Oliver Zdravkovic

Sport, Politik, Technik, Psychologie

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Die Friedensnote aus Österreich-Ungarn

Die Friedensnote der österreich-ungarischen Regierung, die eine Ueberraschung für die Welt gewesen ist, nimmt die Aufmerksamkeit der Regierungen und Völker in Anspruch. Hoffnungen, Zweifel und Befürchtungen begleiten sie auf ihrem Wege. Die unter der Geißel des Krieges leidenden Völker, wenigstens diejenigen Europas, hoffen, daß der Vorschlag des Grafen Burian, es mögen Vertreter der kriegführenden Mächte zu unverbindlichen und vertraulichen Besprechungen zusammentreten, um einmal die Möglichkeiten des Friedens zu untersuchen, den Frieden wirklich anbahnen möge. Ob die Gemeinsamkeit der Hoffnungen viel weiter reicht, ist schwer zu sagen. Denn eben das, was den Inhalt des Friedens ausmachen soll, erscheint bisher in der Auffassung nicht nur der Regierungen, sondern auch der Völker durchaus verschieden. Wie Amerika, wie England, wie Frankreich sich den Frieden vorstellen, das...

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Warum ein Gebietstausch keine Lösung ist

Zwei Staatspräsidenten in Südosteuropa ist es gelungen, den Balkan auf höchster Ebene wieder ins Gespräch zu bringen. Die deutsche Kanzlerin, der Sicherheitsberater des amerikanischen Präsidenten, das russische Außenministerium und viele andere internationale Akteure haben sich schon öffentlich zu einem politischen Vorhaben geäußert, dessen Details kaum jemand kennt. Vage bekannt ist allein, dass die Präsidenten Serbiens und des Kosovos, Aleksandar Vučić und Hashim Thaçi, den Dauerkonflikt zwischen ihren Staaten angeblich lösen wollen, indem sie Territorien tauschen. ...

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Frist an Kosovo verstreicht

Im Kosovo ist die befürchtete Gewalt ausgeblieben, nachdem die Frist für ein Autonomiestatut für die serbische Minderheit am Samstag abgelaufen war. Die von der Nato geführte internationale Schutztruppe KFOR, an der auch die Bundeswehr beteiligt ist, hatte noch in der Nacht die Zugänge zum Gazivoda-Stausee blockiert. Das war offensichtlich die Reaktion auf Spekulationen, albanische Spezialpolizei wolle den Serben die Kontrolle der für Kosovo lebenswichtigen Talsperre auf der Grenze zwischen beiden Ländern entreißen. Kosovo-Präsident Hashim Thaci versicherte am Samstag in Pristina, die Ausarbeitung des Autonomiestatus liege in den letzten Zügen und werde bald vorgelegt. Die EU hatte der Kosovo-Regierung eine viermonatige Frist bis zu diesem Samstag gesetzt, um die seit Jahren...

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Unter der Glocke

Nichts, was mit dem Kosovo zu tun hat, ist unpolitisch, nicht einmal die Stromversorgung: Ein Streit mit Serbien um Durchleitungsgebühren hat erst vor wenigen Wochen europaweit zu Frequenzschwankungen geführt und Radiowecker nachgehen lassen. Nicht einmal schwankend, sondern nur schlecht sind die Beziehungen zwischen Belgrad und der seit zehn Jahren von Serbien losgesagten, aber nicht von allen UN-Mitgliedstaaten als eigener Staat anerkannten Republik Kosovo. Serbien sieht das Kosovo als abtrünnige Provinz; um eine De-facto-Anerkennung gegen die Aussicht auf eine EU-Mitgliedschaft Serbiens wird zurzeit hart gerungen. In dieser Lage einen Film zu drehen, der auf die unerträglichen Zustände einer vom gegenseitigen Hass zerfressenen Gesellschaft hinweist, ist prinzipiell eine gute Idee. Goran Radovanovic (Buch und Regie) bildet dabei nicht die Gegenwart ab, sondern den Zustand des Jahres...

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Warum Brasilien bei der WM vom Titel träumen darf

Der Türsteher fehlt. Können Belgiens Angreifer deshalb auf freien Einlass in ihrem Viertelfinalspiel gegen Brasilien (20.00 Uhr MESZ/ im F.A.Z.-Liveticker zur WM sowie im ZDF und bei Sky) hoffen? Eher nicht. Auch wenn der nach der zweiten Gelben Karte gesperrte Casemiro an diesem Freitagabend in Kasan als erste Ordnungskraft vor der Viererabwehr nicht mitspielen darf, kann Trainer Tite die Planstelle ähnlich hochklassig besetzen. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, wird Fernandinho, ein Rückhalt des englischen Meisters Manchester City, ihn vertreten. „Er kann alles, ich hätte am liebsten drei Fernandinhos“, hat sein Vereinstrainer Pep Guardiola über den 33 Jahre alten defensiven Mittelfeldspieler einmal gesagt. ...

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Brych spricht von „herber Enttäuschung“

„Gedemütigt“ und zerknirscht trat Felix Brych am Donnerstag von Moskau den Heimflug an. Deutschlands Spitzen- Schiedsrichter verließ heimlich, still und leise die russische WM-Bühne, die alles andere als eine Offenbarung für ihn darstellte. 32 Tage war er in Russland anwesend, nur einmal kam er zum Einsatz, wurde dann von der Fifa ins Abseits gestellt, als es im Turnier richtig ernst wurde. „Der Verlauf der WM ist für mich und mein Team natürlich eine herbe Enttäuschung. Aber das Leben geht weiter, und wir kommen wieder“, meinte der 42 Jahre alte Jurist zwar trotzig, aber die Behandlung durch die Schiedsrichter-Kommission des Weltverbandes in Russland gehört zu den absoluten Tiefpunkten seiner Karriere. Sky-Schiedsrichter-Experte Markus Merk sprach von „einer Demütigung“,...

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Keine Spiele mehr für deutschen Schiedsrichter

Die Hoffnung auf das große Endspiel ist für Felix Brych jäh beendet. Der deutsche Schiedsrichter wird nach nur einem mageren Vorrunden-Einsatz von der Fußball-WM in Russland am Donnerstag nach Hause geschickt. Das teilte die FIFA am Mittwoch mit. Der Münchner wird nicht mehr für die weiteren Partien in der K.o.-Runde berücksichtigt. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. So wenige Einsätze hatte ein deutscher Referee bei einer WM zuletzt vor 36 Jahren. Brych hatte bei der WM das brisante Duell der Schweiz mit Serbien geleitet und war danach wegen eines nicht gegebenen Elfmeters von serbischer Seite angefeindet worden. Diese Posse und die wüsten Proteste des Verbands Serbiens kostete ihm nun die Möglichkeit auf weitere Spiele in Russland. Zwar gilt der italienische ehemalige Schiedsrichter Pierluigi Collina, Chef der FIFA-Schiedsrichterkommission, als Unterstützer und Förderer von Brych. Doch auch dies...

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Warum Migranten sich in ihrer Heimat Protzbauten bauen

Herr Reif, Sie sind jahrelang als Fußball-Reporter und als Kommentator unterwegs gewesen, beim ZDF, bei RTL und bei Sky. Jetzt, bei der Weltmeisterschaft in Russland, sind Sie nicht live auf dem Schirm, aber Sie sind Zeitungskolumnist. Was werden Sie sich ansehen? Ich werde viele Spiele sehen, unverantwortlicherweise, auch nachmittags. Meine Söhne sind unterwegs, meine Frau (Marion Kiechle, die Markus Söder als Wissenschaftsministerin in sein Kabinett berief, Anm. d. Red.) regiert das Land. Und wenn es dann um ein wichtiges Gruppenspiel geht ... Kann schon sein, dass ich mir Island gegen Nigeria anschaue. Ich freue mich auf die Spiele der Schweizer und der Argentinier. Ich weiß aber auch, dass die ersten zwei Wochen der Weltmeisterschaft überflüssig sind. Danach werden diejenigen nach Hause fahren, die es verdient haben. Am Ende wird es zwei Teams geben, von denen man sagt: Gut, dass...

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Brasilien macht es besser als Deutschland

An den Brasilianern liegt es nicht, dass es bei der WM nicht zur großen Revanche für das seit vier Jahren an ihnen nagende 1:7 gegen die Deutschen kommt. Sie haben am Mittwochabend im Moskauer Spartak-Stadion mit einem 2:0-Sieg gegen Serbien den Platz im Achtelfinale am Montag in Samara gebucht, für das der Gegner bei einem Sieg gegen Südkorea Deutschland gewesen wäre. Nun ist es Mexiko. Die Tore erzielten Paulinho (36. Minute) und Thiago Silva (68.). Mit einem Sieg hätte Serbien selbst die K.o.-Runde erreichen und den großen Favoriten eliminieren können, der seit 1930 noch nie in einer WM-Vorrunde ausgeschieden ist. Doch eine solche Doppel-Sensation, dass die beiden erfolgreichsten Nationen der WM-Historie im Gleichschritt am selben Tag schon vor Halbzeit des Turniers ausscheiden – es wäre des Schlechten dann wohl doch zu viel gewesen. ...

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Schweiz kommt mit schwacher Leistung weiter

Mit einer glanzlosen Leistung hat die Schweiz das WM-Achtelfinale erreicht und trifft dort auf Schweden. Die Eidgenossen trennten sich am Mittwoch im letzten Gruppenspiel 2:2 (1:0) vom bereits zuvor ausgeschiedenen Costa Rica. Vor 43.319 Zuschauern in Nischni Nowgorod brachte Blerim Dzemaili die Mannschaft von Trainer Vladimir Petkovic in der 31. Minute mit einem Gewaltschuss in Führung, Josip Drmic erzielte den zweiten Treffer (88.). Kendall Waston (56.) und Bryan Ruiz (90.+3/Foulelfmeter) trafen für die Lateinamerikaner. Nach den tagelangen Debatten um den umstrittenen Doppeladler-Torjubel in der Partie gegen Serbien wirkten die Schweizer zeitweise unkonzentriert und waren defensiv anfällig. Im Duell in der Runde der letzten 16 mit dem Sieger der deutschen Gruppe am nächsten Dienstag in Sankt Petersburg (16.00 Uhr) müssen sie...

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Schweizer Sieg mit provozierender Geste

Die ehemaligen Bundesliga-Profis Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri haben die Schweiz Richtung WM-Achtelfinale geschossen, doch ihr provozierender Torjubel am Freitagabend in Kaliningrad sorgte für große Diskussionen. Beide Profis mit kosovo-albanischen Wurzeln ahmten nach ihren Toren den doppelköpfigen Adler, das albanische Wappentier, mit ihren Händen nach. Teile der serbischen Fans werteten dies als Provokation. In den Schweizer Medien war der Doppeladler-Jubel das bestimmende Thema. Für die Boulevard-Zeitung Blick ist der sportliche Erfolg mit einem großen „Makel“ behaftet. Sie bezeichnet die Geste als „unnötig und dumm“. Die Neue Zürcher Zeitung wirft dem Duo eine unterentwickelte „politische Sensibilität“ und mangelndes „gesellschaftliches Bewusstsein“ vor: „Sie befeuern damit eine Diskussion, die man...

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Schweiz siegt nach Herzschlagfinale

Die beiden ehemaligen Bundesligaprofis Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka haben die Schweiz zum ersten WM-Sieg geführt und alle Chancen auf das Erreichen des Achtelfinals gewahrt. Den 2:1 (0:1)-Erfolg gegen Serbien am Freitag in Kaliningrad sicherte der ehemalige Bayern-Spieler Shaqiri in der 90. Minute. Vor 33.167 Zuschauern in Kaliningrad traf zuvor Granit Xhaka (52.), Aleksandar Mitrovic schoss (5.) für Serbien ein. „Wir haben als Mannschaft überzeugt, und ich bin sehr glücklich, dass ich das Tor beitragen konnte“, sagte Siegtorschütze Shaqiri. Den Schweizern (4 Punkte) genügt im abschließenden Gruppenspiel gegen Costa Rica am nächsten Mittwoch ein Remis. Die Serben (3) könnten zum Abschluss mit einem Erfolg gegen Brasilien (4) sogar den Rekord-Weltmeister nach Hause schicken. „Das war Emotion pur. Die ersten 15...

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„Bei Schweizern sieht Schiri Brych Rot“

Der fünfmalige Fußball-Weltmeister Brasilien will den ersten Sieg bei der WM in Russland und setzt in der Partie gegen Costa Rica am Freitag (14.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, im ZDF und bei Sky) auf die Hilfe von Neymar. Im zweiten Spiel der Gruppe E kann Serbien mit einem Sieg gegen die Schweiz den Achtelfinaleinzug perfekt machen. Die Begegnung in Kaliningrad (20.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM und im ZDF) wird vom deutschen Schiedsrichter Felix Brych geleitet. In der Gruppe D kämpfen Nigeria und Island im direkten Duell in Wolgograd (17.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM und im ZDF) um die Chance, weiterhin im Turnier zu bleiben. Hoffnung: Neymars Einsatz bei Brasilien ist gesichert, der Superstar der Seleção ist wieder fit und soll den fünfmaligen Weltmeister zum ersten Sieg bei der WM...

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Kapitän Kolarov schießt Serbien zum Sieg

Ein Kunstschuss von Serbiens Kapitän Aleksandar Kolarov hat Costa Ricas Hoffnungen auf eine abermalige WM-Überraschung frühzeitig gedämpft. Das Team von Mladen Krstajic gewann am Sonntag vor 41.432 Zuschauern in Samara gegen den Viertelfinalisten von 2014 verdient mit 1:0 (0:0) und bescherte dem ehemaligen Bundesliga-Profi damit ein erfolgreiches Trainer-Debüt auf großer Bühne. Dank des sehenswerten Treffers in der 56. Minute aus der Distanz verschaffte sich Serbien in der schweren Gruppe E mit Brasilien und der Schweiz eine gute Ausgangslage für das Weiterkommen. Es war erst der zweite Sieg Serbiens bei einer WM. Bislang hatte die Mannschaft aus dem ehemaligen Jugoslawien nur vor acht Jahren mit 1:0 gegen Deutschland gewonnen. Trotz des Erfolgs schied das Team damals in der Gruppenphase aus. ...

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Jetzt legt der Weltmeister endlich los

Nicht nur für Titelverteidiger Deutschland beginnt am Sonntag die Jagd auf den WM-Titel. Die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw bestreitet im Luschniki-Stadion in Moskau (17.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, im ZDF und bei Sky) gegen Mexiko ihre erste Partie der Fußball-WM in Russland. In Rostow am Don (20.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM und im ZDF) trifft Rekordweltmeister Brasilien auf die Schweiz. Im anderen Spiel der Gruppe E stehen sich Costa Rica und Serbien (14.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM und im ZDF) gegenüber. Zeichen setzen: Drei Jahre, elf Monate und vier Tage nach dem WM-Triumph in Brasilien will die DFB-Elf mit einem Sieg in das Unternehmen Titelverteidigung starten. „Wir wollen ein Zeichen setzen gegen Mexiko“, sagte Joachim Löw vor seinem 100. Pflichtspiel...

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© 2012 bis 4012 Oliver Zdravkovic • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS). Wohnort: Österreich, Wien.