Oliver Zdravkovic

Sport, Politik, Technik, Psychologie

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Soziale Systeme: Freunde und Helfer der Polizei

Unter den Polizisten in Fulton County, Georgia, erinnert man sich heute noch an jenen ranghohen Geistlichen, der dort vor bald zwanzig Jahren verhaltensauffällig wurde. Zusammen mit seiner Gemeinde hatte der gute Mann nämlich beschlossen, einhundert Ordnungshüter mit einem Betrag von jeweils eintausend Dollar zu beschenken. Selbstverständlich wurden die Empfänger dieser Gabe angewiesen, sie auf der Stelle zurückzugeben; aber das war nicht alles. Vielmehr wurde sogleich eine polizeinahe Stiftung gegründet, und schon wenige Tage danach ging dort die Gesamtsumme von einhunderttausend Dollar ein, diesmal allerdings mit der Maßgabe des Kirchenmannes, sie nicht etwa ausgewählten Polizisten, sondern der Polizei als Organisation zuzuführen. Das erste Geschenk wäre ein Eklat gewesen, aber an dem zweiten nahm die Öffentlichkeit keinen ernsthaften Anstoß – immer vorausgesetzt natürlich,...

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Ebola-Ausbruch im Kongo: Warum es diesmal nicht zur Katastrophe kam

Viele Viren haben ein natürliches Reservoir, sie vervielfältigen sich also in bestimmten Tieren. Diese infizieren sich, sterben aber nicht an der Infektion. Beim Ebola-Virus sind das Reservoir wahrscheinlich Fledermäuse und Flughunde. Das Virus kann übertragen werden, wenn Menschen in Kontakt mit infizierten Tieren kommen. Üblicherweise überträgt sich das Virus von Menschenaffen – insbesondere dann, wenn das Virus unter ihnen ausbricht und tote Tiere beispielsweise von Jägern abtransportiert oder gegessen werden. Oder wenn Menschen sogenanntes "bushmeat", das Fleisch von wilden Tieren, zubereiten. Möglicherweise kann das Virus auch indirekt übertragen werden, wenn ein Mensch eine Mango isst, auf die ein Flughund oder eine Fledermaus das Virus übertragen hat. So scheint es zumindest beim Ausbruch 2014/2015 gewesen zu sein. Forscher des Robert Koch-Instituts zeichneten mit Hilfe von Befragungen,...

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Handpflege: Schöne Hände: Was man dafür tun kann – oder besser lassen sollte

Wenn Eleonora Duse ihre Hände hob, lag ihr das Publikum zu Füßen. Gebannt folgten die Zuschauer jeder ihrer Bewegungen. Die Duse hatte auch eine attraktive Figur, aber die war eher nebensächlich, als sie 1883 in der Rolle der Kameliendame ihren Durchbruch auf der Bühne feierte. Es waren ihre feinen Finger, die das Publikum bezauberten. Die Zeitungen schwärmten damals von der italienischen Theaterdiva als der "Dame mit den schönen Händen". Der Schriftsteller Gabriele D’Annunzio widmete ihr gleich mehrere Theaterstücke. Z+

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In ewiger Dämmerung: Von Welten, über denen immer eine tiefe Sonne leuchtet

Stets liegt ein goldener Schimmer über den Wäldern von Tamriel. Die Spieler des Computerspiels „Skyrim“ bewegen sich dort durch einen immerwährenden Spätnachmittag. Auch in der jüngsten Folge von „Assassin’s Creed“, dessen Held sich durch das ptolemäische Ägypten meuchelt, sind Tempel und Pyramiden ausschließlich von einer tiefstehenden Sonne beleuchtet. Keine Frage, in den Momenten des letzten oder des ersten Tageslichts erscheint uns die Erde wie verzaubert, vielleicht auch, weil sie immer so schnell vorübergehen, außer in hohen Breiten zur Sommerszeit und eben in digitalen Kunstwelten. ...

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Weltgesundheitsorganisation: Transsexualität soll keine psychische Krankheit mehr sein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will Transsexualität von der Liste psychischer Erkrankungen streichen. "Wir glauben, dass dadurch das Stigmatisierung sinkt und die soziale Akzeptanz dieser Menschen steigen könnte", sagte Lale Say, die WHO-Koordinatorin für reproduktive Gesundheit. Am Montag hatte die UN-Organisation ihren überarbeiteten Krankheiten-Katalog, kurz ICD-11, mit 55.000 Erkrankungen, Verletzungen und Todesursachen vorgelegt. Darin listete die WHO Transsexualität nicht mehr unter "psychischen, Verhaltens- und Entwicklungsstörungen" auf, sondern in einem neuen Kapitel zur sexuellen Gesundheit. Sie definiert "Geschlechts-Inkongruenz" als "deutliche und anhaltende mangelnde Übereinstimmung zwischen dem erlebten und dem zugewiesenen Geschlecht". Dem neuen Katalog müssen die UN-Mitgliedstaaten noch zustimmen. Er soll ihnen im Mai 2019 vorgelegt werden und könnte am 1. Januar 2022 in Kraft treten. Say rechnet mit einer Zustimmung der Länder, obwohl Transsexuelle weltweit diskriminiert werden. Die WHO-Vertreterin sagte außerdem, die Streichung von der Liste psychischer Erkrankungen könne...

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Tierversuche: "Wir werden uns nicht zurückziehen"

Martin Stratmann ist seit 2014 Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, die an 84 Instituten Grundlagenforschung betreibt. Im Interview spricht er darüber, warum Primatenversuche heute wichtig sind, es künftig wohl noch mehr geben wird und wie deutsche Forscher sich im internationalen Wettbewerb behaupten können. Z+

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Künstliche Kniegelenke: Zahl der Knieprothesen steigt deutlich

Von 100.000 Einwohnern haben in Berlin laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung 153 Personen zwischen 2013 und 2016 ein künstliches Kniegelenk erhalten. In Bayern waren es demnach 260 Personen. Insgesamt nahm die Zahl solcher Operationen der Erhebung zufolge zwischen 2013 und 2016 um 18 Prozent auf 169.000 zu. "Erklärbar ist dieser Trend weder durch medizinische noch durch demografische oder geografische Einflussfaktoren", schreiben die Autoren der Studie. Vor allem zwei Punkte der Untersuchung geben Anlass, die Notwendigkeit der Eingriffe infrage zu stellen. Erstaunliche Unterschiede legt die Studie im regionalen Vergleich dar: Der Einsatz von künstlichen Kniegelenken variiere in den Bundesländern stark. Auf Bayern als Spitzenreiter der Knieprothetik folgten Thüringen mit 234 Eingriffen pro 100.000 Einwohner sowie Hessen und Sachsen-Anhalt mit je 217. Dagegen würden in Mecklenburg-Vorpommern nur bei 164 von 100.000 Patientinnen und Patienten neue Kniegelenke eingesetzt werden, weniger seien es nur noch in Berlin. Die Wahrscheinlichkeit, eine Knieprothese zu erhalten, sei damit in Bayern um 70 Prozent höher als in...

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Studie: Zahl der Knieprothesen steigt deutlich

Von 100.000 Einwohnern haben in Berlin laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung 153 Personen zwischen 2013 und 2016 ein künstliches Kniegelenk erhalten. In Bayern waren es demnach 260 Personen. Insgesamt nahm die Zahl solcher Operationen der Erhebung zufolge zwischen 2013 und 2016 um 18 Prozent auf 169.000 zu. "Erklärbar ist dieser Trend weder durch medizinische noch durch demografische oder geografische Einflussfaktoren", schreiben die Autoren der Studie. Vor allem zwei Punkte der Untersuchung geben Anlass, die Notwendigkeit der Eingriffe infrage zu stellen. Erstaunliche Unterschiede legt die Studie im regionalen Vergleich dar: Der Einsatz von künstlichen Kniegelenken variiere in den Bundesländern stark. Auf Bayern als Spitzenreiter der Knieprothetik folgten Thüringen mit 234 Eingriffen pro 100.000 Einwohner sowie Hessen und Sachsen-Anhalt mit je 217. Dagegen würden in Mecklenburg-Vorpommern nur bei 164 von 100.000 Patienten neue Kniegelenke eingesetzt werden, weniger seien es nur noch in Berlin. Die Wahrscheinlichkeit, eine Knieprothese zu erhalten, sei damit in Bayern um 70 Prozent höher als in der...

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Allergie: Kann ich auf Sperma allergisch reagieren?

Hautausschlag, Brennen in der Vagina, Atemnot: Es gibt Frauen, deren Körper stark abweisend auf Sperma reagiert. Wie schmerzlich das sein kann, was dagegen zu tun ist und wie sich trotzdem ein Kinderwunsch erfüllen lässt, erklärt die Sexualtherapeutin und Ärztin Melanie Büttner in dieser Quickiefolge über Sperma-Allergie. Sexpodcast-Quickies sind kurze Folgen von Ist das normal?, in denen Melanie Büttner einzelne Hörerfragen aufgreift. Die aktuelle Folge können Sie direkt oben auf dieser Seite anhören.  Weiterführende Informationen finden Sie hier: Allgemeine Hinweise über allergische Reaktionen auf Sperma bietet die International Society for Sexual Medicine auf ihrer Internetseite.Einen Fallbericht und Überblick über die bisher vorliegende Literatur haben Bassam Nusair und sein Team geliefert (Current Women’s Health Review: Seminal Fluid Hypersensitivity: A Case Report and Review of the Literature, 2018). Sie wollen wissen, warum wir überhaupt über Sex reden? Alles dazu und zu den Stimmen des Sexpodcasts hören Sie hier. Falls Sie eine Frage oder Anregungen haben, schreiben Sie...

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Unsere Galaxis auf der Waage: Die Milchstraße hat die Masse von rund 960 Milliarden Sonnen.

Auf 960 Milliarden Sonnenmassen schätzen Astronomen die Gesamtmasse der Milchstraße. Darin enthalten sind die sichtbare und die unsichtbare Dunkle Materie, die mit rund 85 Prozent den Löwenanteil der Materie des Universums ausmacht. Frühere Untersuchungen hatten Werte zwischen 700 Milliarden und zwei Billionen Sonnenmassen ergeben. Der Grund für die große Schwankung ist die besondere Lage unseres Sonnensystems. Es befindet sich innerhalb der galaktischen Scheibe. Der für eine möglichst exakte Vermessung der Milchstraße notwendige Blick von außen ist dadurch verwehrt. Ekta Patel von University of Arizona in Tucson und seine Kollegen haben nun einen neuen Weg eingeschlagen, die Masse der Milchstraße präzise zu bestimmen. Sie analysierten die Bahnbewegungen bekannter Satellitengalaxien, die die Milchstraße auf elliptischen Bahnen umkreisen. ...

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Nahrungsergänzungsmittel: Braucht überhaupt ein Mensch Vitaminpillen?

Schnell noch ein Multivitaminpräparat in den Einkaufswagen und dann ab zur Kasse: Nahrungsergänzungsmittel sind zu einem Lifestyle-Produkt geworden, das es längst in der Drogerie und im Supermarkt gibt. Eine Tablette soll oftmals all das enthalten, was der Körper an Vitaminen oder Mineralien braucht. Das Wichtigste von Gemüse und Obst zusammengepresst zu einem unkomplizierten Garanten für die Gesundheit. Derartiges versprechen zumindest einige Hersteller von Vitaminpräparaten und anderen Nahrungsergänzungsmitteln. Und laut Statistik scheinen ihnen eine Menge Deutsche zu glauben: 165 Millionen Packungen mit Nahrungsergänzungsmitteln werden pro Jahr verkauft, rund 30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland nehmen regelmäßig Präparate, die Vitamine oder Mineralstoffe enthalten. Am besten verkauft sich hierzulande Magnesium, gefolgt von Kalzium und Eisen. Aber was bringen die Pillen? Oder schaden sie gar? Zunächst einmal ist es richtig, dass der menschliche Körper regelmäßig Mineralstoffe wie Magnesium oder Kalzium und Vitamine braucht. Ein handfester Mangel kann neben Krämpfen und Muskelzuckungen auch zu Müdigkeit,...

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Schlaf: Na, sind Sie mehr Eule oder Lerche?

Sollte die Schule eine Stunde später beginnen, am besten erst um neun? Und die Arbeitswelt genauso? Mit jeder Umstellung auf Sommer- oder Winterzeit kommt diese Diskussion wieder auf. Ein häufig zuletzt auch in der ZEIT wieder zitiertes Argument: "70 bis 80 Prozent" der Jugendlichen seien eben "Eulen": abends lange wach, aber Morgenmuffel. Anders als die "Lerchen", die gut aus den Federn kommen und morgens besonders leistungsfähig sind. Mehr noch: Welcher Typ man sei, das sei "angeboren und kaum zu ändern". Aber stimmt das wirklich? Schlafforscherin Barbara Knab hat für uns Studien zur Erforschung der Chronotypen gewälzt – mit überraschendem Ergebnis. Abend- und Morgentypen "Morgenstund' hat Gold im Mund" – auf dieses alte Sprichwort reagiert mancher gereizt. Erwachsene fühlen sich verhöhnt, Schülerinnen und Schüler der Oberstufe erst recht. Zwar könnten viele von ihnen besser ausgeschlafen sein, wenn sie zeitiger ins Bett gingen, statt Coolness durch langes Wachbleiben zu demonstrieren. Tatsächlich kann es auch eine Frage der Veranlagung sein, ob jemand eher ein Morgen- oder ein Abendtyp ist, wie die Schlafforschung schon...

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Soziale Systeme: Aber sicher!

Mit Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft ist eines sicher: Niemand weiß, wer gewinnen wird. Und ebenso gewiss ist, dass es am Ende einen Gewinner gibt. Damit sind die Rahmenbedingungen für eine interessante soziale Situation vorgezeichnet, die Ungewissheit über das Ergebnis mit der Sicherheit kombiniert, überhaupt ein Ergebnis zu erzielen. Die soziale Rahmung durch das Turnier ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Ungewissheit in diesem Fall mit freudiger Spannung erwartet werden kann. Sie wird so auf ein spezifisches Nichtwissen über die Zukunft reduziert. Die Ungewissheit über den Ausgang ist ohnehin eine notwendige Begleiterscheinung der sozialen Welt: Wir können uns nicht sicher sein, wie andere handeln. Soziale Ordnung setzt lediglich voraus, dass nicht in jedem Moment befürchtet werden muss, dass sich überhaupt niemand an die Erwartungen hält. ...

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Medizinische Versorgung von Asylbewerbern: Schmerzmittel und Warten

Rassismus ordnet unser Denken und Zusammenleben. Mit dem Schwerpunkt Alltag Rassismus wollen wir herausfinden, warum das so ist, was das für die Gesellschaft bedeutet und wie sich das verändern ließe. Für den folgenden Text hat sich unser Autor Jakob Simmank, der selbst Mediziner ist, die Versorgung von Asylbewerbern in Deutschland angesehen. Er argumentiert, warum die Gesetzgebung ökonomisch nicht sinnvoll, juristisch fragwürdig und medizinisch schwer zu ertragen ist. "Nicht zwingend notwendig", haben die Lagerärzte auf dem blauen Rezeptbogen vermerkt. Drei Worte, die James* wütend machen. "Meine Hand wird immer steifer", sagt der junge Nigerianer. Sie wurde auf der Flucht in einem Lager in Libyen verstümmelt, vom Mittel- und Ringfinger blieb nur ein Stumpf, auf der Handinnenseite prangt eine helle Narbe. Die Ärzte des Uniklinikums Erlangen, die das Rezept ausgestellt haben, halten eine Ergotherapie für dringend nötig. Sie soll Schmerzen lindern und Phantomschmerzen vorbeugen. Später soll eine Operation folgen. Die Ärzte im Flüchtlingslager in Bamberg lehnen das aber ab. Grundsätzlich sei die medizinische...

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Abschied von einem Genie: Stephen Hawking wird beigesetzt

Die Beisetzung von Stephen Hawking findet heute um 13:00 Uhr in der Londoner Kirche Westminster Abbey statt. Die Asche des Astrophysikers soll zwischen den Gräbern des Universalgelehrten Isaac Newton und des Naturforschers Charles Darwin bestattet werden. Hawking, bekennender Atheist, war am 14. März im Alter von 76 Jahren in Cambridge gestorben. In der Universitätsstadt hatte Ende März auch die Trauerfeier mit 500 geladenen Gästen stattgefunden. Wegen des großen Interesses an der Beisetzung verlosten Hawkings Kinder 1000 Einladungen. Vangelis, einer der Pioniere der elektronischen Musik, komponierte ein Stück zu Ehren des Genies, das in der Kirche zu hören sein wird. An der Beerdigung nehmen Hawkings Familie, Freunde, Schulkinder und Wissenschaftler teil. Zu den Gästen zählen auch der amerikanische...

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© 2012 bis 4012 Oliver Zdravkovic • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS). Wohnort: Österreich, Wien.