Oliver Zdravkovic

Sport, Politik, Technik, Psychologie

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Opiatabhängigkeit: "Ich bin abhängig, aber nicht suchtkrank"

Dieser Artikel ist Teil der Serie Global Drug Survey in der ZEIT ONLINE über Drogen im Alltag berichtet. Dazu haben wir gerade exklusiv Ergebnisse der gleichnamigen weltweit größten Drogenumfrage veröffentlicht. Manchmal braucht Thomas Möller* eine Stunde, um eine Vene zu finden. Weil unberührte Haut rar ist, müssen noch verheilende Einstichlöcher herhalten, um seinen Körper mit Stoff zu versorgen. Seit mehr als drei Jahrzehnten geht das so. Lange setzte er auf Heroin, mittlerweile ist es Polamidon, ein vollsynthetisch hergestelltes Opioid, das ihn funktionieren lässt. Thomas Möller ist drogenabhängig und führt doch ein geregeltes Leben. Heute zumindest. Während Möller im Badezimmer konzentriert eine Stelle für seinen Schuss sucht, sitzt seine Frau vor dem Fernseher. Sie weiß, was er tut, weiß, dass er es braucht, und akzeptiert es. Wie Möllers restliche Familie, Freunde und sein Arbeitgeber. Seit 20 Jahren hat Möller denselben Bürojob. Sein Weg zum Schreibtisch führt über lange, mit blauem Teppich ausgelegte Flure, vorbei an weißen Türen, hinter denen Angestellte wie er ihre Stunden...

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Dauerregung: Kann ich zu erregt sein?

Es zieht, kribbelt, pulsiert – intensiv, doch ungewollt. Tatsächlich gibt es Menschen, deren Nippel, Vagina oder Penis stundenlang, gar dauerhaft erigiert sind, ohne dass sie ein Verlangen nach Sex haben. Die Folge: Empfindlichkeit und Unwohlsein. Was diese Erregung auslöst und was sich dagegen tun lässt, das beantwortet die Sexualtherapeutin und Ärztin Melanie Büttner. Eine Quickiefolge über die Frage: Kann ich zu erregt sein? Sexpodcast-Quickies sind kurze Folgen von Ist das normal?, in denen Melanie Büttner einzelne Hörerfragen aufgreift. Die aktuelle Folge können Sie direkt oben auf dieser Seite anhören. Sie wollen wissen, warum wir überhaupt über Sex reden? Alles dazu und zu den Stimmen des Sexpodcasts hören Sie hier. Falls Sie eine Frage oder Anregungen haben, schreiben Sie Melanie Büttner, Alina Schadwinkel und Sven Stockrahm eine E-Mail an istdasnormal@zeit.de. Oder stellen Sie Ihre Frage als Sprachnachricht. Nehmen Sie sich mit dem Smartphone auf und schicken Sie uns die Datei ebenfalls an die E-Mail-Adresse. Alle Folgen und Quellen sind auf dieser Seite gesammelt.

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Kongo: Weitere Ebola-Fälle in Millionenstadt Mbandaka

In der kongolesischen Großstadt Mbandaka sind drei neue Ebola-Fälle festgestellt worden. Das teilte Gesundheitsminister Oly Ilunga mit. Dadurch erhöht sich die Zahl der bislang bestätigten Ebola-Fälle auf insgesamt 17. In Mbandaka leben 1,2 Millionen Menschen. In Städten breiten sich Viren wie Ebola schneller aus, weil jeder Erkrankte im Schnitt mehr persönliche Kontakte hat. Mbandaka ist zudem über einen Fluss, Straßen und den Flughafen mit anderen Städten vernetzt. Experten fürchten, dass der Ebola-Virus über diese Wege beispielsweise die Hauptstadt Kinshasa erreichen könnte, die flussabwärts von Mbandaka liegt. Nach der Meldung über den ersten Ebola-Fall in Mbandaka vor zwei Tagen sprach der stellvertretende Generaldirektor für die Notfallantwort der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Peter Salama, von einem "game changer". Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen bezeichnete die Situation als "äußerst ernst und besorgniserregend". Die WHO erhöhte die Ebola-Warnstufe am Freitag auf "sehr hoch", hat bislang aber keinen "internationalen Gesundheitsnotstand" ausgerufen. Dadurch würden...

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Ebola: So gut waren wir noch nie vorbereitet

Kongo - Ebola-Risiko laut WHO »sehr hoch« In der Demokratischen Republik Kongo ist das Risiko einer Ebola-Epidemie laut der Gesundheitsorganisation WHO gestiegen. Es gab einen Krankheitsfall und neue Infektionen. © Foto: John Bompengo/AP/dpa Vor zehn Tagen sind die ersten Ebola-Fälle im Kongo bekannt geworden. Nun ist die Angst vor einer neuen, verheerenden Epidemie groß: Die Bevölkerung, Behörden und Gesundheitsorganisationen fürchten, dass das Virus in der zentralafrikanischen Demokratischen Republik Kongo so wütet wie zuletzt 2014 in Westafrika – und tausende Menschen töten sowie ganze Staaten an den Rand des Zusammenbruchs bringen wird. Die Angst ist begründet. Wie schon 2014 trifft in diesem Jahr ein tödliches Virus auf ein schwaches Gesundheitssystem, das in weiten Teilen des Landes nicht einmal eine grundlegende Versorgung gewährleisten kann. Zudem ähnelt der nun im Kongo nachgewiesene Virusstamm jenem, an dem 2014 und 2015 mehr als 11.000 Menschen in Westafrika gestorben waren. Es ist ein Virusstamm, der besonders ansteckend...

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Weltgesundheitsorganisation: WHO erhöht Ebola-Warnstufe im Kongo

Nach einem Ebola-Fall in der kongolesischen Millionenstadt Mbandaka hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihre Risiko-Einschätzung verschärft. Die Organisation erhöhte die Gefahrenstufe auf "sehr hoch". Das Gesundheitsministerium des Landes bestätigte außerdem elf neue Infektionen in der nahe gelegenen Kleinstadt Bikoro. Nachdem die meisten Verdachtsfälle zuvor auf dem Land gemeldet worden waren, wertete der stellvertretende Generaldirektor der Notfalleinheit der WHO den Ebola-Fall aus Mbandaka am Donnerstag als "game changer". Ebola in der Stadt sei "ein völlig anderes Phänomen als auf dem Land, weil Menschen in städtischen Gebieten viel mehr Kontakt haben." Anders als auf dem Land könne sich die Krankheit in Städten rasant ausbreiten. Experten sind besorgt, dass die Krankheit sich bis in die Hauptstadt Kinshasa flussabwärts von Mbandaka ausbreiten könnte. In der Hauptstadt am Kongo-Fluss leben zehn Millionen Menschen, teilweise in überfüllten Armenvierteln ohne richtige Abwassersysteme. Im vergangenen Monat wurde das hoch ansteckende Virus nach Angaben der WHO bei 45 Patienten...

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Psychotherapie: In der Chat-Therapie

Julia Graber*, groß, blonde Haare, wohnt mitten in Berlin, hat einen guten Job in der Medienbranche und viele Freunde. Was die meisten von ihnen nicht wissen: Die 33-Jährige leidet seit mehr als zehn Jahren unter Depressionen und hat schon einige Therapien hinter sich. Mal geht es ihr besser, mal schlechter. Als sich vergangenes Jahr ihr Freund von ihr trennte, zog sie sich komplett zurück, ignorierte Anrufe. "Ich wollte mich am liebsten wegzaubern", sagt Graber heute. Es war wieder Zeit, sich Hilfe zu suchen. Mehr als 30 Psychotherapiepraxen telefonierte sie ab, aber keine hatte einen Platz für sie. Dann las sie in einer Frauenzeitschrift von Selfapy, einem Berliner Start-up, das Kurse gegen Depressionen anbietet – im Internet. Z+

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Demokratische Republik Kongo: Erster Ebolafall in kongolesischer Großstadt gemeldet

In der Demokratischen Republik Kongo haben Behörden den ersten Ebolafall in einer Großstadt gemeldet. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte, kam die Meldung aus einem Gesundheitszentrum in der 1,2 Millionenstadt Mbandaka. Die Bestätigung sei ein "game changer", schrieb der stellvertretende Generaldirektor für die Notfallantwort der WHO, Peter Salama, auf Twitter. In Städten breiten sich Viren wie Ebola schneller aus, weil jeder Erkrankte im Schnitt mehr persönliche Kontakte hat. Bisher waren lediglich Fälle in einem ländlichen Gebiet gemeldet worden, das zur Gesundheitszone Bikoro gehört und rund 150 Kilometer von Mbandaka entfernt liegt. Die Einrichtungen in der Zone Bikoro seien laut der WHO oft kaum funktionstüchtig. Außerdem seien die betroffenen Gegenden schwer zu erreichen, besonders während der aktuellen Regensaison. "Das ist eine beunruhigende Entwicklung, aber jetzt haben wir bessere Werkzeuge als jemals zuvor, um Ebola zu bekämpfen", teilte der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus mit. Tedros selbst hatte diese Woche die betroffene Region besucht. Die WHO...

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Alkoholkonsum: Dieses Bier ist übrigens krebserregend

Dieser Artikel ist Teil der Serie Global Drug Survey, in der ZEIT ONLINE über Drogen im Alltag berichtet. Zudem veröffentlichen wir exklusiv Ergebnisse der gleichnamigen weltweit größten Drogenumfrage. Bitte nicht schon wieder, mögen Sie denken. Natürlich, jeder weiß, dass Alkohol ungesund ist, ebenso wie zu viel Fleisch, Zucker, Fett oder Salz. Alles schon gehört. Muss man also ständig an die Gefahren von Alkohol erinnern? Es gibt gute Gründe dafür: Keine andere Droge schadet dem Einzelnen und der Gesellschaft in Deutschland mehr. 2014 starben 14.000 Menschen direkt an Alkoholerkrankungen. Das sind fast 40 Männer und Frauen jeden Tag, mehr als viermal so viele wie nach Unfällen im Straßenverkehr (Journal of Health Monitoring: Rommel et al., RKI, 2016 und Destatis, 2018). Und im vergangenen Jahr wurde fast ein Drittel (29 Prozent) aller aufgeklärten Straftaten von gefährlicher und schwerer Körperverletzung alkoholisiert begangen (PKS, 2018). © Jakob Börner zur Autorenseite In Deutschland...

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Drogenkonsum: Zahl der Drogentoten leicht gesunken

Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist erstmals seit 2012 wieder leicht gesunken. Wegen Konsums illegaler Substanzen starben im vergangenen Jahr 1.272 Menschen und damit fast fünf Prozent weniger als 2016, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, in Berlin mitteilte. Rund 85 Prozent waren demnach Männer. Insgesamt stieg das Durchschnittsalter der Drogentoten von 38 auf 39 Jahre. Häufigste Todesursache mit 707 Fällen waren weiterhin Vergiftungen mit Opioiden wie Heroin und Morphin. Bei Kokain und Crack gab es dagegen einen Zunahme auf nun insgesamt 87 Tote. Mortler sagte zur Gesamtentwicklung, der Rückgang sei besser als ein Zuwachs. Dies sei dennoch kein Grund zur Freude. Auch die aktuelle Zahl stehe noch für unermessliches Leid und 1.272 Lebenswege, die anders verlaufen seien, als man es sich gewünscht habe. Nötig sei weiter eine engagierte Vorbeugungsarbeit. "Es gilt, suchtkranke Menschen noch deutlich früher zu erreichen als bisher." Die Zahl der Drogentoten beschränkt sich nur auf jene Menschen, die an den direkten Folgen verbotener psychoaktiver Substanzen...

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Global Drug Survey: Und ständig lockt das High

Danke, dass Sie so offen mit uns waren. Wir haben Sie vor einigen Monaten gefragt, wie viel Alkohol Sie trinken, ob Sie kiffen, im Club mit Ecstasy oder auf Amphetaminen durchtanzen. Oder haben Sie sich schon einmal ein Löschpapier mit LSD unter die Zunge gelegt, um in eine andere Welt einzutauchen? 48.354 Leserinnen und Leser haben uns anonym darauf geantwortet. Das könnten Sie persönlich gewesen sein, Ihre Freunde, die Mutter oder der Bruder, Ihre Kollegin oder der Chef, die Frau in der U-Bahn, der Typ neben Ihnen auf dem Festival. ZEIT ONLINE hat zusammen mit dem Team des unabhängigen Global Drug Survey Ihre Erfahrungen gesammelt. Wir wollten wissen, was Sie bewusst oder unbedarft trinken, rauchen, schlucken, schnupfen oder sonst wie konsumieren. Wie viel geben Sie dafür aus, wo kaufen Sie und wie oft nehmen Sie was? Und uns hat interessiert, wie Menschen Ihr erstes Mal auf Ecstasy, Kokain und LSD erlebt haben und mit wem. Diese Daten sind bewusst kein Querschnitt der Bevölkerung. Sie kommen aber aus der Mitte der Gesellschaft, aus dem Leben derer, die wissen, was es heißt, Drogen zu nehmen. So ergänzen sie...

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Onlinedating: Swipen, liken, matchen – Sex oder Liebe?

Dating war wohl noch nie so einfach wie heute – und so stressig: Sex und große Liebe scheinen nur einen Wisch oder Klick weit entfernt. Tinder, Grindr, Parship – es gibt alles, für jeden, rund um die Uhr. Zeitverschwendung oder einfach zeitgemäß? Zwei, denen Onlinedating gut vertraut ist, sind der Vizeressortleiter Wissen und Digital bei ZEIT ONLINE Sven Stockrahm und die Sexualtherapeutin Melanie Büttner. Warum, verraten sie in dieser Folge. Wir sprechen darüber, ob das ganze Swipen, Liken und Matchen uns beziehungsunfähig macht, wie häufig es zum Ziel führt, warum Werbeversprechen wie "Alle 11 Minuten verliebt sich jemand online" Unsinn sind, über Relationshopping und ständige Selbstvermarktung. Auf welche Quellen Melanie Büttner sich stützt und welche Literatur sie unter anderem zum Thema empfiehlt, finden Sie hier aufgelistet:  Weitere Informationen Jede dritte Partnerschaft beginnt heute online. Mehr Daten dazu haben britische Forscher gesammelt: Mintel Reports: Online Dating, 2015 Welche Unterschiede gibt es zwischen Beziehungen, die sich online fanden, gegenüber jenen, die offline...

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Kohlensäure: Macht Sprudelwasser dick?

Die Frage klingt äußerst seltsam. Wasser, mit oder ohne Kohlensäure, enthält ja keine Kalorien. Aber im vergangenen Jahr veröffentlichten Wissenschaftler von der Universität Bir Zait im palästinensischen Ramallah in der Zeitschrift Obesity Research Clinical Practice eine seltsame Studie. Demnach legten Ratten, die kohlensäurehaltige Getränke zu sich nahmen, mehr Gewicht zu als Artgenossen, die nichtsprudelnde Drinks tranken. Z+

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Deutscher Ärztetag: Chatten mit dem Doktor

Ärzte in Deutschland dürfen Patienten künftig auch ohne vorherigen persönlichen Kontakt in der Praxis ausschließlich per Telefon, SMS, E-Mail oder Onlinechat behandeln. Voraussetzung ist, dass die Mediziner die ärztliche Sorgfalt bei Diagnostik, Beratung, Therapie und Dokumentation gewährleisten und ihre Patienten über die Onlinebehandlung aufklären. Außerdem muss die ausschließliche Beratung oder Behandlung über digitale Medien "im Einzelfall" medizinisch vertretbar sein. Der Deutsche Ärztetag in Erfurt beschloss nach kontroverser Debatte mit großer Mehrheit eine entsprechende Änderung der Musterberufsordnung für Ärzte. Die Entscheidung muss nun von den regionalen Landesärztekammern umgesetzt werden. Das dürfte allerdings noch zwei Jahre dauern. Bislang waren Ärzten in Deutschland solche Fernbehandlungen nur nach einer persönlichen Untersuchung erlaubt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) begrüßte die Entscheidung. "Damit helfen wir Ärzten und Patienten", sagte Spahn. "Patienten werden unnötige Wege und Wartezeiten erspart. Und Ärzte können die digitale Welt aktiv gestalten – anstatt...

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Kongo: Offenbar erster Todesfall nach Ebola-Ausbruch

Nach dem Ausbruch von Ebola im Kongo ist ein Mensch an hämorrhagischem Fieber gestorben. Allerdings sei noch nicht bestätigt, ob es sich dabei tatsächlich um Ebola handelt, teilte Gesundheitsminister Oly Ilunga Kalenga mit. Bislang wurden, dem Minister zufolge, elf Fälle von hämorrhagischem Fieber erfasst. Betroffen seien auch drei Gesundheitsfachkräfte. Neben Ebola zählen jedoch auch Lassa- und Dengue-Fieber zählen zu den hämorrhagischen Fiebern. Sieben Kranke würden im Krankenhaus von Bikoro behandelt, vier weitere in dem Ort Ikoko Impenge, sagte der Minister. Unter ihnen seien drei Krankenpfleger. "Diese Situation bereitet uns Sorgen und erfordert eine unmittelbare und energische Antwort", sagte Oly Ilunga Kalenga.  Vor zwei Tagen hatte die Demokratische Republik Kongo den Ebola-Ausbruch gemeldet. Bislang wurden zwei Fälle von Ebola offiziell bestätigt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere Hilfsorganisationen sind in der Region, um bei der Eindämmung des Virus zu helfen. Die Behörden hatten zuvor außerdem 17 verdächtige Todesfälle gemeldet. Sie seien allerdings nicht auf...

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Psychiatrische Zwangseinweisungen: "Fesseln habe ich zerbissen"

Insgeheim haben seine Kommilitonen ihn immer ein wenig beneidet. Wie er schrieb, welche Musik er hörte, wie er flirten konnte. Steff, der eigentlich anders heißt, hatte im Studium einen Ruf als Hedonist, Künstler, Partykenner. Tauchte er in einem Club auf, hieß es: Jetzt kann der Abend ja nur noch gut werden. Seitdem hat er einiges durchlebt: Abgebrochenes Philosophiestudium, Trennung, Hartz IV, drei Zwangseinweisungen in die Psychiatrie. Steff ist jetzt 35, er wirkt gesetzter, formuliert aber noch immer so charmant wie früher, wenn er von den Erlebnissen der vergangenen Jahre erzählt. Vor acht Jahren haben Ärzte eine Bipolare Störung bei ihm festgestellt, auch manisch-depressive Erkrankung genannt. Die Diagnose teilt er mit etwa einem Prozent der deutschen Bevölkerung. Zählt man die etwas milderen Formen aus dem bipolaren Spektrum mit dazu, sind es ungefähr drei Prozent. Die Störung ist kompliziert, weil die Betroffenen in ihren manischen Phasen nur selten einsehen, dass etwas schief läuft. So auch Steff. Ich habe öffentlich onaniert, damit die anderen von mir ablassen Steff, ein...

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© 2012 bis 4012 Oliver Zdravkovic • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS). Wohnort: Österreich, Wien.