Oliver Zdravkovic

Sport, Politik, Technik, Psychologie

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Homöopathie: Keine Globuli auf Staatskosten für Briten

In Großbritannien könnte es bald keine homöopathischen Therapien auf Staatskosten mehr geben. Die Briten haben keine gesetzlichen Krankenkassen wie hierzulande. In Großbritannien regelt und organisiert der staatliche Gesundheitsdienst, der National Health Service, kurz NHS, die Grundversorgung. Alles, was aus Sicht des Staates medizinisch notwendig ist, gibt es in öffentlichen Gesundheitszentren und Kliniken kostenlos. Alles andere muss man selbst zahlen oder über eine Privatversicherung. Bisher bekamen Briten auch homöopathische Mittel und Therapien auf Staatskosten, entweder verschrieben vom Arzt oder angeboten in speziellen vom NHS anerkannten Homöopathiezentren. Homöopathie – "im besten Fall ein Placebo" Das soll sich nun ändern, wie aus Vorschlägen für neue Verschreibungsrichtlinien hervorgeht. Homöopathie sei "im besten Fall ein Placebo und ein Missbrauch knapper NHS-Mittel", sagte NHS-Chef Simon Stevens. Doch nicht die Tatsache, dass Homöopathie keine nachgewiesene Wirkung hat, scheint der Hauptgrund für die geplanten Kürzungen zu sein. In erster Linie darf der NHS nicht mehr...

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Gesundheitssystem in Großbritannien: Briten müssen homöopatische Mittel selbst bezahlen

Das britische Gesundheitssystem NHS will nicht länger für homöopathische Mittel zahlen. Das geht aus Vorschlägen für neue Verschreibungsrichtlinien hervor, die der NHS vor wenigen Tagen vorstellte. Homöopathie sei "im besten Fall ein Placebo und ein Missbrauch knapper NHS-Mittel", sagte Simon Stevens, der Chef des staatlichen Gesundheitsdiensts. Über die neuen Richtlinien soll nun öffentlich debattiert werden. Der NHS ist gezwungen, weniger Geld auszugeben und plant daher, pro Jahr 190 Millionen Pfund (etwa 221 Millionen Euro) einzusparen. Verschreibungspflichtige Homöopathie-Medikamente hätten den NHS im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben etwa 92.000 Pfund (rund 107.000 Euro) gekostet.  Neben den Homöopathie-Pillen und Tinkturen sollen weitere Mittel nicht länger auf NHS-Kosten verschrieben werden. Dazu gehören unter anderem pflanzliche Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren sowie diverse Schutzimpfungen für Reisen. "Wir müssen unnötige Ausgaben beenden, um mit dem NHS-Geld einen größeren therapeutischen Nutzen zu erzielen", sagte der medizinische Direktor des...

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Fruchtbarkeit: Sperma in der Krise

Mann hat es nicht leicht. Er ist öfter krank als die Frau, trinkt mehr Alkohol, wird eher arbeitslos – und nun scheint auch noch die Fortpflanzung in Gefahr. Denn: Sein Sperma dünnt aus. Wie eine Analyse zeigt, ist die Konzentration von Spermien pro Milliliter Sperma bei Männern aus Nordamerika, Europa, Australien und Neuseeland zwischen 1973 und 2011 um durchschnittlich 52,4 Prozent gesunken. Die Gesamtanzahl der Keimzellen pro Samenerguss sank in demselben Zeitraum um 59,3 Prozent (Human Reproductive Update: Levine et al., 2017). Doch noch sind Experten sicher, dass die Manneskraft nicht in Gefahr ist. "Keine Panik", sagt etwa der Reproduktionsmediziner Stefan Schlatt von der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster auf Nachfrage des Science Media Centers (SMC). Männer in den westlichen Industrienationen hätten immer noch rund 47 Millionen Spermien je Milliliter Ejakulat, "damit ist der Mann sehr fertil". Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befand jahrzehntelang eine Mindestdichte an Spermien von 20 Millionen als guten Orientierungswert. Erst unterhalb von fünf Millionen dürfte es mit der Fortpflanzung...

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Kurze Telomere: Kinder, die wenig schlafen, altern schneller

Anzeige Vorweg eine Binsenweisheit, aber eine wahre: Schlaf ist wichtig. Vor allem für Kinder. Längst ist erforscht, wie lange Kinder in welchem Alter schlafen sollten und was nachts im Gehirn passiert. Wissenschaftler der Princeton University ergänzen jetzt die Erkenntnisse: Sie haben untersucht, wie sich fehlender Schlaf auf den Alterungsprozess von Kindern auswirkt. Im Fokus ihrer Studie stehen die sogenannten Telomere. Das sind Schutzkappen an den Enden der Chromosomen, vergleichbar mit den Plastikhüllen am Ende von Schnürsenkeln. Sie schützen bei Zellteilungen das Erbgut. Interessant ist vor allem, wie lang die Telomere sind – denn mit jeder Zellteilung werden sie kürzer, was sich direkt auf den Alterungsprozess auswirkt. Ab einer bestimmten Kürze hört die Zelle auf, sich zu teilen, sie stirbt. Vereinfacht kann man sagen: Je länger die Telomere eines Menschen, desto besser. Beeinflusst wird die Länge der Telomere vom Lebensstil. Bei Menschen, die sich falsch ernähren oder viel Stress haben, verkürzen sich die Telomere schneller. Umgekehrt können sie durch günstige Lebensumstände stabilisiert und sogar verlängert werden. Positiv wirken sich eine...

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Gesundheit: Wer ist hier krank?

Ständig sind wir wachsam: Schnieft die Freundin kräftig ins Taschentuch, verzichten wir auf die Umarmung zum Abschied. Wer ununterbrochen hustet, bekommt den Hinweis, zum Schutz der Kollegen doch lieber zu Hause zu bleiben. Sind Menschen offensichtlich krank, gehen wir bewusst auf Abstand. Interessanterweise funktioniert dieser Selbstschutzmechanismus auch dann, wenn die Symptome nicht so eindeutig sind – und wir gar nicht wissen, dass unser Gegenüber infiziert ist. Z+

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Haushalt: Wer andere für sich putzen lässt, ist zufriedener

Anzeige Haushaltspflichten wie Kochen und Putzen machen einer Studie zufolge tendenziell glücklicher – wenn jemand anders sie für einen erledigt. Menschen, die andere etwa für das Putzen ihrer Wohnung bezahlen und sich damit sozusagen „Zeit kaufen“, betrachten sich demnach selbst als deutlich zufriedener als solche, die das nicht tun. Das berichten Forscher um Elizabeth Dunn von der University of British Columbia in Vancouver in der Fachzeitschrift „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften. „Geld zu benutzen, um Zeit zu kaufen, kann ein Stoßdämpfer gegen Zeitmangel sein und so Glück fördern“, berichten sie. Das Team hatte mehr als 6000 Menschen aus den USA, Dänemark, Kanada und den Niederlanden befragt. Die Teilnehmer hätten unterschiedliche Hintergründe, hieß es. Auch Millionäre waren darunter. Es machte aber keinen Unterschied, wie viel Geld die Menschen verdienten oder wie viel sie für eine Haushaltshilfe ausgaben – wer sich Zeit kaufte, fühlte sich zufriedener. Trotzdem täten viele Menschen das nicht, auch wenn sie es sich leisten könnten, berichteten die Forscher. So gab knapp die Hälfte der 818...

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Menschenmassen: Plötzlich Chaos

In Gruppen scheint gutes Benehmen plötzlich außer Kraft gesetzt. Wo eben noch Ruhe herrschte, wird wenig später geschubst, gedrängelt, gepöbelt. Anstatt Ordnung zu wahren, kämpfen Einzelne für den eigenen Vorteil – weil sie sich übergangen fühlen, etwas zu verpassen fürchten oder verängstigt sind. Nachweislich treffen Individuen in Gruppen extremere Entscheidungen, als sie es allein tun würden. Chaos droht. Mithilfe von Modellen wollen Wissenschaftler das verhindern. Forscher arbeiten seit Jahren an immer genaueren Vorhersagen darüber, wie Massen sich verhalten: Welchen Weg nehmen Einzelne, welche Rolle spielt die Größe der Menge und welche die Dichte? Auch wollen die Wissenschaftler herausfinden, mit welchen Ansagen, Leitsystemen und Hindernissen sich Menschen davon abhalten lassen, zu drängeln, bis es gefährlich wird. Und wie sie sich selbst in Ausnahmesituationen unterbewusst kontrollieren lassen. Lange Zeit galt dabei: Fußgänger sind wie sich anziehende oder abstoßende Teilchen, die in vorhersehbare Richtungen strömen, und damit berechenbar. Die grundlegende Idee solch mathematischer,...

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HIV-Therapie: Eine Spritze statt vieler Pillen

Die Behandlung von Aids-Patienten könnte bald weit weniger aufwendig werden, als bisher: Injektionen im Abstand von vier bis acht Wochen können laut einer Studie das HI-Virus im Körper ebenso gut kontrollieren wie die bisher übliche tägliche Einnahme von Tabletten. Das berichtet ein internationales Forscherteam mit deutscher Beteiligung im Fachjournal The Lancet. Sollten weitere und größere Studien die Ergebnisse bestätigen, könnte erstmals eine Injektionstherapie gegen HIV auf den Markt kommen. Unabhängige Experten bewerten das im The Lancet als Meilenstein in der Geschichte der HIV-Therapie. Bei der antiviralen HIV-Therapie nehmen Patienten bislang täglich drei Wirkstoffe oral ein, die die Viruslast im Blut unter die Nachweisgrenze drücken können. Seit einigen Jahren gibt es Kombinationspräparate, so dass Betroffene nur noch eine Tablette pro Tag benötigen. Zeit OnlineKartenKondom geplatzt – und jetzt?Das Date lief super – bis zu diesem Moment. Riss im Gummi. Kann ich das Aids-Virus HIV erwischt haben? Was jetzt zu tun ist.Bitte aktivieren Sie JavaScript,...

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Sexualisierte Gewalt: "Nicht der Täter, sondern die Überlebende schämt sich"

Psychologen sprechen inzwischen nicht mehr von Vergewaltigung, sondern von sexualisierter Gewalt. Der Begriff ist präziser, denn er umfasst beide Bestandteile dieses Verbrechens. Jemand tut einer anderen Person Gewalt an, was von außen so aussieht, als habe es mit Sex zu tun. Dabei ist sexualisierte Gewalt natürlich kein Sex. Nicht einmal für die Täter. Die Mehrheit bekommt nicht einmal einen Samenerguss, wie Rita Rosner, Professorin für Klinische und Biologische Psychologie in Eichstätt, sagt.

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Sexualisierte Gewalt: "Jedes Gefühl von Sicherheit geht kaputt"

Psychologen sprechen inzwischen nicht mehr von Vergewaltigung, sondern von sexualisierter Gewalt. Der Begriff ist präziser, denn er umfasst beide Bestandteile dieses Verbrechens. Jemand tut einer anderen Person Gewalt an, was von außen so aussieht, als habe es mit Sex zu tun. Dabei ist sexualisierte Gewalt natürlich kein Sex. Nicht einmal für die Täter. Die Mehrheit bekommt nicht einmal einen Samenerguss, wie Rita Rosner, Professorin für Klinische und Biologische Psychologie in Eichstätt, sagt.

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Erster Eindruck: Das alles verrät ein Gesicht über die Persönlichkeit

Studie um Studie kam in den vergangenen Jahren dazu heraus, was einem alles ins Gesicht geschrieben steht. Es verrät nicht nur, wie aggressiv jemand ist, sondern auch, wie klug oder vertrauenswürdig, wie dominant oder politisch liberal. Gerade erschien eine Untersuchung kanadischer Forscher, wonach sich im Gesicht sogar spiegelt, ob jemand reich ist oder arm. Es klingt wie ein großes Versprechen: sich auf den ersten Eindruck, das Bauchgefühl, uneingeschränkt verlassen zu können, wenn man in ein Gesicht schaut. Doch die Intuition kann auch täuschen.

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Schlafforschung: Warum sich Schlaf nicht bunkern lässt

Viele Wege führen in die Schlafstörung. Einige davon beschreiten wir selbst. So schlafen sehr viele Berufstätige in Industriestaaten heute chronisch zu wenig, gehen zu spät schlafen und stehen auf, wenn die innere Uhr noch nicht bereit ist dazu. Dann wieder möchte man Schlaf zur falschen Zeit erzwingen, weil man am Morgen fit sein muss für das Meeting, weil der 18-Stunden-Flug sonst allzu quälend wäre oder weil man an drei Festivaltagen alles mitbekommen will. Sparen, ausgeben, überziehen Nur – funktioniert das? Können wir Schlaf wie Geld auf ein Konto legen und abheben, wann wir wollen? Und was, wenn wir ins Dispo geraten? Die Wissenschaft hat diese Fragen äußerst sparsam bearbeitet. Nicht zufällig stammt eine der ersten maßgeblichen Studien zum Sleep-Banking, wie Forscher flapsig sagen (Sleep: Rupp et al., 2009), aus einem Umfeld, das regelmäßig Schlaf raubt und gleichzeitig Leistung erfordert: aus dem Militär. Das interessierte sich überdies sehr früh für den Mechanismus, der es Zugvögeln erlaubt, tagelang ohne Schlaf zu fliegen, und vor allem die pharmakologische Substanz...

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Schlafforschung: Zzzzzzzzzzzzzz

Viele Wege führen in die Schlafstörung. Einige davon beschreiten wir selbst. So schlafen sehr viele Berufstätige in Industriestaaten heute chronisch zu wenig, gehen zu spät schlafen und stehen auf, wenn die innere Uhr noch nicht bereit ist dazu. Dann wieder möchte man Schlaf zur falschen Zeit erzwingen, weil man am Morgen fit sein muss für das Meeting, weil der 18-Stunden-Flug sonst allzu quälend wäre oder weil man an drei Festivaltagen alles mitbekommen will. Sparen, ausgeben, überziehen Nur – funktioniert das? Können wir Schlaf wie Geld auf ein Konto legen und abheben, wann wir wollen? Und was, wenn wir ins Dispo geraten? Die Wissenschaft hat diese Fragen äußerst sparsam bearbeitet. Nicht zufällig stammt eine der ersten maßgeblichen Studien zum Sleep-Banking, wie Forscher flapsig sagen (Sleep: Rupp et al., 2009), aus einem Umfeld, das regelmäßig Schlaf raubt und gleichzeitig Leistung erfordert: aus dem Militär. Das interessierte sich überdies sehr früh für den Mechanismus, der es Zugvögeln erlaubt, tagelang ohne Schlaf zu fliegen, und vor allem die pharmakologische Substanz...

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Wundermittel mit Schattenseite: Innerhalb von zehn Minuten brachte Ketamin die Leichtigkeit

Bei wie vielen Ärzten die Patientin, die hier Ulrike Meiner heißen soll, schon war, zählt die 56-Jährige nicht mehr. Wie viele Medikamente ihr verschrieben wurden, Antidepressiva mit komplizierten Namen wie Citalopram oder Clomiparin, von denen keines half. Wie oft sie schon gedacht hat, dass sie das alles nicht mehr ertragen kann. Dass es keinen Ausweg mehr aus der Traurigkeit gibt, in die ihr Leben getränkt ist.

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Wundermittel mit Schattenseite: Innerhalb von zehn Minuten kam die Leichtigkeit

Bei wie vielen Ärzten die Patientin, die hier Ulrike Meiner heißen soll, schon war, zählt die 56-Jährige nicht mehr. Wie viele Medikamente ihr verschrieben wurden, Antidepressiva mit komplizierten Namen wie Citalopram oder Clomiparin, von denen keines half. Wie oft sie schon gedacht hat, dass sie das alles nicht mehr ertragen kann. Dass es keinen Ausweg mehr aus der Traurigkeit gibt, in die ihr Leben getränkt ist.

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