Oliver Zdravkovic

Sport, Politik, Technik, Psychologie

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Federer zum zwölften Mal im Finale von Halle

Roger Federer marschiert weiter durch die Rasensaison. Der Maestro aus der Schweiz steht in Halle/Westfalen kurz vor seinem zehnten Titelgewinn. Im Halbfinale setzte sich der Grand-Slam-Rekordsieger gegen den Qualifikanten Denis Kudla aus den Vereinigten Staaten 7:6 (7:1), 7:5 durch und feierte seinen 20. Erfolg auf Rasen in Serie. In seinem zwölften Finale in Ostwestfalen trifft der 36 Jahre alte Schweizer am Sonntag (13.00 Uhr/Sky und ZDFInfo) auf Borna Coric (Kroatien). „Ich musste kämpfen und bin sehr glücklich, dass ich es geschafft habe. Es ist sicher auch ein Ziel von mir, Titel Nummer 100 zu erreichen, bevor ich aufhöre. Aber erst mal muss ich hier das Finale gewinnen“, sagte Federer. Sollte Federer in Halle seinen 99. Titel perfekt machen und erstmals in seiner Karriere ein...

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Österreichs Kanzleramtsminister für Asylzentren außerhalb der EU

In der Debatte über die europäische Flüchtlingspolitik fordert Österreich einen schärferen Schutz der EU-Außengrenzen und die Einrichtung von Asylzentren außerhalb Europas. In diesen Zentren sollte geprüft werden, welche Migranten Anspruch auf Flüchtlingsschutz in der Europäischen Union haben, sagte Kanzleramtsminister Gernot Blümel von der konservativen ÖVP am Samstag im Deutschlandfunk. Als Beispiel verwies er auf Australien, das seit Jahren solche Zentren auf Inseln im Pazifik unterhält. Blümel forderte, Europa müsse Signale an die Schlepper in Nordafrika senden, damit weniger Migranten die lebensgefährliche Fahrt über das Mittelmeer antreten. Es dürfe nicht sein, dass jeder, der in Nordafrika ein Boot besteige, automatisch „ein Ticket nach Europa“ bekomme. Wenn Europa die Anreize reduziere, kämen auch weniger Menschen. „Das halte ich für einen höchst...

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Schweizer Sieg mit provozierender Geste

Die ehemaligen Bundesliga-Profis Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri haben die Schweiz Richtung WM-Achtelfinale geschossen, doch ihr provozierender Torjubel am Freitagabend in Kaliningrad sorgte für große Diskussionen. Beide Profis mit kosovo-albanischen Wurzeln ahmten nach ihren Toren den doppelköpfigen Adler, das albanische Wappentier, mit ihren Händen nach. Teile der serbischen Fans werteten dies als Provokation. In den Schweizer Medien war der Doppeladler-Jubel das bestimmende Thema. Für die Boulevard-Zeitung Blick ist der sportliche Erfolg mit einem großen „Makel“ behaftet. Sie bezeichnet die Geste als „unnötig und dumm“. Die Neue Zürcher Zeitung wirft dem Duo eine unterentwickelte „politische Sensibilität“ und mangelndes „gesellschaftliches Bewusstsein“ vor: „Sie befeuern damit eine Diskussion, die man...

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Schweiz siegt nach Herzschlagfinale

Die beiden ehemaligen Bundesligaprofis Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka haben die Schweiz zum ersten WM-Sieg geführt und alle Chancen auf das Erreichen des Achtelfinals gewahrt. Den 2:1 (0:1)-Erfolg gegen Serbien am Freitag in Kaliningrad sicherte der ehemalige Bayern-Spieler Shaqiri in der 90. Minute. Vor 33.167 Zuschauern in Kaliningrad traf zuvor Granit Xhaka (52.), Aleksandar Mitrovic schoss (5.) für Serbien ein. „Wir haben als Mannschaft überzeugt, und ich bin sehr glücklich, dass ich das Tor beitragen konnte“, sagte Siegtorschütze Shaqiri. Den Schweizern (4 Punkte) genügt im abschließenden Gruppenspiel gegen Costa Rica am nächsten Mittwoch ein Remis. Die Serben (3) könnten zum Abschluss mit einem Erfolg gegen Brasilien (4) sogar den Rekord-Weltmeister nach Hause schicken. „Das war Emotion pur. Die ersten 15...

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Musa macht’s für Nigeria

Gernot Rohr klatschte erleichtert seine Spieler ab, Matchwinner Ahmed Musa strahlte über das ganze Gesicht. Mit zwei Toren hat Wirbelwind Musa Nigeria und seinem deutschen Trainer Rohr gute Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale eröffnet und Island fast schon das frühzeitige WM-Aus beschert. Die Super Eagles bezwangen die enttäuschenden Nordeuropäer am Freitag mit 2:0 (0:0) und können im besten Fall schon mit einem Remis zum Abschluss gegen Vizeweltmeister Argentinien die Gruppenphase überstehen. Vor 40.904 Zuschauern in Wolgograd schockte Musa mit seinen beiden Treffern (49./75. Minute) die vor allem offensiv wenig überzeugenden Wikinger. Island, das durch Gylfi Thór Sigurdsson sogar noch einen Foulelfmeter (83.) vergab, hat das Weiterkommen nicht mehr in der eigenen Hand und muss zum Abschluss in Gruppe D auf jeden Fall...

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Die großen Leiden des Lionel Messi

Die Augen waren rot und geschwollen. Lionel Messi litt und er wird vermutlich noch länger leiden. Ein Ausscheiden von Vizeweltmeister Argentinien bei der Fußball-WM wäre der Tiefpunkt in der Länderspielkarriere des Nachfolgers von Diego Armando Maradona. Partie Nummer 127 im Dress der Albiceleste könnte am kommenden Dienstag gegen Nigeria – zwei Tage nach seinem 31. Geburtstag – die letzte des Lionel Andrés Messi Cuccittini sein. Er leidet, weil er es wie beim demütigenden 0:3 gegen Kroatien am Donnerstagabend in Nischni Nowgorod einfach nicht schafft, die Mannschaft so mitzureißen, wie ihm das Saison für Saison beim FC Barcelona gelingt. Er leidet, weil sein sehnlichster Wunsch wohl unerfüllt und er als Fußballer unvollendet bleibt. 17 WM-Spiele hat er bislang bestritten, fünf Tore schaffte Messi, alle in...

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„Argentinien ist ein ewiges Drama“

Lionel Messi sagte erstmal kein Wort nach seinem vielleicht bittersten Abend im Argentinien-Trikot. Die demütigende Niederlage gegen vorzeitig fürs Achtelfinale qualifizierte Kroaten kann der Anfang vom Ende des Ausnahmefußballers in der Nationalmannschaft gewesen sein. Vor zwei Jahren trat Messi schon einmal zurück, kam aber wieder und führte die Albiceleste zur WM in Russland, die endlich die seine werden sollte. Nach 2006 in Deutschland, 2010 in Südafrika und 2014 in Brasilien steht Messi nun aber vor dem endgültigen Scheitern seiner WM-Titelmission. „Leo ist limitiert, weil das Team nicht so mit ihm spielt, wie es sollte“, sagte Trainer Jorge Sampaoli – die verbale Bankrotterklärung nach dem fußballerischen Offenbarungseid in der zweiten Hälfte beim 0:3 gegen starke Kroaten. „Wir konnten ihm den Ball nicht...

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Demonstrativer Schulterschluss

Einträchtig standen sie nebeneinander, die Fahnen der Teilnehmer des Treffens am Donnerstag in Budapest. Passend zum Logo an der Wand dahinter, das auf die verbindende Funktion der vier Visegrád-Länder hinweisen sollte, „V4 connects“, waren es die Farben der Tschechischen Republik, Ungarns, der Slowakei und Polens. Doch nicht ohne Grund bezeichnete es Gastgeber Viktor Orbán als „ein besonderes Treffen“. Denn diesmal war auch die österreichische Fahne dabei. Bundeskanzler Sebastian Kurz hat an dem Treffen mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Orbán und den Regierungschefs Peter Pellegrini (Slowakei), Andrej Babiš (Tschechische Republik) und Mateusz Morawiecki (Polen) teilgenommen. Das hat Anlass zu allerlei Spekulationen gegeben: Handelte es sich um einen Anti-Merkel-Gipfel? Strebt die Regierung in Wien in die Visegrád-Gruppe? ...

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„Bei Schweizern sieht Schiri Brych Rot“

Der fünfmalige Fußball-Weltmeister Brasilien will den ersten Sieg bei der WM in Russland und setzt in der Partie gegen Costa Rica am Freitag (14.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, im ZDF und bei Sky) auf die Hilfe von Neymar. Im zweiten Spiel der Gruppe E kann Serbien mit einem Sieg gegen die Schweiz den Achtelfinaleinzug perfekt machen. Die Begegnung in Kaliningrad (20.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM und im ZDF) wird vom deutschen Schiedsrichter Felix Brych geleitet. In der Gruppe D kämpfen Nigeria und Island im direkten Duell in Wolgograd (17.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM und im ZDF) um die Chance, weiterhin im Turnier zu bleiben. Hoffnung: Neymars Einsatz bei Brasilien ist gesichert, der Superstar der Seleção ist wieder fit und soll den fünfmaligen Weltmeister zum ersten Sieg bei der WM...

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Merkel hat keine Chance, muss sie aber nutzen

Maybrit Illner war wegen eines Trauerfalls in ihrer Familie verhindert. Matthias Fornoff vertrat sie als Moderator sachkundig. Im Zentrum der Sendung steht eine Frage: Geht es um einen Machtkampf oder um die Lösung von Sachfragen? So leicht ist das nicht auseinander zu halten. Das liegt auch daran, dass der CSU-Vorsitzende nachtarockt und der Kanzlerin auf der Nase herumtanzt. Fordert er ihre Autorität heraus? Das wäre ein erstaunliches Verhalten für den Ressortleiter des Verfassungsministeriums. Auch als Parteivorsitzender der kleinsten Koalitionspartei ist er nicht über Artikel 65 Absatz 1 des Grundgesetzes erhaben. Tatsächlich hat Seehofer die Autorität der Kanzlerin auf beispiellose Weise unterminiert. Er wäre übrigens nicht der erste Bundesminister, den Frau Merkel entließe. ...

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Geballter Widerstand

Bei Wortschöpfungen herrscht derzeit in Brüssel kein Mangel an Phantasie. Die am Sonntag stattfindende Sondersitzung einer noch ungewissen Anzahl von EU-Staats- und -Regierungschefs firmiert als „informelles Arbeitstreffen“. Ungewöhnlich ist nicht nur die Bezeichnung. Standen auf der Teilnehmerliste neben Bundeskanzlerin Angela Merkel zunächst noch die Staats- und Regierungschefs Frankreichs, Italiens, Spaniens, Griechenlands, Österreichs und Bulgariens, so haben sich inzwischen auch die Ministerpräsidenten Belgiens, Maltas, der Niederlande gleichsam selbst eingeladen. Michael Stabenow Politischer...

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Kroatien befördert Messi und Co. an den Abgrund

Auf der Tribüne schlug Diego Maradona die Hände vors Gesicht. Er konnte es nicht mehr mitansehen. Argentinien, das er 1986 zum Titel führte, steht als Mitfavorit der WM vor dem Aus. Dagegen hat Kroatien nach dem 3:0-Sieg am Donnerstagabend in Nischni Nowgorod zum ersten Mal seit 1998 die K.o.-Runde der WM erreicht – in der man damals im Viertelfinale Deutschland 3:0 schlug. Der Frankfurter Ante Rebic hatte die Kroaten nach einem krassen Fehler von Torwart Willy Caballero volley in Führung gebracht (53.), ehe Luka Modric mit einem Distanzschuss (80.) und Ivan Rakitic bei einem Konter (90.+1) die endgültige Entscheidung herbeiführten. ...

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Italien hilft nur den Italienern

Kritik aus den Hauptstädten von EU-Partnerstaaten, aus Brüssel und aus den Reihen der heimischen Opposition scheint ihn nur noch mehr zur Konfrontation anzuspornen: Italiens Innenminister Matteo Salvini von der rechtsnationalistischen Lega weicht keine Handbreit zurück im Konflikt um die europäische Migrationspolitik. Er verschärft stattdessen noch den Ton und die Gangart. Damit treibt er auch Ministerpräsident Giuseppe Conte vor sich her. Den hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker neben weiteren Staats- und Regierungschefs zum informellen Arbeitstreffen an...

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Merkel spaltet die Europäische Union

Angela Merkel (CDU) gibt vor, die Spaltung der EU verhindern zu wollen. Dabei treibt sie mit ihrer Willkommenspolitik und auch mit ihrer Euro-Rettungspolitik gleich mehrere Keile zwischen die Mitgliedsländer. Auch wenn das im Bundeskanzleramt niemand hören möchte: Vor drei Jahren entschied sie plötzlich und allein, also ohne Rücksprache mit den EU-Partnern (bis auf Österreich), die Grenzen für mehr als eine Million Migranten zu öffnen, ohne deren Identitäten und Asylberechtigung zu klären. Die Folgen sind gewaltig – für Deutschland, die EU, Arabien und Afrika. Doch Merkel pocht darauf, alles richtig gemacht zu haben. ...

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Alles dreht sich um Messi

Zwei Titelanwärter, die bei ihren ersten Auftritten nicht überzeugt haben, präsentieren sich am Donnerstag zum zweiten Mal bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft. Die Franzosen treffen auf Peru (17.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM und im ZDF), Argentinien tritt gegen Kroatien an (20.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM und im ZDF). Im ersten Spiel des Tages stehen sich Dänemark und Australien gegenüber (14.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM und im ZDF). Superstar: Vor dem zweiten Spiel der Argentinier dreht sich wieder (fast) alles um einen Mann. „Messi ist 50 Prozent der argentinischen Mannschaft. Wenn wir ihn stoppen können, haben wir eine gute Chance“, sagte Eintracht Frankfurts Ante Rebic von Gegner Kroatien. Im ersten Spiel der Südamerikaner, dem 1:1 gegen Island, hatte der...

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