Oliver Zdravkovic

Sport, Politik, Technik, Psychologie

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Kamele als unterschätzter Rohstoff

Schokolade aus Kamelmilch? Für Martin van Almsick ist das eine typische Dubai-Geschichte. „Menschen aus der ganzen Welt kommen dort zusammen, jeder bringt seine Idee mit, und jeder hat andere Kompetenzen.“ Eine solche Idee war vor zehn Jahren, mit Kamelmilch Schokolade herzustellen. Die Regierung Dubais hatte 2005 die erste moderne Kamelmilch-Farm gegründet, in der 5500 Kamele jeden Tag 8000 Liter Milch produzieren. Dann brachte Dubai sie zusammen: den Kölner Martin van Almsick, der bei Stollwerck das Schokohandwerk erlernt hatte; den Franko-Kanadier Patrick Dorais, der bei Nestlé in Genf die Branche kennengelernt hatte; und den Salzburger Johann Georg Hochleitner, der bereits in Österreich Schokolade mit Schafs-, Ziegen- und Büffelmilch hergestellt hatte. Nun wurde er bei dem 2007 gegründeten Unternehmen al-Nassma neben dem Mehrheitsaktionär Dubai Minderheitsaktionär; van Almsick baute es als Generaldirektor auf und leitet es mit großer Freude weiter; der Verkaufschef Dorais sorgt als Vielflieger dafür, dass der Absatz zweistellig wächst,...

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Geboren aus dem Geist des Dagegen

Zuweilen sind Dinge so selbstverständlich geworden, dass wir zu fragen vergessen haben, wann und warum sie geworden sind. Ein Phänomen, das heutzutage eine natürliche Prägekraft gewonnen hat, ist die in Jahrestagen verkörperte Allgegenwart der Erinnerung. Allein in diesem Jahr ist viel Gedenkarbeit zu leisten: Friedensschluss 1648, Revolution 1848, Kriegsende 1918, „1968“. Die Reihe ließe sich beliebig verlängern. Während einige dieser Ereignisse ganz erwartbar eine große Aufmerksamkeit finden, sind die Märztage 1848 mehr vergessen als diskutiert worden. Weshalb ist das so? Die Frage stellt sich umso dringender, wenn man die Beobachtung ergänzt, dass 1958 oder 1978 ganz anders mit diesen Ereignissen umgegangen wurde als heute. Offenbar kann die Vergangenheit eine ganz unterschiedliche Gegenwartspräsenz entfalten. Das zu untersuchen und damit zum Verstehen vergangener und...

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In Zukunft unter Strom

Über 15 lange Jahre herrschte Betriebsruhe auf der Vinschger Bahn (hochdeutsch: Vinschgaubahn) von Meran nach Mals. Denn im Juni 1990 verkehrte zum letzten Mal ein Zug der italienischen Staatsbahnen aus der mondänen Kurstadt ins Städtchen vor dem Reschenpass: zu wenig frequentiert, zu teuer, zu aufwendig im Unterhalt. Sollte dies etwa das Ende der knapp 60 Kilometer langen Nebenbahn sein, die 1906 von der kaiserlich-königlichen Staatsbahn Österreichs eröffnet wurde? Doch Südtirol (genauer die autonome Provinz Bozen) nahm die Sache selbst in die Hand: Die Infrastruktur der Vinschger Bahn wurde ertüchtigt, bei Stadler in der Schweiz zwölf Gelenktriebwagen GTW 2/6 angeschafft, Bahnhöfe restauriert und im Mai 2005 der Betrieb in eigener Regie aufgenommen. „Die Prognosen lagen damals bei 500.000 bis einer Million Fahrgästen im Jahr“, erinnert sich Joachim Dejaco, Generaldirektor...

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Einigung mit begrenzter Wirkung

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Subventionen für Kernkraftwerke sind erlaubt

Die Atomindustrie in der Europäischen Union darf weiter auf Milliarden-Subventionen bauen. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat an diesem Donnerstag eine Klage Österreichs abgewiesen gegen staatliche Finanzhilfen für das britische Atomkraftwerk Hinkley Point C. Eine Förderung der Kernenergie auch mittels Anreizen decke sich mit dem Ziel der Euratom-Gemeinschaft, Investitionen im Bereich der Kernenergie zu erleichtern. Außerdem habe jedes Land in der EU das Recht, zwischen verschiedenen Energiequellen zu wählen, so das Gericht. Das Urteil sorgte für Empörung unter Grünen und Umweltschutzverbänden. Hinkley Point C ist der erste AKW-Neubau in Großbritannien seit Jahrzehnten. Das Atomkraftwerk soll im Jahr 2023 ans Netz gehen. Aus Sicht Österreichs, das keine Atomkraftwerke hat,...

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Seehofer geht optimistisch in die Konferenz der EU-Innenminister

In Innsbruck haben am Donnerstag Beratungen der EU-Innenminister über die europäische Flüchtlingspolitik begonnen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte unmittelbar vor Beginn der Beratungen vor Journalisten, die Gespräche seien „von extrem wichtiger Bedeutung“. Es gehe „in allererster Linie“ darum, die Außengrenzen Europas zu schützen.  Illegale Migration müsse gestoppt werden, forderte Seehofer. „Wir dürfen nicht den Schleppern überlassen, wer in welches Land kommt, sondern das müssen die demokratischen Regierungen entscheiden.“ Seehofer sagte, er sei sehr gespannt auf das anstehende Gespräch mit EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos. Es gehe darum, wie Avramopoulos die Beschlüsse des EU-Gipfels vom 28. Juni in konkrete Schritte umsetzen wolle. ...

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Österreichs Innenminister will keine Asylanträge mehr in der EU

Flüchtlinge sollen nach Ansicht des österreichischen Innenministers Herbert Kickl keine Asylanträge mehr innerhalb der EU stellen können. Wenn man das kriminelle Geschäft der Schlepper beenden wolle, sei es „eigentlich logisch, dass man dann sagt: Na gut, die Antwort darauf muss bedeuten, dass Asylanträge nunmehr von außerhalb der Europäischen Union gestellt werden“, sagte der Minister von der rechten Regierungspartei FPÖ am Dienstag im „Ö1 Morgenjournal“. Geltendes EU-Recht sieht allerdings nicht vor, dass Asylanträge von außerhalb der EU gestellt werden können. Asyl wird vielmehr in den einzelnen EU-Ländern beantragt. Auch ein humanitäres Visum zur legalen Einreise müssen die EU-Staaten in ihren Botschaften nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs von 2017 nicht ausstellen. Deutsches Asyl etwa kann nur in Deutschland beantragt werden. ...

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Das steht in Seehofers „Masterplan Migration“

Zurückweisungen Der lange umstrittene Punkt 27 des „Masterplans“ gibt den in der Union gefundenen Kompromiss wieder: Asylbewerber, die bereits in einem anderen EU-Staat einen Asylantrag gestellt haben, sollen auf Grundlage von Abkommen mit den betreffenden Ländern in „Transitzentren“ an der deutsch-österreichischen Grenze gebracht und dann zurückgewiesen. Sollten sich Staaten diesen Abkommen verweigern, sollen die Zurückweisungen „auf Grundlage einer Vereinbarung mit der Republik Österreich“ erfolgen. Seehofer hat seinen Plan nicht mehr aktualisiert, nachdem Union und SPD in ihrem Kompromiss am vergangenen Donnerstag die Einrichtung von „Transferzentren“ statt „Transitzentren“ vereinbart hatten. „Sichere Orte“ ...

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Abhören unter Freunden

Der Bundesnachrichtendienst war vergangene Woche wieder einmal in den Schlagzeilen, weil er entgegen seinen Befugnissen über Jahre hinweg Deutsche im Ausland abgehört hatte. Im Seehofer-Getöse ging die Nachricht aus dem „Spiegel“ wohl auch deshalb beinahe unter, weil niemand mehr überrascht ist, wenn der BND wieder eigenmächtig seine Kompetenzen überschritten hat. Wer unter den politisch Verantwortlichen sollte dazu auch eine glaubwürdige öffentliche Rüge erteilen? Innenminister Horst Seehofer wohl kaum, er ist als ernstzunehmender Politiker im Grunde schon abgehakt. Angela Merkel hütet sich seit Jahren, über die Geheimdienste mehr als Phrasen abzusondern, obwohl auch dieses Mal „unter Freunden“ belauscht wurde – was angeblich gar nicht geht. Der für den BND verantwortliche Chef des Bundeskanzleramts schwieg ebenfalls, womit er die bisherige öffentliche Wahrnehmung...

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Österreich verschärft Grenzkontrollen

Nach dem Start befristeter Grenzkontrollen bei der Einreise nach Österreich sind Staus zunächst ausgeblieben. „Die Behinderungen für die Autofahrer halten sich sehr in Grenzen“, sagte der Leiter der Tiroler Landesverkehrsabteilung, Markus Widmann, am Montag. Vorübergehend habe sich am Autobahnübergang in Kiefersfelden ein Stau von rund einem Kilometer gebildet, der sich dann aber aufgelöst habe. Auch am österreichisch-italienischen Grenzpass Brenner kam es bis zum Vormittag zu keinen nennenswerten Verzögerungen bei der Einreise in die Alpenrepublik. Österreich hatte in der Nacht zum Montag mit fünftägigen Einreisekontrollen an einigen wichtigen Grenzübergängen begonnen. Fahrzeuge müssen nach Polizeiangaben für Sichtkontrollen auf Tempo 30 abbremsen. Einige Autofahrer seien genauer überprüft wurden, sagte der Leiter der Landesverkehrsabteilung Widmann. Es habe sich aber...

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Festung statt Fortschritt

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Kleiner Preis und großer Schaden

Kleinigkeiten werden diese Formel-1-Weltmeisterschaft entscheiden. Ein Defekt, ein Unfall, eine Startplatzstrafe, ein Strategiefehler, der Fahrer mal außer Form, der Verzicht auf eine Stallregie: Im November wird der Verlierer zetern, weil ihm eine Nuance um den Sieg brachte. Der Kampf ist so ausgeglichen wie seit 2012 nicht mehr. Deshalb hat der Ausfall von beiden Silberpfeilen am vergangenen Sonntag beim Großen Preis von Österreich Mercedes so weh getan. Wie konnte es dazu kommen? Ratlose Gesichter im Team. Das Hydraulikleck, das Valtteri Bottas zum Verhängnis wurde, hatte sich in der Lenkung eingenistet. Nie zuvor gab es so einen Defekt. Der fallende Benzindruck im Rennwagen von Lewis Hamilton entstand wegen einer defekten Pumpe. „Die Defekte haben nichts miteinander zu tun“, sagt Teamchef Toto Wolff: „Und sie sind auch keine Folge unseres Technik-Upgrades.“ Damit widersprach...

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Seehofer droht mit abermaligem Asylstreit

Der CSU-Vorsitzende und Innenminister Horst Seehofer droht abermals mit einem nationalen Alleingang bei der Zurückweisung von Flüchtlingen an der deutschen Grenze. Zwar hatte sich die große Koalition am Donnerstagabend darauf geeinigt, dass es Zurückweisungen von in anderen EU-Staaten registrierten Flüchtlingen nur aufgrund von Abkommen mit anderen EU-Staaten geben solle. Seehofer sagte dem „Spiegel“ nun aber, dass man ohne Abkommen neu nachdenken müsse. „Es wäre keine gute Strategie, darauf zu setzen, dass es keine bilateralen Vereinbarungen gibt. Dann müssten wir darauf zurückgreifen, direkt an der Grenze abzuweisen“, zitierte das Magazin den Minister am Freitag in einer Vorabmeldung. „Die Sache ginge dann wieder von vorne los.“ Seehofer hatte dies bereits am Donnerstag angedeutet, unter anderem bei einem Auftritt mit Österreichs Kanzler Sebastian Kurz. Ein solches...

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Was ist die Einigung im Asylstreit wirklich wert?

Olaf Scholz sagt, nun dürfe man hoffen, dass das „Sommertheater“ vorbei ist. Doch der SPD-Vizekanzler weiß, dass es wohl nur ein vorläufiges Ende ist. Nach einem erbitterten Konflikt zwischen CDU und CSU mit dem Fast-Rücktritt von CSU-Chef und Innenminister Horst Seehofer will die große Koalition die Asylpolitik neu ordnen – die SPD konnte noch einige eigene Punkte durchsetzen. Doch was ist die Einigung wert? Es gibt einige Fallstricke, die den ganzen Konflikt in ein paar Wochen zur Wiedervorlage bringen könnten. Kommen nun „Transitzentren“ an der Grenze? Ja, aber. Seehofer muss einige Abstriche hinnehmen. Trotzdem meint er: „Das ist alles von A bis Z so, wie man sich das als zuständiger Minister wünscht“. Für vielleicht fünf Fälle am Tag ist die Republik wochenlang...

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Warum wir Orbán brauchen

Es ist noch lange nicht vorbei. An diesem Donnerstag kommt der Koalitionsausschuss in Berlin ein zweites Mal zusammen, um über die Asyl-Vereinbarung von CDU und CSU zu beraten. Es geht um die „Transitzentren“, die vor Jahren von der SPD noch vehement abgelehnt wurden (und auch Angela Merkel war nicht begeistert). Jetzt aber, nach einer Bundestagswahl und einer neuen Parteivorsitzenden, ist die Lage anders. Wie wird sich die SPD dieses Mal aus der Affäre ziehen? Das gilt auch für den zweiten spannenden Termin dieses Tages, allerdings nicht für Andrea Nahles, sondern Angela Merkel. Victor Orbán ist in Berlin, und die letzten Äußerungen der Kanzlerin zum ungarischen Ministerpräsidenten klangen nicht mehr so wie vor Jahr und Tag, als er der Gottseibeiuns des Kanzleramts war. Merkel hat vielleicht vom österreichischen Kanzler Sebastian Kurz gelernt: Wir brauchen ihn. Wie Orbán über die Vereinbarung von CDU und CSU...

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© 2012 bis 4012 Oliver Zdravkovic • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS). Wohnort: Österreich, Wien.