Oliver Zdravkovic

Sport, Politik, Technik, Psychologie

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Reizüberflutung: Den Geist entrümpeln

Als Daniel Levitin nachts in sein eigenes Haus in Montreal einbrach, wusste er noch nicht, dass ihm ausgerechnet dieser Vorfall großen Erfolg verschaffen sollte. In dem Moment verfluchte er nur seine Schusseligkeit. Er hatte sich ausgesperrt, musste aber am nächsten Morgen im Flugzeug nach Europa sitzen, sein Koffer stand im Flur bereit. Also nahm er einen großen Stein und schleuderte ihn durch das Kellerfenster. Das entstandene Loch verdeckte er provisorisch mit Pappe und wollte sich später am Flughafen darum kümmern, jemanden mit dem Problem zu betrauen. Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter. Sie sind bereits Digital-Abonnent? Hier anmelden

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Clowns: Die Scherztherapie

Jonas schläft seit zwei Wochen in einem Krankenhausbett. An seinem Türschild in der Kinderabteilung des Wiener Donauspitals streckt Disneys König der Löwen stolz seine Brust nach vorn. Der dreijährige Bub ist zart und blass. Eine schwere Lungenentzündung hat 14 Tage lang heftig an seinem Körper gezehrt. Wenn die Türe zu seinem Zimmer aufgeht, sinkt Jonas noch etwas tiefer unter sein Laken. Dass es selten gut ist, wenn sich im Spital die Zimmertüre öffnet, hat er schnell gelernt: Dann bekommt er vielleicht Venenzugänge gelegt, Spritzen gesetzt, Schmerzen. Diesmal aber stehen Dagmar und Helfgott in der Tür. Neugierig spähen die beiden in Jonas’ Zimmer. Mit großen Augen guckt der Bub zurück. Dagmar trägt eine große, grüne Feder in ihrem Haar, die Helfgott an dessen roter, runder Nase kitzelt. Helfgott stimmt seine Ukulele an, als die beiden Clowns langsam in Jonas’ Zimmer eintreten. Jonas verzieht keine Miene. Dagmar verliert beim Singen von Alle meine Entchen ihre Stimme und quakt wie eine Ente, aber Jonas lacht nicht. Helfgott wird von der Feder wieder...

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Masern: Ärztepräsident fordert umfassende Impfpflicht

Kinder sollten nach Ansicht von Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery nicht nur gegen Masern, sondern auch gegen weitere Krankheiten verpflichtend geimpft werden. "Eine Impfpflicht auf einzelne Krankheiten zu begrenzen, ist schon deshalb problematisch, weil heute in der Regel Mehrfachimpfstoffe verwendet werden und Präparate gegen einzelne Krankheiten gar nicht mehr zur Verfügung stehen", sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Montgomery forderte deshalb, die Impfpflicht auszuweiten. "Alle Impfungen, die die Ständige Impfkommission heute für Kinder empfiehlt, sollten verpflichtend sein." Nur wenn jeder geimpft werde, bestünde die Chance, diese Krankheiten auszurotten. Impfungen – warum sie wichtig sind Impfungen retten Leben Impfungen sind sicher Die Autismus-Lüge ...

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Todesangst: "Ich hatte ständig Angst, morgens nicht wieder aufzuwachen"

Jan Kalbitzer ist Psychotherapeut, mit Menschen über ihre Ängste zu sprechen, ist er gewohnt. Doch wenn er über die eigenen Ängste spricht, kommt er manchmal ins Grübeln. Das Buch, über das wir sprechen wollen, sei eben das einer Privatperson, sagt er zu Beginn – nicht das eines Psychotherapeuten oder Forschers. ZEIT ONLINE: Sie haben über die Angst vor dem Tod geschrieben, die, wie Sie meinen, viele Menschen umtreibt. Manche sogar krankhaft. Was ist damit gemeint? Jan Kalbitzer: Todesangst ist ein Symptom, das häufiger vorkommt: Es gibt diese Angst im Rahmen des hypochondrischen Wahns. Es gibt auch eine Psychose, die damit einhergeht, dass Menschen glauben, bereits tot zu sein, das Cotard-Syndrom. Und bei der Angststörung haben Menschen oft körperliche Symptome wie Herzrasen, von denen sie glauben, dass sie zum Tod führen. Aber die Angst vor dem Tod kommt oft auch bei Menschen vor, die nicht wegen psychischer Beschwerden in Behandlung sind – und das finde ich bemerkenswert. Nachdem mein Buch erschienen ist, erzählten mir erstaunlich viele Leute, dass sie die Angst kennen. Viele treibt sie schon lange um. Und...

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Tod: Das Sterben zu verstehen, kann Ängste nehmen

In unserer Serie "Der Tod ist groß"  haben wir im vergangenen Jahr gefragt: Wie gehen Menschen damit um, dass alle sterben müssen? Am Karfreitag stellen wir diesen Text erneut zur Verfügung. Wann fängt es an? Wann macht ein Mensch sich auf den Weg in Richtung Tod? Unser Sterben beginnt, lange bevor wir geboren werden. Noch im Mutterleib, in dem durchsichtigen Zellhaufen, aus dem jede und jeder von uns entsteht. Hier müssen überflüssige Körperzellen Platz machen. Nur so können sich die Organe des wachsenden Häufchens Mensch entwickeln. Nur so kommt es mit nur zwei Nieren und nur zehn Fingern zur Welt. Ins Erbgut jeder Körperzelle sind Programme eingeschrieben, die wie ein Schleudersitz wirken. Der löst aus, sobald eine Zelle nicht mehr gebraucht wird oder sie dem Körper gefährlich werden könnte. Die Zelle fliegt in den freiwilligen Tod. Menschwerdung ist ein zerbrechliches Spiel von Sterben und Leben lassen. Sterben, schreibt der Palliativmediziner Gian-Domenico Borasio in seinem Buch Über das Sterben, "ist eine unabdingbare Voraussetzung dafür, dass wir überhaupt als lebensfähige Organismen...

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Medizinisches Marihuana: Behörde erlaubt Anbau von mehr als sieben Tonnen Cannabis

Für medizinische Zwecke dürfen zwei Unternehmen in Deutschland künftig mehrere Tonnen Cannabis anbauen und ernten. Die Firma Aurora darf jährlich ein Tonne Cannabis produzieren, und zwar über für einen Zeitraum von vier Jahren. Das gab das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte bekannt. Zudem darf die Firma Aphria aus Bad Bramstedt (Schleswig-Holstein) im gleichen Zeitraum 0,8 Tonnen pro Jahr anbauen. Mit der ersten Ernte wird im Herbst 2020 gerechnet. Die Erteilung der Zuschläge sei ein wichtiger Schritt für die Versorgung schwer kranker Patientinnen und Patienten mit in Deutschland angebautem Cannabis in pharmazeutischer Qualität, teilte der Präsident des Bundesinstituts, Karl Broich, mit. Die Ausschreibung umfasst insgesamt 10,4 Tonnen Cannabis in pharmazeutischer Qualität. Von den 13 Losen, so werden die Teilmengen genannt, konnten vier nicht vergeben werden, weil ein unterlegener Bieter eine Nachprüfung beantragt hat. Kanadische Tochterfirma baut in Sachsen-Anhalt an Die Firma Aurora Deutschland, die zum börsennotierten kanadischen Konzern Aurora Cannabis Inc gehört, will nach...

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Sucht: 131 Liter alkoholische Getränke im Jahr

In Deutschland wird nach wie vor sehr viel Alkohol konsumiert. Das geht aus dem aktuellen Jahrbuch Sucht hervor, das die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in Berlin vorstellte. Demnach ist der Konsum von alkoholischen Getränken 2017 zwar im Gegensatz zum Vorjahr leicht auf 131 Liter pro Kopf und pro Jahr gesunken. Der geringe Rückgang lasse aber keine Entwarnung zu, heißt es. Die Menge entspreche etwa einer Badewanne voller alkoholischer Getränke. "Der Konsum von Alkohol ist in Deutschland der Normalfall", sagte die stellvertretende DHS-Geschäftsführerin Christina Rummel. Es fehle das Bewusstsein, dass Alkohol schon in geringen Mengen schädlich ist. Den Angaben zufolge mussten fast 22.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen zehn und 20 Jahren im Jahr 2017 aufgrund eines akuten Alkoholmissbrauchs stationär behandelt werden. Laut des Jahrbuchs kommt es zudem jährlich zu 74.000 Todesfällen durch Alkohol oder in Verbindung von Alkohol und Tabak. Zeit OnlineKartenWie Alkohol Ihnen weniger schadetAlkohol? Gibt es überall, fast jeder...

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Sterbehilfe: Können Sie ihm nichts geben?

Es war sein Blick. Ein junger Arzt, ich hatte ihn vorher noch nie gesehen. Er hatte an diesem Wochenende auf der Station Bereitschaft. Er stand vor dem Krankenbett und nahm mich zur Seite. "Wir können ihm ein bisschen helfen", sagte er und schaute mir in die Augen. Für einen langen Moment. Und dann fügte er hinzu: "Sie verstehen schon, was ich Ihnen da jetzt sage?"

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Sexuelles Trauma: Wie lassen sich Gewalt und Missbrauch überwinden?

Es trifft vor allem Frauen, ganz gleich, ob sie Ärztin, Managerin, Verkäuferin oder Minijobberin sind. Körperliche und sexuelle Gewalt erfährt in Deutschland jede vierte Frau, die in einer Partnerschaft lebt. Das sind mehr als 80 Prozent aller Betroffenen. Übergriffe, Belästigung oder Drohungen bis hin zu Vergewaltigung und auch Missbrauch sind nicht selten. Viele Hörerinnen und Hörer haben uns dazu geschrieben. Melanie Büttner, Sexualtherapeutin und Traumaexpertin, antwortet hier auf einige der Zuschriften. In diesem ersten Teil zur Frage Wie überwinde ich ein sexuelles Trauma? geht es im Gespräch mit Sven Stockrahm, Vizeressortleiter für Wissen und Digital bei ZEIT ONLINE, um folgende Themen: Wie stark beeinflussen traumatische Erlebnisse auch später noch das Leben und die Sexualität? Wie kann man Sex noch als etwas Schönes empfinden? Wie gehe ich damit in neuen Beziehungen um und wo finde ich Unterstützung und Hilfe? Diese Folgen können Sie direkt oben auf dieser Seite anhören. Im Sexpodcast haben wir bereits einige Male über sexuelle Gewalt gesprochen. In der Folge Wenn Sex wehtut geht es um...

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Viruserkrankung: Mehrere Minister wollen Masern-Impf­pflicht

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat sich für eine Impfpflicht gegen Masern in Kitas ausgesprochen. Die SPD-Politikerin sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): "Staatliches Handeln ist gefragt, wenn das Risiko, andere Kinder in Kindergärten, Schulen oder in anderen Einrichtungen zu gefährden, nicht anders in den Griff zu bekommen ist." Das sei keine leichtfertige Entscheidung, sondern das Ergebnis einer sorgfältigen Abwägung. Es gehe darum, Kinder vor einer lebensgefährlichen Krankheit zu schützen. Der zuständige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat bereits Gespräche über einen solchen Schritt geführt und will bald einen Vorschlag machen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte sich Ende März zuversichtlich gezeigt, dass das Vorhaben auf den Tisch kommt. Masern sind hoch ansteckend und potenziell tödlich. Neben der akuten Erkrankung kann es als Spätfolge einer Masernerkrankung zu einer Entzündung des Gehirns kommen. Die Krankheit tritt in Deutschland und anderen westlichen Ländern wieder häufiger auf. Das liegt nach Angaben der Gesundheitsorganisation WHO auch daran,...

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Fernsehkonsum: Beschleunigt Fernsehen den geistigen Verfall?

Die Frage mutet etwas altertümlich an, sie lag auch schon einige Jahre in meinem Postkörbchen. Früher wurde vor allem über die Wirkung des Fernsehens auf Kinder diskutiert, und Studien wiesen auch einen schwachen negativen Zusammenhang zwischen Fernsehdauer und schulischen Leistungen nach. Heute machen sich Eltern eher Sorgen um die Zeit, die ihre Kinder mit dem Handy und sozialen Medien verbringen. Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter. Sie sind bereits Digital-Abonnent? Hier anmelden

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Viruserkrankung: Nordrhein-Westfalen prüft Masern-Impfpflicht

Nach dem Vorstoß Brandenburgs, eine Impfpflicht in Kindertagesstätten einzuführen, will auch Nordrhein-Westfalen eine solche Maßnahme prüfen. "Ich bin für eine generelle Impfpflicht – das gilt auch für Kindergärten", sagte der nordrhein-westfälische Kinder- und Familienminister Joachim Stamp (FDP) der Rheinischen Post. NRW werde prüfen, wie eine Impfpflicht als Voraussetzung für einen Kindergartenbesuch umgesetzt werden könne. Seit Jahresanfang wurden der Rheinischen Post zufolge allein in NRW bereits fast 100 Masernfälle gezählt. Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte der Rheinischen Post, er habe Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ausdrücklich Unterstützung für seine Prüfung zugesichert, wie eine Impfpflicht umgesetzt werden könne. Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz der Länder, Sachsens Ressortchefin Barbara Klepsch (CDU), äußerte sich zurückhaltend zu Vorstößen einzelner Bundesländer. Zwar sprach auch sie sich in den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) für eine Impfpflicht in Kitas aus. Zugleich forderte sie aber,...

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Niels Birbaumer: Und wenn er doch nicht Gedanken lesen kann?

Das Versprechen war riesig. Genau wie die ethischen Konsequenzen. Der renommierte Hirnforscher Niels Birbaumer behauptete vor einigen Jahren, einen Apparat gebaut zu haben, der schier Unglaubliches vollbrachte: Menschen, die aufgrund einer Nervenkrankheit vollständig gelähmt sind, an einer Beatmungsmaschine hängen und nicht einmal mehr die Augen bewegen können, wieder mit ihrer Außenwelt kommunizieren zu lassen. Alles, was es dafür brauche, seien Sensoren an der Kopfhaut, die mittels Infrarotmessung den Blutfluss des Gehirns messen, und einen Computer, der ihre Signale analysiere, sprich ein Ja und Nein aus ihnen mache. Nun aber stehen Birbaumers Ergebnisse infrage. Ein junger Informatiker hat versucht, die Ergebnisse einer von Birbaumers Publikationen nachzurechnen – ohne Erfolg. Seine Schlussfolgerung: Die Maschine funktioniere womöglich nicht. Das Magazin der Süddeutschen Zeitung berichtete, die Universität Tübingen leitete eine Untersuchung ein. Was ist geschehen? Mit Hirnströmen Wörter buchstabieren Niels Birbaumer wurde 1945 geboren und mit 29 zum Professor ernannt. Er gilt als einer der...

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Assistierter Suizid: Warum ich geholfen habe

Meine erste Begegnung mit Richard S. findet in einem Berliner Restaurant statt. Vermittelt hatte sie sein Urologe, der sich selbst außerstande sah, mit seinem Patienten über ein selbstbestimmtes Sterben zu sprechen. Chauffiert von seiner nichts ahnenden Pflegerin, ist S. mit dem Auto aus Bielefeld angereist. Seine ersten Worte drücken Erleichterung über das Treffen aus: "Kaum einer Ihrer Kollegen lässt es zu, trotz meiner unheilbaren und zermürbenden Erkrankung auch nur die Möglichkeit ins Auge zu fassen, meinem Leben selbst ein Ende zu setzen." Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter. Sie sind bereits Digital-Abonnent? Hier anmelden

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Kita-Impfpflicht: “Wir brauchen andere Maßnahmen als eine Kita-Impfpflicht”

Am Donnerstag hat der Brandenburger Landtag beschlossen, dass Kinder, die in Brandenburg eine Kita besuchen wollen, in Zukunft gegen Masern geimpft sein müssen. Die Gesundheitspsychologin Cornelia Betsch, die seit Jahren zu Impfakzeptanz forscht, erklärt, ob dieser Schritt sinnvoll ist. ZEIT ONLINE: Der Deutsche Ethikrat berät über eine Impfpflicht, auch im Gesundheitsministerium wird darüber diskutiert. Nun fordert der Brandenburger Landtag, dass Kinder, die eine Kita besuchen, gegen Masern geimpft sein müssen. Was halten Sie von diesem Schritt? Cornelia Betsch ist studierte Psychologin und forscht unter anderem zu Risikowahrnehmung und -kommunikation am Beispiel der Impfentscheidung. Seit 2017 hat sie die Heisenberg-Professur für Gesundheitskommunikation an der Universität Erfurt inne. © Marco Borggreve Cornelia Betsch: Es ist natürlich vorbildlich und erfreulich, dass ein Bundesland handelt, denn die Impfquoten für die zweite Masernimpfung sind noch immer zu gering. Aber vor dem Hintergrund der Debatten des...

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© 2012 bis 4012 Oliver Zdravkovic • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS). Wohnort: Österreich, Wien.