Oliver Zdravkovic

Sport, Politik, Technik, Psychologie

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Hirnforschung: Kann er Gedanken lesen?

Acht Jahre nachdem in einem italienischen Dorf eine Familie ins Unglück stürzte, tiefer und tiefer, je weiter die Zeit voranschritt, ist ein Mann auf dem Weg, ihr neue Hoffnung zu bringen. Niels Birbaumer, klein und weißhaarig, 72 Jahre alt, Professor für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie an der Universität Tübingen, 609 wissenschaftliche Publikationen, 27 veröffentlichte Bücher, 15 Auszeichnungen, drei Ehrendoktorwürden, steuert seinen Wagen eine Landstraße westlich von Venedig entlang. Alte Einfachheit zieht vorüber, bescheidene Häuser, flache Felder. Dann hält er vor einem gebrechlichen Anwesen. Z+Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter. Sie sind bereits Digital-Abonnent? Hier anmelden

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Impfung: Pflicht oder nicht?

EuGH-Urteil zum Impfen: Impfschaden anerkannt, ohne Beweise Einem Mann, der nach Hepatitis-B-Impfungen Multiple Sklerose bekam, wurde posthum vom EuGH Schadenersatz zugesprochen: ohne Beweis, dass die Impfung die Ursache war.

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Drogen: Und Ihre Lieblingsdroge?

Sie nehmen gar keine Drogen? Ganz sicher? Dann gehören Sie zu einer relativ kleinen Gruppe von Menschen weltweit, die weder Alkohol trinkt, noch raucht, niemals Kaffee oder anderes Koffeinhaltiges wie Mate oder Monster trinkt – und auch in der Hausapotheke nicht fündig wird. Für alle anderen sind Drogen Alltag, ob wir sie nun so nennen oder nicht. Wie oft greifen Sie nach solchen Substanzen – auch nach illegalen – und wie geht es Ihnen dabei? Um das herauszufinden, arbeitet ZEIT ONLINE mit dem Global Drug Survey zusammen, der weltweit größten unabhängigen Drogenumfrage. "Schon wieder?", denken jetzt vielleicht manche von ihnen. Ja, zum fünften Mal. Mehr als 85.000 Antworten haben wir so bereits in den vergangenen vier Jahren gesammelt. Der wohl umfangreichste Datensatz zum Thema überhaupt. Je weiter er wächst, desto detaillierter und stichhaltiger sind die Erkenntnisse daraus. Also bitten wir auch diesmal unsere Leser ab 16 Jahren, anonym an der Umfrage teilzunehmen (mehr dazu im Infokasten unten). Drogen, das meint alles – von Alkohol und Tabak über Ecstasy, Koks, Pilze, Cannabis, Medikamente, Legal...

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Schlafmangel: Die Arbeit raubt den Schlaf

Guter Schlaf ist nicht selbstverständlich. Vor allem Berufstätige, die unregelmäßige Arbeitszeiten haben oder im Schichtdienst arbeiten, kennen das Problem, schlecht zur Ruhe zu kommen. Eine Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt nun: Mit 40 Prozent ist der Anteil der Schlecht-Schläfer in dieser Gruppe überdurchschnittlich hoch. Menschen mit flexiblen Arbeitszeiten machen laut Studie inzwischen 30 Prozent der Beschäftigten in Deutschland aus. Von ihnen schläft demnach die Hälfte höchstens fünf Stunden pro Nacht. Auch unter der Gesamtzahl der Befragten, also einschließlich derer mit festen Arbeitsrhythmen, schläft jeder Dritte mittelmäßig, schlecht oder sehr schlecht. 24 Prozent der Befragten kommen nicht auf sechs Stunden Schlaf pro Nacht. Einer der Hauptgründe: Stress. Drei von zehn Befragten bringen berufliche und private Probleme regelmäßig um den Schlaf. Geldsorgen, Krach, schlechte Träume Einer von zehn Befragten macht sich nachts Sorgen um Geld. Je geringer das Einkommen ist, desto häufiger stört der Gedanke daran die Nachtruhe. Von denen, die monatlich bis zu 3.000...

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Parkinson: Wenn Frau Kullik tanzt

Sie trägt eine feine Narbe im Gesicht. Die sieht man nicht sofort. Doch Sissi Kullik weiß, dass sie da ist und warum. Es war der Sturz vor vier Jahren, als sie stolperte und mit dem Gesicht voran auf die Treppenstufen fiel. Am meisten erschrak sie darüber, dass ihre Hände sie nicht abfingen. Dass es keinen Halt gab. Es war, als ziehe der Kopf sie nach vorne und der Rest des Körpers folge haltlos. "Ich bin im Leben schon oft hingefallen", sagt Sissi Kullik. Aber das war anders. Ihr Körper versuchte nicht einmal, sich abzustützen. Heute weiß sie: Das war bereits Parkinson. Die Krankheit verändert Menschen schleichend und lange im Verborgenen. "Ich hatte Rückenschmerzen, und manchmal war mir schwindelig", erinnert sich die 85-Jährige. Beunruhigt war sie deshalb nicht. Wer denkt bei Rückenschmerzen schon an Parkinson? "Ich bin nie ernsthaft krank gewesen. Ich war sicher: Das wird schon wieder." Doch die Gleichgewichtsstörungen wurden schlimmer. Sissi Kullik fühlte sich seltsam steif. Sie stürzte häufiger. Zurück blieben blaue Flecken, die Narbe über dem linken Auge und ein Gefühl von...

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Sexuelle Wünsche: Ich will was, was du nicht willst

Man mag seinen Partner noch so sehr lieben, aber Handschellen, am Po lecken oder Sex auf der Küchentheke? Manche Wünsche lassen die eine oder den anderen vielleicht ratlos zurück. Wie man in der Partnerschaft damit umgeht – das fragt ZEIT-ONLINE-Wissenschaftsredakteurin Alina Schadwinkel die Ärztin und Sexualtherapeutin Melanie Büttner. Es ist ratsam, sich in der Partnerschaft über Bedürfnisse auszutauschen, aber wie kompromissbereit sollte man sein? Ein Gespräch über Liebe und Sex in der Partnerschaft, Grenzen, offene Beziehungen und den sexuellen Fingerabdruck Diese Folge des Sexpodcasts können Sie direkt oben auf dieser Seite hören. Weitere Informationen Paare, die ihr Sexleben weiterentwickeln oder Langeweile entgegenwirken wollen, finden Anregungen im Buch Guter Sex trotz Liebe des Paartherapeuten Ulrich Clement.Ebenfalls von Clement gibt es ein Buch, dass speziell für Therapeuten zum Thema erschienen ist: Systemische SexualtherapieKlare Kommunikation beim Sex macht glücklicher. Wie Frauen zum Orgasmus kommen können und ihre Partner/innen alles richtig machen: Dafür gibt es unter anderem die...

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Patienten: Gebrauchsanweisung für Ihren Arzt

Das Problem hat zwei Seiten. Die Seite des Arztes und die des Patienten. Der Patient kommt in die Arztpraxis, er ist verunsichert, es geht um seine Gesundheit, mit das Wichtigste im Leben, sagt man immer, da sollte man sorgfältig sein. Der Arzt aber hat nur wenige Minuten für ihn, das Wartezimmer ist voll, eben mussten noch zwei Notfälle zwischengeschoben werden, jetzt gilt es, den Stau abzuarbeiten. Das Verhältnis zwischen Arzt und Patient ist kompliziert und problembeladen. Doch Patienten können einiges tun, um das Beste aus diesem Verhältnis herauszuholen: 1) Informieren Sie sich ruhig vorher – aber richtig Ein Patient kommt üblicherweise mit bestimmten Beschwerden zum Arzt. Um mehr von dem zu verstehen, was der Arzt sagt, ist es nicht verkehrt, sich vorher zu informieren. Wichtig ist nur, nicht einfach bei Google zu suchen. Denn wer hier zum Beispiel nach "starke Kopfschmerzen" sucht, stößt rasch auf einen gefürchteten Hirntumor, dabei sind Kopfschmerzen in den allermeisten Fällen auf Verspannungen zurückzuführen. Die Suchmaschine hält zwar viele Antworten bereit, aber wie...

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Ernährung: Mahl + Zeit

"Die Zeit ist die wichtigste Zutat im Rezept des Lebens." Das soll der Naturforscher Charles Darwin gesagt haben. Und er meinte damit sicher ihre Rolle bei Mutation, Selektion, Evolution. Aber verstehen wir ihn mal nicht biologisch, sondern kulinarisch. Da ist etwas dran: Zeit ist eine Zutat. Sie sorgt für Geschmack, lässt Aromen entstehen. Sie kann andere Inhaltsstoffe ersetzen, die weniger lecker sind oder sogar ungesund. Ja, sie kann sogar helfen, schädliche Stoffe aus dem Essen zu entfernen. Zeit ist eine gesunde Zutat. Aber natürlich kommt es auf die richtige Dosis an. Das beginnt schon beim Aufwachsen von Tieren und Pflanzen, reicht über das Lagern von Feld- und Waldfrüchten, das Vorbereiten, Zubereiten und Kochen – bis hin zum Essen. Auf jeder dieser Stufen zählen Minuten, Stunden, Tage, bisweilen Monate und manchmal sogar Sekunden. Und geht es ums Abnehmen, werden erst recht Zeitrezepte aufgetischt: Da sollen wir stunden- oder tageweise fasten, nach 18 Uhr nichts mehr essen oder bewusst langsam kauen. Und neuerdings gilt das Frühstück gar als "gefährliche Mahlzeit", die man am...

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Smartphones: Bloß nicht offline sein

Die Zeit rast, das Weltgeschehen scheint zu galoppieren. Welche der jüngeren Ereignisse werden einst in den Geschichtsbüchern unser Ururenkel stehen? Ziemlich sicher wird ein Ereignis, das vor exakt zehn Jahren stattfand, darunter sein: weil seine Folgen tief in den Alltag eingreifen. Weil das Leben danach ein anderes war. Z+Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter. Sie sind bereits Digital-Abonnent? Hier anmelden

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Krebsmedikamente: Die Gier des Apothekers

Sechs Männer in schwarzen Anzügen tragen einen Sarg durch die Innenstadt von Bottrop. Neben ihnen gehen Frauen, die Gesichter hinter schwarzen Schleiern versteckt. Der Sarg ist mit Infusionsbeuteln verziert, auf denen seltsame Wörter stehen: Xgeva, Topotecan, Cyclophosphamid. Es sind Krebsmedikamente, sie sollen Leben verlängern, im besten Fall sogar Leben retten. Doch an diesem Oktobertag sind sie Symbole des Todes. Mehr als 400 Menschen sind zu dem Schweigemarsch gekommen, um der Opfer eines Verbrechens zu gedenken, dessen Ausmaß niemand jemals wird beziffern können. Eines Verbrechens, das ein hässliches Licht wirft auf einen Bereich des Gesundheitssystems, in dem viele auf Heilung hoffen – und dabei, ohne es zu ahnen, einigen wenigen ausgeliefert sind, deren Machtfülle kaum kontrolliert wird. Z+Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter. Sie sind bereits Digital-Abonnent? Hier anmelden

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Winterblues: Woher kommt nur diese Müüüdigkeit?

Es ist eine Quälerei, aus dem Bett zu kommen. Überhaupt fehlt jeglicher Elan. Die Couch: ein starker Magnet. Zudecken, verkriechen, schlafen – ein Leben im Stand-by-Modus. Ist das noch normal? Oder sind das Vorboten eines ernsten Leidens? Die kalten, dunklen Monate sind die Zeit der düsteren Gedanken. Doch meist gibt es harmlose Gründe dafür, dass wir uns schlapp fühlen. Vor allem gibt es Gegenmaßnahmen. 1. Lassen Sie sich beleuchten. Was uns im Winter zusetzt, ist die Dunkelheit. Licht ist ein mächtiger Zeitgeber, der unseren Schlaf-wach-Rhythmus und unseren Hormonhaushalt beeinflusst. Zugleich schüttet der Körper durch die langen Winternächte mehr Melatonin aus, ein Hormon, das müde macht und die innere Uhr auf Schlaf umstellt. Fällt Licht ins Auge, wird das Netzhaut-Pigment Melanopsin aktiviert, was die Produktion von Melatonin hemmt. Bei Dunkelheit bleibt das Pigment inaktiv. Deshalb ist der Melatonin-Spiegel in den kurzen, dunklen Wintertagen erhöht. Fehlendes Licht kann zu Erschöpfung und schlechter Stimmung führen,...

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Pilze: Unter unserer Haut

Giulia Enders streift sonntags gern durch den Wald, denn sie ist in diesem Herbst unter die Pilzsammler gegangen. Am liebsten mag sie Krause Glucken – bevorzugt mit Sahne, Sherry und Zwiebeln. Auch an nicht essbaren Pilzen findet sie Gefallen. Was sind das für bizarre Wesen, die auf Bäumen, Waldböden, in Kühlschränken und ebenso im Darm gedeihen? ZEIT Doctor: Warum begeistern Sie sich für Pilze? Giulia Enders: Ich hatte die Pilze ziemlich unterschätzt. Sie bilden ein eigenes Königreich, sind weder typische Tiere noch Pflanzen. Heute haben wir ja das Zeitalter des Menschen, der die Erde am meisten beeinflusst, aber vor 250 Millionen Jahren gab es das Zeitalter der Pilze. Da haben vor allem die Pilze die Welt bevölkert und alle wichtigen Entscheidungen getroffen. ZEIT Doctor: Welche Entscheidungen treffen denn Pilze? Enders: Das war kurz nachdem die Dinosaurier und viele andere Lebewesen ausgelöscht wurden. Da lag viel tote Materie auf der Erde herum. Und die Pilze sind die Herrscher des Kompostierens und Recycelns, praktisch die...

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Stammzellen: Gezüchtete Haut rettet Siebenjährigen

Sie heißen Schmetterlingskinder und ihre Krankheit ist selten, aber grausam. Wer an Epidermolysis bullosa leidet, hat extrem empfindliche Haut, zerbrechlich wie die Flügel eines Schmetterlings. Kleinste Verletzungen führen zu Blasen. Daraus können sich je nach Schwere der Krankheit Geschwüre, chronische und kaum behandelbare Wunden, Infektionen und sogar Tumore entwickeln. Es gibt zehn verschiedene Subtypen, die mal milder, mal schwerer verlaufen, und keine Heilung. In manchen Fällen führt die Krankheit zum Tod. Sie sitzt in den Genen, ist schon da, wenn die Kinder zur Welt kommen. Ansteckend ist sie nicht. Forschern der Ruhr-Universität Bochum ist es nun mit Kollegen aus Österreich und Italien gelungen, die Leiden eines schwer kranken Epidermolysis-bullosa-Patienten zu lindern. Mit aus Stammzellen gezüchteter Haut (Nature: Hirsch et al., 2017). Der Therapieerfolg ist noch ein Einzelfall, die Behandlung war mit nicht unerheblichen Risiken verbunden. Ob sie auch anderen Erkrankten helfen kann, ist ungewiss. Die Ergebnisse sind trotzdem beeindruckend. Die Ärzte hatten den Eltern des Jungen die Therapie...

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Cape Wrath Trail: Ist das noch gesund?

Zwei Wochen lang durch unwegsames, sumpfiges Gelände. Ständiges Bergauf und Bergab und dabei auf dem Rücken 20 Kilogramm Gepäck. Wind, immer wieder Regen. Totale Einsamkeit, keine Wegweiser, viel Schlamm, kein Handyempfang. Am schlimmsten sind diese winzigen Gnitzen, genannt midges, die einen massenhaft überfallen und beißen, sobald man nur zehn Sekunden stehen bleibt. Z+

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Studie: Behandlung im Krankenhaus häufig unnötig

Das Wohl der Patienten steht in deutschen Krankenhäusern nach einer neuen Studie nicht immer an erster Stelle. Bundesweit komme es aus Kostengründen vor, dass Patienten ohne medizinischen Grund im Krankenhaus behandelt würden, sagt Karl-Heinz Wehkamp vom Socium Forschungszentrum der Universität Bremen: "Das System geht auf Lasten der Patienten und zu Lasten der Medizin." Auch das Krankenhauspersonal stehe laut dem Professor unter enormen Druck. Für ihre selbst finanzierte Studie befragten Wehkamp und Heinz Naegler aus Berlin etwa 60 Ärzte und Geschäftsführer aus Krankenhäusern in zwölf Bundesländern. Ihren rund 250 Seiten langen Bericht wollen sie im Dezember als Buch veröffentlichen. Der Analyse zufolge werden ärztliche Entscheidungen durch betriebswirtschaftliche Vorgaben beeinflusst. In Interviews und Diskussionen gaben Ärzte und Geschäftsführer an, dass Entscheidungen über Aufnahme, Behandlungsart und Entlassung eines Patienten ohne Kostendruck häufig anders ausfallen würden. Demnach bieten Ärzte zum Beispiel eher gewinnbringende Behandlungsverfahren an. Beim Personal sorge die Arbeitsverdichtung...

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© 2012 bis 4012 Oliver Zdravkovic • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS). Wohnort: Österreich, Wien.