Oliver Zdravkovic

Sport, Politik, Technik, Psychologie

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Wenig Aufbruch, viel Stillstand

Wer sich Prishtina mit dem Flugzeug nähert, kann sie sehen: zwei große Kohlekraftwerke, die der kosovarischen Hauptstadt einen wenig schmeichelhaften Superlativ bescheren. An vielen Tagen im Jahr ist die Luftverschmutzung nirgendwo in Europa schlimmer als hier. „Vergiftet uns nicht“, steht auf Protestplakaten frustrierter Bürger, die Angst um ihre Gesundheit haben. Kosovos Regierung reagierte zuletzt mit vereinzelten Fahrverboten für Autos. Doch so lange keine besseren Filter in die Kraftwerke gebaut werden und der Großteil der Menschen im Kosovo nicht aufhört, aus Mangel an preiswerten Alternativen auch daheim mit Kohle zu heizen, dürfte sich nicht viel ändern. „Ja, unser Land steht weiterhin vor großen Herausforderungen“, sagt Ministerpräsident Ramush Haradinaj im...

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Tugce-Schläger wird wohl diese Woche abgeschoben

Zweieinhalb Jahre nach dem gewaltsamen Tod der Studentin Tugce Albayrak wird der verurteilte Täter voraussichtlich an diesem Donnerstag (20. April) nach Serbien abgeschoben. Diesen Termin nannte das zuständige Amtsgericht Wiesbaden. Der 20-Jährige sitzt derzeit in der Landeshauptstadt in Jugendhaft. Die Abschiebung selbst leitet aber das Zuwanderungs- und Integrationsamt der Stadt ein, wie eine Sprecherin sagte. Zu einem Termin äußerst sich die Stadt aber nicht. Das Landgericht Darmstadt hatte Sanel M. im Juni 2015 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt. Strafende wäre nach Angaben des Amtsgerichts im November. Für acht Jahre nach Serbien Dann ist es drei Jahre her, dass Sanel M. die 22 Jahre alte Studentin Tugce auf dem Parkplatz eines...

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Tugce-Schläger ist abgeschoben worden

Der wegen des gewaltsamen Todes von Tugce Albayrak verurteilte Sanel M. ist am Donnerstag aus Deutschland abgeschoben worden. Wie das Amt für Zuwanderung und Integration in Wiesbaden mitteilte, wurde Sanel M. am Mittag vom Flughafen Frankfurt aus „nach Serbien zurückgeführt“. Das Landgericht Darmstadt hatte Sanel M. im Juni 2015 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt. Der 20-Jährige saß in Wiesbaden in Jugendhaft und war am Donnerstagmorgen aus dem Gefängnis zum Frankfurter Flughafen gebracht worden. Sanel M. hatte die 22 Jahre alte Studentin im November 2014 auf dem Parkplatz eines Fast-Food-Restaurants in Offenbach so geschlagen, dass sie auf den Kopf fiel. Sie starb wenige Tage später. Dem Schlag im Morgengrauen waren Pöbeleien und Beleidigungen zweier Gruppen vorausgegangen, zu einer gehörte Sanel M., zur anderen Tugce. ...

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Serbiens künftige Regierungschefin lässt Kritiker abblitzen

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Mit dem linken Auge sieht man schwächer

Angesichts der Fülle von Büchern, Ausstellungen, Fernsehdebatten und Gedenkveranstaltungen aus Anlass des einhundertsten Jahrestags des Kriegsbeginns 2014 war absehbar, dass deren wissenschaftlicher Ertrag wie auch deren geschichtspolitische Funktion über den unmittelbaren Anlass hinaus Gegenstand kritischer Betrachtung sein würden. Einen Beitrag zur Dekonstruktion dieser Diskurse wollen beide Autoren – der eine ein Filmemacher, der andere ein Publizist und ehemaliger Bundestagsabgeordneter der Partei „Die Linke“ – leisten. Da aus ihrer Sicht Christopher Clarks aufsehenerregender Bestseller „Die Schlafwandler“ einen programmatischen, ja sogar einen ideologischen Charakter hatte, konzentrieren sie sich darauf, dessen Thesen zu widerlegen und die mit diesen angeblich verknüpften Botschaften zu entlarven. Das ist ein legitimes, wenngleich angesichts der vielen kritischen Rezensionen zu Clarks Buch keineswegs ein originelles Ziel. ...

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Auf eigenen Wegen

Sieht man Shahin Tivay Sadatolhosseini an, seine zur Seite gezwirbelten grauen, krausen Koteletten und seine bunten Klamotten, muss man an Krusty, den Clown aus den „Simpsons“, denken. Aber wenn man sieht, was Sadatolhosseini den ganze Tag über tut, denkt man eher an Sisyphos. Denn Sadatolhosseini verbringt derzeit die meisten seiner Tage damit, ein zwei Meter hohes und 100 Kilogramm schweres Stahlrad vor sich herzurollen. Ein kräftiger Schubs, das Rad rollt etwa sieben Meter, Sadatolhosseini schreitet hinterher, dann wieder ein kräftiger Schubs. „Deutsch, English, Farsi.“ Nein? Dann Zeichensprache: Woher? Wohin? So geht das seit etwa 5000 Kilometern. Seit Sadatolhosseini im Dezember 2015 Aachen verlassen hat, um nach Iran zu wandern. Aachen ist seine Heimat gewesen die letzten 30...

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Kritik der Kaffeehaustischheroen

In Serbien fällt das Sommerloch heuer aus. Den Anstoß dazu gab Staatspräsident Aleksandar Vučić, der Mitte Juli einen Essay über das Kosovo veröffentlichte, über den das Land seither streitet. Was Vučić schreibt, ist für serbische Verhältnisse etwa so, als hätte der türkische Präsident Erdogan zugegeben, dass es 1915 einen osmanischen Genozid an den Armeniern gab. Vučić springt damit über den düsteren Schatten der serbischen Geschichte, an dessen Entstehung er einst eifrig mitgewirkt hatte. Er fordert seine Landsleute zu dem Eingeständnis auf, dass das Kosovo, das sich 2008 mit amerikanischer und westeuropäischer Unterstützung für unabhängig erklärte, für Serbien, abgesehen vom serbisch besiedelten Norden, verloren ist. ...

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Federer mit Kraftakt in Runde zwei

Roger Federer und Rafael Nadal haben den ersten Schritt zum Traum-Halbfinale von New York getan. Doch in der Diskussion über die geeignete Lautstärke im größten Tennis-Stadion der Welt waren sich die beiden Tennis-Superstars nicht einig. Während der topgesetzte Nadal beim 7:6 (8:6), 6:2, 6:2 gegen Dusan Lajovic (Serbien) in der Auftaktrunde der US Open wenig Mühe hatte, benötigte Grand-Slam-Rekordchampion Federer (Nr. 3) einen Kraftakt zum Weiterkommen. Der Schweizer musste beim 4:6, 6:2, 6:1, 1:6, 6:4 gegen den 19-jährigen Amerikaner Frances Tiafoe über die volle Distanz gehen. In der Night Session von Flushing Meadows verwandelte der amtierende Australian-Open- und Wimbledonsieger Federer nach 2:37 Stunden seinen dritten Matchball. Allerdings erlaubte sich der „Maestro“...

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Solidarität ist kein „Menü à la carte“

Ganz große Erwartungen an einen reichen Geldsegen wird der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán kaum gehabt haben, als er seinen Brief mit einer Geldforderung nach Brüssel schickte. Mehr als 400 Millionen Euro verlangt Ungarn zur Finanzierung des Zauns, den es im Herbst 2015 an den Grenzen zu Serbien und Kroatien errichtet hat. Heftige Ablehnung hat die nationalkonservative Regierung in Budapest erlebt, seit sie im Juni vor zwei Jahren den Bau einer solchen Grenzbefestigung angekündigt hat. Gerade auch die EU-Kommission hatte sich schon damals von dem Vorhaben distanziert: Man habe gerade erst Mauern in Europa niedergerissen, man sollte nun nicht wieder welche hochziehen, hieß es. Die Kommission unterstütze nicht den Bau von Zäunen, sondern ermutige zu anderen Maßnahmen, sagte damals ein Sprecher. In diesem Sinne wurde nun auch Orbáns Brief in Brüssel kommentiert. ...

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Deutsche Volleyballer nach 3:2-Krimi im EM-Finale

Gold ist nah! Nach einem Mega-Comeback nach der Abwehr von zwei Matchbällen sind die deutschen Volleyballer sensationell ins Finale der EM in Polen eingezogen und haben ihre erste Medaille sicher. Die Mannschaft von Nationaltrainer Andrea Giani bezwang nach einer bravourösen Leistung und trotz eines 0:2-Satzrückstands den Weltranglisten-11. Serbien im Halbfinale mit 3:2 (24:26, 15:25, 25:18, 27:25, 15:13). Der WM-Dritte von 2014 hat nun am Sonntag gegen Russland (20.30 Uhr) sogar die Riesenchance auf Gold. Vor 8336 Zuschauern am Samstag in Krakau spielten die Deutschen um Diagonalangreifer Georg Grozer gegen den Europameister von 2011 vor allem in der Schlussphase begeisternden Volleyball. Im vierten Satz wehrte das nervenstarke Team von Giani sogar zwei Matchbälle ab und zwang die Serben schließlich in die Knie. ...

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Mit Herz und Verstand

Der Sommer des Umbaus hat an vielen Stellen bei der Eintracht Spuren hinterlassen. Nicht nur der Kader hat sich entscheidend verändert, auch im Stadion, dem Arbeitsplatz der Fußballprofis, sieht es mittlerweile in einigen Ecken anders aus als noch vor der Sommerpause. Unter anderem wurden auf dem Gang zu den Kabinen hohe Stellwände plaziert, die es den Spielern auch nach der Niederlage gegen Wolfsburg ermöglichten, sich den Fragen nach den Gründen für das verpatzte Heimdebüt zu entziehen. Mijat Gacinovic machte von der Möglichkeit, ohne Aufhebens von der Bühne zu verschwinden, keinen Gebrauch – und wählte stattdessen gezielt den Gang vor die Kamera und Mikrofone. Ein sichtbares Zeichen, dass er sich seiner gewachsenen Verantwortung bei den Frankfurtern bewusst ist. ...

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Serbien zieht ins Finale ein

Die serbischen Basketballer haben zum zweiten Mal das Finale der Europameisterschaft erreicht und spielen gegen das Überraschungsteam von Slowenien um den Titel. Die von Bayern Münchens Coach Sasa Djordjevic trainierten Serben setzten sich am Freitag in Istanbul gegen Russland mit 87:79 (48:34) durch. Der WM- und Olympia-Zweite hat am Sonntag (20.30 Uhr/Telekom Sport) die Chance auf seinen ersten Titel. Die Russen spielen zuvor gegen den entthronten Titelverteidiger Spanien um Bronze. Bester Werfer für Serbien war Bogdan Bogdanovic mit 24 Punkten. Auch die drei Bayern-Profis Vladimir Lucic (13 Punkte/acht Rebounds), der zum Ende verletzte Stefan Jovic (acht Punkte/sechs Assists) und Milan Mavcan (vier Punkte) hatten ihren Anteil am Sieg. Für Russland waren selbst 33 Zähler ihres Topstars Alexei Schwed zu wenig. ...

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Der große Kampf um die WM-Tickets

Die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 geht ab Donnerstag in die entscheidende Phase. Neben Gastgeber Russland haben sich bislang Brasilien, Belgien, Mexiko, Iran, Japan, Südkorea und Saudi-Arabien sieben der 31 weiteren WM-Plätze gesichert. Nur Belgien hat vor dem neunten und vorletzten Spieltag der europäischen WM-Qualifikation schon das Ticket sicher. Titelverteidiger Deutschland könnte am Donnerstag folgen. Auch England, Serbien und angesichts der Tordifferenz quasi auch Spanien könnten den Gruppensieg und damit die direkte Qualifikation jetzt aus eigener Kraft sichern. Die acht besten Gruppenzweiten ermitteln anschließend in Playoff-Spielen (9. bis 14. November) vier weitere Endrunden-Teilnehmer. Die Playoffs werden am 17. Oktober (14.00 Uhr MESZ) in Zürich ausgelost. Die vier in der Fifa-Weltrangliste besser plazierten Mannschaften werden für die Spiele gesetzt. Ein Überblick über den Stand der Qualifikation: ...

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Spanien hat Ticket sicher, Türkei kläglich gescheitert

Spanien hat seine Fahrkarte zur Fußball-WM 2018 vorzeitig gelöst, der viermalige Weltmeister Italien muss die Playoffs fürchten, und die Türkei ist auf dem Weg nach Russland kläglich gescheitert. Zudem vergab Serbien am vorletzten Spieltag der Europa-Qualifikation seinen Matchball in Wien durch ein 2:3 (1:1) gegen Österreich. In Alicante waren alle Augen auf Gerard Pique gerichtet. Der Profi des FC Barcelona hatte sich im Zuge des Unabhängigkeitsvotums in Katalonien für die Autonomie der Region ausgesprochen und dafür herbe Kritik von vielen Fans einstecken müssen. Die Pfiffe gegen Pique hielten sich aber in Grenzen. Die Treffer von Rodrigo (18.), Isco (24.), Bayern-Star Thiago (26.) sorgten frühzeitig für gute Stimmung. Spanien setzte sich am vorletzten Spieltag der...

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Ein „Hu!“ für Russland

Islands EM-Helden fahren im Sommer zum ersten Mal zu einer Fußball-Weltmeisterschaft. Die Überraschungs-Mannnschaft von der Nordatlantikinsel setzte am Montagabend mit dem 2:0 (1:0)-Sieg gegen Außenseiter Kosovo den Schlusspunkt unter eine starke Qualifikationsrunde. Platz zwei in der Gruppe I sicherte sich Kroatien durch ein überraschendes 2:0 (0:0) in der Ukraine. Nach Island kann auch Serbien nach einem 1:0 (0:0) gegen Georgien als Sieger der Gruppe D für die WM-Endrunde 2018 in Russland planen. Die Treffer für den EM-Viertelfinalisten Island gegen den Tabellenletzten erzielten in Reykjavik Gylfi Sigurdsson vom FC Everton (40. Minute) und Johann Gudmundsson (68.). Spielplan der Fußball-WM 2018 in Russland Der Hoffenheimer Andrej Kramaric war in Kiew der Mann des Abends: Er brachte...

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© 2012 bis 4012 Oliver Zdravkovic • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS). Wohnort: Österreich, Wien.