Oliver Zdravkovic

Sport, Politik, Technik, Psychologie

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Mobilfunknetz 5G: Strahlendes Experiment

Die Kombination aus Zahl und Großbuchstabe ist gerade fast allgegenwärtig, an "5G" kommt man kaum vorbei. Der Name steht für den neuen Mobilfunkstandard, dessen Frequenzen im Frühjahr versteigert werden. Ab 2020 soll 5G dann in Deutschland Einzug halten. Die einen frohlocken ob all der technischen Möglichkeiten, extrem schneller Datenübertragung etwa. Sie hoffen, dass bald auch die letzte Milchkanne in Buxtehude vier Empfangsbalken zeigt. Andere – etwa eine Leserin, die sich per Mail an die ZEIT wandte – fürchten negative Folgen für die Gesundheit durch eine steigende Strahlungsbelastung, der man kaum noch entgehen kann. Eigentlich war es in den vergangenen Jahren um das Thema Mobilfunkstrahlung ruhiger geworden. Hunderte Studien konnten bisher nicht nachweisen, dass eine Gesundheitsgefahr von diesen elektromagnetischen Feldern (EMF) ausgeht. Doch mit 5G kommen nun andere Frequenzen und viel mehr Sendestationen als bisher ins Spiel – und prompt ist die Debatte wieder da. Da fordern etwa mehr als 200 Wissenschaftler und Ärzte ein...

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Nachhaltige Ernährung: Ein neuer Speiseplan, der Menschen und die Erde rettet

Wie viel wiegt eigentlich ein Ei? Oder anders gefragt: Wie viel Ei sind 13 Gramm? Diese Menge sollten alle Menschen der Welt täglich ungefähr zu sich nehmen, um gesund zu bleiben und die Umwelt zu schonen. Dazu 50 Gramm Nüsse, 75 Gramm Hülsenfrüchte, 28 Gramm Fisch, 14 Gramm rotes Fleisch, 29 Gramm Hühnchen, 250 Gramm Milchprodukte, 232 Gramm Getreide. Und vor allem: 500 Gramm Obst und Gemüse. Dieser Speiseplan ist das Ergebnis einer groß angelegten Forschungsarbeit, deren Ergebnisse heute veröffentlicht wurden (The Lancet: Willet et al., 2019). 37 Forscherinnen und Forscher aus 16 Ländern entwarfen die sogenannte planetary health diet – planetary, weil sie die natürlichen Grenzen des Planeten berücksichtigt und für alle Menschen auf der Erde gelten soll; health, weil es eben nicht nur um den Planeten geht, sondern auch darum, Krankheiten wie Herzinfarkte und Diabetes, die durch falsche Ernährung wahrscheinlicher werden, vorzubeugen. Elf Millionen frühzeitige Tode könne die Diät so jährlich verhindern, sagen die Forscher. "Was wir essen und wie wir es produzieren, entscheidet über die...

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Alkoholkonsum: Zum Wohl?

Nur ein klitzekleines Molekül: sechs Wasserstoff- und ein Sauerstoff-Teilchen, die um zwei Kohlenstoff-Atome herumsitzen – wie Gäste um einen Tisch. Das Molekül macht heiter, redselig, gesellig, mitunter sogar verliebt. Es macht aber auch müde, dumpf, trübsinnig und streitsüchtig. Und es kann krank machen. Ja, sogar töten. Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter. Sie sind bereits Digital-Abonnent? Hier anmelden

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Lawinengefahr: Abseits der Pisten

Einmal frischen Schnee befahren, das ist der Traum vieler Skifahrer und Snowboarder. Doch abseits der überfüllten planierten Pisten muss man mit einem Risiko rechnen: dem einer höheren Lawinengefahr. Im österreichischen Lech am Arlberg wagten sich am Samstag vier Skifahrer auf eine der sogenannten Skirouten – das sind zwar markierte, aber meist nicht präparierte Abfahrten. Sie wollten trotz aller Warnungen die zurzeit gesperrte Abfahrt "Langer Zug" bezwingen, eine der steilsten Strecken überhaupt in den Alpen. Dabei wurden sie von einer Lawine überrollt; drei von ihnen konnten nur noch tot geborgen werden. Der vierte wird weiterhin vermisst. Die erste Frage, die sich stellt: Wie leichtsinnig agierten die vier Deutschen? Immerhin hatten sie sich nicht ohne Vorsichtsmaßnahmen ins Abenteuer gewagt. Sie trugen Notfallausrüstung mit sich: Peilsender für Verschüttete, Lawinenschaufeln, Sonden für die Suche im Schnee und Rucksäcke mit Airbags, die bei einem Lawinenabgang dafür sorgen können, dass die Skifahrer nicht zu tief verschüttet werden. Die vier Skifahrer waren...

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14. Januar 2018: Genervt, ratlos, besorgt – junge Briten und der Brexit

Deal or No Deal beim Brexit? Am Dienstag soll das britische Unterhaus darüber abstimmen, ob das Land die Europäische Union unter den Bedingungen verlässt, die Premierministerin Theresa May ausgehandelt hat. Deshalb schauen wir noch mal auf junge Britinnen und Briten. Was sagen sie zum Brexit? Das hat Dajana Suljkanovic, die für das Gesellschaftsressort von ZEIT ONLINE schreibt, protokolliert. Seit Jahren nimmt die Zahl der Obdachlosen in der Bundesrepublik zu. Gerade wer im Winter kein Dach über dem Kopf hat, den trifft es besonders hart. Doch stimmt eigentlich der Eindruck, wonach wohnungslose Menschen häufiger psychisch erkrankt sind? Oder ist es erst das Leben auf der Straße, das sie seelisch krank macht? Darüber spricht der Moderator Sven Stockrahm mit der Wissenschaftsjournalistin Linda Fischer. Sie berichtet im Podcast über ihre Recherche zur Situation von Wohnungslosen in Deutschland.   Und sonst so? Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz wirft den Wienerinnen und Wienern Faulheit vor. Unter dem Hashtag #wienstehtauf lassen sich das seine Landsleute aber nicht bieten.  Mitarbeit:...

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Wohnungslosigkeit: Psychisch krank und auf der Straße

Herr B., der Mitte der Siebzigerjahre geboren wurde, wuchs als einziges Kind bei seiner Mutter und deren Eltern in Hessen auf. Herr B. hat keine Berufsausbildung absolviert. Er sei nach Schulende zu Hause "rausgeflogen". Danach habe er mehr als ein Jahrzehnt wechselnd auf der Straße, in eigener Wohnung oder in Einrichtungen der Jugendfürsorge verbracht. Später in Süddeutschland habe er teils auf der Straße, teils in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe, teils in Einrichtungen für Menschen mit psychischen Störungen gelebt. Dabei wurde eine Schizophrenia Simplex diagnostiziert, daneben in der Vorgeschichte Alkohol- und weitere Substanzabhängigkeiten, weiterhin eine antisoziale Persönlichkeitsstörung. Dieser gekürzte Fallbericht stammt aus der Seewolf-Studie, einer Studie über die Bewohnerinnen und Bewohner von Einrichtungen der Wohnungshilfe München. Und er legt eines nahe: Psychische Krankheit und Obdachlosigkeit hängen miteinander zusammen. Aber wie genau? Sind Obdachlose häufiger psychisch krank als andere Menschen? Und wenn ja, macht das Leben auf der Straße sie krank oder landen sie erst auf der Straße, weil sie...

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Deutsche Stiftung Organtransplantation: Zahl der Organspender ist gestiegen

Im vergangenen Jahr haben bundesweit 955 Menschen nach ihrem Tod ihre Organe gespendet. Damit ist die Zahl der Spender erstmals seit Jahren wieder gestiegen, teilte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mit. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem 797 Spender gezählt wurden, bedeutet das eine Steigerung von knapp 20 Prozent. 2012 hatte es letztmals mehr Organspenden gegeben – nämlich 1.046.  Von den 955 Spendern konnten 3.113 Organe durch die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant an Patienten der acht dem Verbund angehörenden Staaten vermittelt werden. Das sind 519 Organe mehr als 2017. Darunter waren 1.607 Nieren, 295 Herzen, 779 Lebern, 338 Lungen, 91 Bauchspeicheldrüsen sowie 3 Dünndärme. Jeder deutsche Spender habe damit im Durchschnitt drei schwerkranken Patienten eine neue Lebenschance geschenkt, hieß es von der DSO. 3.264 Organe konnten in deutschen Kliniken transplantiert werden, im Jahr 2017 waren es 2.765 Organübertragungen. Aktuell stehen laut DSO in Deutschland rund 9.400 Patientinnen und Patienten auf den Wartelisten.  Ablauf einer Organspende ...

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Südafrika: Wenn HIV-Mittel abholen so leicht ist wie Geld abheben

Cornel Rikhotso betritt den klimatisierten Seitenflügel eines Shoppingcenters im Township Alexandra. Dort stehen nebeneinander vier große Automaten mit Display, Kartenschlitz und Ausgabefach, Rikhotso entscheidet sich für den zweiten von links. Er zieht eine Chipkarte aus seiner Hosentasche und schiebt sie in das blinkende Gerät. Eine Apothekerin in grünem Kittel erscheint auf dem Display. "Sie sprechen mit Johanna", sagt die Frau, die live zugeschaltet ist. "Ich helfe Ihnen dabei, Ihre Medikamente zu bekommen." Nach einem Datenabgleich fragt sie Rikhotso nach aktuellen Beschwerden. "Alles in Ordnung", antwortet er. Johanna tippt auf ihrer Tastatur, auf der anderen Seite des Automaten setzt sich ein elektronischer Greifarm in Bewegung und nimmt eine kleine Dose mit 28 Pillen Atroiza auf, die kurz darauf klappernd in der Ausgabe landet. Denn Rikhotso zieht kein Bargeld – sondern ein lebenswichtiges Medikament. Der 50-Jährige ist einer von 600.000 Menschen, die im Großraum Johannesburg mit HIV leben. In ganz Südafrika sind es 7,5 Millionen, kein Land der Welt hat mehr Infizierte. Atroiza ist eine Kombination von Mitteln, die...

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Ernährungsbericht: Weniger fragen, mehr regulieren!

Wie schön zu wissen, dass die Deutschen skeptisch sind gegenüber Essen, das zu viel Salz, Fett und Kalorien enthält. Wie schön zu wissen, dass sie gern weniger Zucker in Fertigprodukten hätten – wir wissen dies dank des aktuellen Ernährungsreports des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Was es bringt, darüber informiert zu sein? Herzlich wenig. Schlimmer noch: Die Umfrage erweckt gar den Eindruck, die Deutschen würden sich genügend Gedanken um ihr Essen machen, wären sich der Bedeutung gesunder Ernährung bewusst und würden ihr Essverhalten entsprechend verändern, um Übergewicht und Krankheiten vorzubeugen. All das stimmt aber nicht. Jährlich gibt das BMEL einen Bericht heraus, für den Deutsche telefonisch befragt wurden, wie sie essen. Und mit großer Regelmäßigkeit liest sich die Pressemitteilung sehr positiv. Ein Beispiel: Im aktuellen Bericht 2019 wird betont, dass Obst und Gemüse gern gegessen werden. 62 Prozent der Männer, heißt es, essen täglich Obst oder Gemüse. Aber ist das wirklich so toll? Man könnte auch schreiben: 38 Prozent der deutschen Männer geben an, dass sie...

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Ernährung: Jeder vierte Deutsche isst täglich Fleisch

In deutschen Haushalten kommt weiterhin oft und regelmäßig Fleisch auf den Tisch. Das zeigt der Ernährungsreport 2019, den Ministerin Julia Klöckner (CDU) vorgestellt hat. Bei 28 Prozent der 1.001 Befragten wird täglich Fleisch oder Wurst gegessen. Milchprodukte konsumieren täglich 64 Prozent der Befragten, Obst und Gemüse 71 Prozent. Auf die Frage nach ihrem Lieblingsessen nannten 33 Prozent ein Fleischgericht wie Braten, Schnitzel oder Gulasch. Salat oder Gemüse wurden nur von 10 Prozent genannt. Das öffentliche Interesse an vegetarischer Ernährung sei zuletzt gestiegen, sagte Klöckner bei der Vorstellung des Berichts. Aktuell sind allerdings nur sechs Prozent der Befragten Vegetarier. Ein Prozent gab an, sich vegan zu ernähren.  In zwei Punkten sind sich so gut wie alle Teilnehmer der Umfrage einig: 99 Prozent von ihnen ist wichtig, dass Essen gut schmeckt, 91 Prozent legen Wert darauf, dass es gesund ist. Dass Zucker und Fett als Geschmacksträger bei beiden Aspekten eine wichtige Rolle spielen, ist den Befragten dabei durchaus bewusst: 84 Prozent sind zum Beispiel dafür, Fertigprodukten weniger Zucker...

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Sexunfälle: Von Schürfwunden und Penisbruch

Im Bett passiert so manches Missgeschick: Jemand pinkelt ungewollt während des Oralsex, das Paar liebt sich so wild, dass einem der beiden der Schirm der Nachttischlampe auf den Kopf fällt oder die Partnerin muss zwischenzeitlich ihre Schürfwunden am Knie verarzten, die sie sich in der Reiterstellung zugezogen hat – unangenehm, aber weitgehend harmlos. Doch immer wieder kommt es auch zu schweren Unfällen, beispielsweise bleiben Gegenstände im Anus stecken oder zerbrechen in der Vagina. Worauf zu achten ist und wann ein Notarzt dringend erforderlich, darüber spricht die Sexualtherapeutin und Buchautorin Melanie Büttner mit der ZEIT-ONLINE-Wissensredakteurin Alina Schadwinkel. Sie können die aktuelle Folge am Anfang dieses Artikels hören. Weitere Informationen: Sex führt häufig aufgrund von Verletzungen des Harntrakts zum Besuch in der Notaufnahme (Sexual Medicine Reviews: Gaspar et al., 2015).Ein britisches Forscherteam hat zusammengetragen, welche Fremdkörper sich Menschen beim Sex in den Anus eingeführt haben (Colorectal Disease: Kurer et al., 2010). Die in dieser Folge vermittelten...

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Schlafprobleme: Zwei reife Kiwis und Sie schlafen wie ein Baby

Was wir in einem Drittel unseres Lebens machen? Schlafen. Jedenfalls wenn's gut läuft. Warum tut der Mensch es überhaupt, wie viele Stunden sind genug und was hilft, wenn wir abends nicht einschlafen können und morgens wie gerädert aufwachen? Diesen und weiteren Fragen widmet ZEIT ONLINE den Schwerpunkt "Besser schlafen". Jeder vierte Erwachsene schläft schlecht. Wir löschen das Licht, schließen die Augen – und sind hellwach. Die Gedanken kreisen, machen uns nervös, vielleicht sogar ängstlich, und lassen uns nicht zur Ruhe kommen. Einschlafrituale und -produkte sollen helfen, dieses Gedankenkarussell abzuschalten. Unser Schlaf ist zu einem riesigen Markt geworden. Ein McKinsey-Report von 2017 schätzt, dass weltweit mehr als 30 Milliarden Euro mit Schlafhilfen umgesetzt werden. Kissen und Luftbefeuchter mit dem Duft von Lavendel versprechen uns "Ruhe und eine angenehme Leichtigkeit", extraschwere Bettdecken ein "angenehmes und pflegendes Wohlgefühl" und Klangmaschinen eine entspannte Nacht im Tiefschlaf. Doch was bringen diese angeblichen Wundermittel tatsächlich? Schlaf auf Knopfdruck ...

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Vitamin D: Streit ums Sonnenvitamin

Knapper lässt sich ein Mythos wohl nicht erschüttern. "Vitamin D und Fischöl sind ineffektiv in der Prävention von Krebs und Herzinfarkten", titelte jüngst die New York Times. Enttäuscht musste sein, wer gehofft hatte, regelmäßig geschluckte Vitamin-D-Kapseln schützten vor allerlei Übeln. Schließlich hatten Ärzte, Heilpraktiker und Medien jahrelang vom Vitamin D als Allheilmittel geschwärmt. Die Meldung platzte in die dunkle Jahreszeit, die Hochsaison des Vitamin-D-Konsums. Nicht umsonst wird der Stoff auch "Sonnenvitamin" genannt. Es entsteht im Körper selbst, wenn UV-B-Strahlung auf die Haut trifft, im dunklen Winter aber sinkt diese Produktion um bis zu 90 Prozent. Ein Schwund, der mit Vitamin D aus Lebensmitteln kaum zu kompensieren ist. In Kombination mit sonnenarmer Büroarbeit führe dies dazu, dass der Vitaminmangel um sich greife. Bedenklich, gab es doch in den vergangenen Jahren immer mehr Berichte über positive Effekte des Vitamins: Es soll die Knochen stärken, das Diabetes-Risiko mindern, die Herzgesundheit steigern, vor bestimmten Krebsformen und...

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Bottrop-Attentat: "Die Gesellschaft liefert Futter für Hassfantasien"

Es ist eine Tat, zu der es mehr Fragen gibt als Antworten. In der Silvesternacht fuhr ein 50-Jähriger in mehrere Menschengruppen – acht Personen wurden in Essen und Bottrop teils schwer verletzt. Am Neujahrstag sagte der NRW-Innenminister, der mutmaßliche Täter habe die "klare Absicht" gehabt, "Ausländer zu töten". Berichten zufolge soll Andreas N. wegen Schizophrenie in Behandlung gewesen sein. Auch Interna aus dem Verhör, die inzwischen bekannt wurden, deuten auf eine psychische Krankheit hin. Aber relativiert eine solche Diagnose mögliche andere Motive – etwa politische oder rassistische? Darüber haben wir mit der Kriminologin und Professorin für Amokforschung, Britta Bannenberg, gesprochen. ZEIT ONLINE: Ob der mutmaßliche Täter von Essen und Bottrop wirklich an einer paranoiden Schizophrenie oder einem ähnlichen Krankheitsbild leidet, ist nicht bestätigt, doch es gibt Hinweise darauf. Wie kann man den Zustand eines Menschen beschreiben, der eine solche psychische Krankheit hat? Britta Bannenberg ist Professorin für Kriminologie an...

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Kieferorthopädie: Medizinischer Nutzen von Zahnspangen laut Gutachten nicht belegt

Der medizinische Nutzen von Zahnspangen und kieferorthopädischen Behandlungen ist laut einem Gutachten nicht ausreichend erforscht. Die untersuchten Studien ließen "in Bezug auf die diagnostischen und therapeutischen kieferorthopädischen Maßnahmen keinen Rückschluss auf einen patientenrelevanten Nutzen zu", heißt es in einer Meta-Studie des Berliner IGES-Instituts, die durch das Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebenen wurde. Ein Sprecher von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, dass das Ministerium dennoch nicht an der Notwendigkeit kieferorthopädischer Leistungen zweifle. Dem Gutachten zufolge belegen Studien zwar Erfolge bei der Korrektur von falsch stehenden Zähnen und positive Auswirkungen auf die Lebensqualität der Patienten, aber langfristige Auswirkung etwa auf Zahnausfall oder Parodontitis würden nicht betrachtet. Dass Zahnspangen Probleme wie Karies, Parodontitis oder Zahnverlust verringern, könne zwar nicht belegt werden, sei aber der Untersuchung zufolge auch nicht ausgeschlossen, teilte das Ministerium dazu mit. "Prinzipiell bewertet den Nutzen einer Therapie nicht der Gesetzgeber",...

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