute leben eher auf dem Land, eher mit kleinem Gehalt und eher im Osten. All das macht sie nicht zu schlechteren Menschen, aber unsexy für die trendy Strategen in den Parteizentralen. Für diese sogenannten kleinen Leute im Osten fühlt sich traditionell die Linkspartei zuständig – allerdings weniger aus irgendwelchen kulturellen Gründen, die aus marxistischer Perspektive sowieso nur abgeleitete Funktionen der materiellen Verhältnisse sind. Sondern weil die natürlichen Verbündeten einer sozialistischen Partei nun mal jene sind, die in der gesellschaftlichen Verteilung von Geld und Anerkennung schlecht abschneiden. Anzeige ...

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Bundestagswahl 2017: Die ernüchternde Abrechnung der CDU-Agentur mit ihrer Kampagne

Anzeige Deutschlands bekannteste Werbeagentur hat eigentlich ein Prinzip: Sie nimmt keine Aufträge von politischen Parteien an. Doch für die Bundestagswahl 2017 machte Jung von Matt zum ersten Mal eine Ausnahme und arbeitete für die CDU. So entwickelte die Agentur unter anderem auch den Slogan „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben" (#fedidwgugl). Es dürfte zugleich auch die letzte Ausnahme gewesen. Anders lässt sich die selbstkritische Bilanz von Vorstand Thomas Strerath, der bei den Hamburgern hauptverantwortlich für die CDU-Kampagne war, kaum interpretieren. Es ist auch eine Art Selbstgeißelung, die dieser am Montag in einem Gastbeitrag auf Horizont Online zog. „Wir könnten enttäuschter nicht sein. Merkel hat gewonnen, wir sind gescheitert“, lauten die beiden letzten Sätze der Textes, der offen mit Fehlern und Problemen der Kampagne umgeht. Strerath schildert, dass die Kampagne einen externen Auftrag hatte: die Union als stärkste Partei an der Macht und damit Angela Merkel in Kanzleramt zu halten. Dieser sei erfüllt worden. „Der inoffizielle, also der interne, die intrinsische Motivation, sich überhaupt auf einen Wahlkampf...

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Dilemma der Union: Merkel interpretiert Seehofers Kampfansage einfach um

Wer nach dem Erdbeben vom Sonntagabend geglaubt hatte, nun bleibe im politischen Berlin nichts mehr beim Alten, sah sich schon Montagmittag getäuscht. Da trat die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende im Konrad-Adenauer-Haus vor die Öffentlichkeit. Es war Angela Merkel. Und Angela Merkel war wie immer. „Es war eine sehr nüchterne Analyse“, beschrieb sie die Debatte in den CDU-Spitzengremien über das schlechteste Ergebnis der Union seit 1949. Die Situation sei „sehr dicht“, einerseits gebe es „Licht“, andererseits dürfe man „die Schattenseiten nicht ausblenden“. Doch ihre Vorstellung darüber, wie man der AfD die Wähler wieder abspenstig machen kann, klingt anders als die von CSU-Chef Horst Seehofer.

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Bundestagswahl 2017: In dieser Stadt hat die AfD keine Chance

Anzeige Am Tag nach der Wahl steht fest: Es waren vor allem Männer mittleren Alters, die der AfD zu ihrem gigantischen Wahlerfolg verhalfen. Besonders in Ostdeutschland traf die Partei einen Nerv, wurde in Sachsen sogar stärkste Kraft vor der CDU. Doch nicht nur im Osten, überall in Deutschland konnte die AfD ihr Ergebnis im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 deutlich verbessern. In einem einzigen Wahlkreis lag das Ergebnis der Partei nicht über der Fünfprozenthürde: im nordrhein-westfälischen Münster. Hier erzielte die AfD nur 4,9 Prozent. Münster, die lebendige Domstadt mit vielen Studenten und Fahrradfahrern, wird deshalb nun als eine Art gallisches Dorf gefeiert, das dem Rechtspopulismus trotzt: Zahlreiche Menschen „gratulieren“ der Stadt auf Twitter zu dem niedrigen Ergebnis für die AfD. Direktkandidat der AfD in Münster ist Martin Schiller, gebürtiger Dresdener. Wie die „Westfälischen Nachrichten“ berichten, bemühte sich Schiller noch am Wahlabend, den Erfolg seiner Partei auf Bundesebene zu betonen und „strukturelle Schwierigkeiten“ für das schlechte Ergebnis in Münster verantwortlich zu machen. Anzeige Die...

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