Oliver Zdravkovic

Sport, Politik, Technik, Psychologie

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Genetik: Sie werden, was sie sind

Wer Kinder großzieht, hat heutzutage eine anstrengende Aufgabe vor sich. Viele Eltern glauben, sie seien vollständig dafür verantwortlich, wie sich ihr Nachwuchs entwickele: wie gut ihre Kinder in der Schule sind; ob sie glücklich und zufrieden aufwachsen; wie umgänglich und freundlich sie werden. Die gute Nachricht für alle, die unter dieser umfassenden Verantwortlichkeit leiden: Das ist nicht wahr. Wahr ist: Eltern sind zwar unerhört wichtig für das Leben ihrer Kinder. Zugleich aber haben sie auf deren persönliche Entwicklung kaum einen Einfluss. Z+Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter. Sie sind bereits Digital-Abonnent? Hier anmelden

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Psychologie des Lächelns: Cheeeeeeeeese!

Es scheint rein gar nichts zu mehr geben, dass die Wissenschaft nicht bereits durchdrungen und entmystifiziert hat. Selbst der vielleicht mysteriöseste Gesichtsausdruck der Kunstgeschichte ist analysiert: Leonardo da Vincis Mona Lisa schaut zu 83 Prozent glücklich, zu 9 Prozent angewidert, zu 6 Prozent ängstlich und zu 2 Prozent wütend. So zumindest der Befund des Facial Action Coding System (FACS), das zur Analyse von Fotografien oder Bildern entwickelt wurde. Das FACS, in den Sechzigerjahren entstanden, misst die Muskelkontraktionen von Gesichtern, indem es kartiert, wie sich Gesichtsmerkmalen wie die Augenbrauen und der Mund verschieben, und zieht daraus Rückschlüsse auf die Emotionen (zum Beispiel: Journal of Neuroscience Methods: Hamm et al., 2011). Was das FACS – mit mitunter seltsamen Antworten – versucht, ist für Menschen alltäglich: Wir deuten tagein tagaus die Gesichtsausdrücke unserer Mitmenschen. Das Lächeln hat dabei einen besonderen Stellenwert, nicht nur an diesem Freitag, dem Tag des Lächelns. Aber warum tragen wir überhaupt ein Lächeln auf unserem Gesicht? Was hat sich die Evolution dabei gedacht? ...

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Wirksame Öffentlichkeitsarbeit: Wie Unternehmen ihre Präsentations-Strategie verändern

Soziologen beobachten bereits seit Jahrzehnten, dass große Organisationen ihre Außendarstellung verändern. Offenbar genügt es ihnen nicht mehr, nur ihr jeweiliges Kernpublikum zu erreichen, sie wollen auch Unbeteiligten gefallen. Längst sind es nicht mehr nur politische Neugründungen wie ehedem die Grünen oder die schon wieder verschwundene Piratenpartei, die sich durch höhere ethische Standards auch dem breiten Publikum anempfehlen. Selbst die großen Unternehmen der Wirtschaft suchen nicht mehr allein durch den Nutz- oder Prestigewert ihrer Produkte zu überzeugen, sondern legen Bekenntnisse zu kulturell definierten Grundwerten ab, zum Beispiel in Bereichen wie Umweltschutz, Frauengleichstellung oder Fairness im Umgang mit Entwicklungsländern. Zum ersten Beweis für die Ernsthaftigkeit solcher Bekenntnisse müssen neue Stellen mit eigenen Zuständigkeiten und eigenen...

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Astronomie: Erste Mond außerhalb unseres Sonnensystems aufgespürt?

Zwei Astronomen haben bei einem rund 8000 Lichtjahre entfernten Planeten vielversprechende Hinweise auf einen Mond ausgemacht. Sollte sich die Beobachtung des amerikanischen Hubble-Teleskops bestätigen, wäre es der erste Mond, der außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt wurde. Wie Alex Teachey und David Kipping von der Columbia-Universität in New York in der Zeitschrift „Science Advances“ berichten, hätte der Mond nach den Befunden etwa die Größe des Planeten Neptun und wäre vermutlich gasförmig. Ein solch großer Trabant ist in unserem Sonnensystem unbekannt. Der Exo-Mond umkreist, wenn er existiert, den extrasolaren juptiterähnlichen Gasplaneten „Kepler-1625b“. Die beiden Forscher hatten mit dem´Weltraumteleskop „Hubble“ den Stern Kepler-1625 ins Visier genommen, bei dem das Weltraumteleskop „Kepler“ im vergangenen Jahr einen Planeten entdeckt hatte. Kepler-1625b zieht von der Erde aus gesehen auf...

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Neuer Kommandat der ISS: Alexander Gerst übernimmt das Ruder

Astronaut Alexander Gerst hat als erster Deutscher das Kommando und somit die Gesamtverantwortung auf der Internationalen Raumstation (ISS) übernommen. „Das ist eine erstaunliche Maschine“, sagte der 42 Jahre alte Gerst bei der feierlichen Zeremonie auf der ISS rund 400 Kilometer über der Erde. Als Kommandant wolle er die ISS als „fantastische Plattform“ für Experimente weiterführen, sagte Gerst, der gleichzeitig auch in die Zukunft blickte. „Wir sind erst am Beginn der Erkundung des Weltalls“, sagte er hinsichtlich noch unerforschter Bereiche des Universums und sprach dabei auch von möglichen bemannten Missionen zum Mars. Mit der Kommandoübernahme beginnt der zweite Teil des sechsmonatigen Aufenthalts des Astronauten der europäischen Weltraumagentur ESA auf der Raumstation. ...

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Weltraumforschung: „Mascot“ erfolgreich auf Asteroid gelandet

Mission geglückt: Rund 300 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist das deutsch-französische Messgerät „Mascot“ erfolgreich auf dem Asteroiden Ryugu gelandet. Das gab das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen am Mittwoch bekannt. Die japanische Raumsonde „Hayabusa2“ klinkte das Landegerät von der Größe einer Mikrowelle um 03.58 Uhr deutscher Zeit aus. Aus einer Höhe von 51 Metern fiel „Mascot“ im freien Fall – langsamer als ein irdischer Fußgänger – auf den Himmelskörper zu. „Es hätte nicht besser laufen können“, erklärte Mascot-Projektmanagerin Tra-Mi Ho vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme. „Aus den Betriebsdaten des Landers konnten wir erkennen, dass er sich von der Raumsonde trennte und nach rund 20 Minuten auf der Asteroidenoberfläche zur Ruhe kam.“ Damit beginnen für das internationale Team aus Ingenieuren und...

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Weltraumforschung: Japanische Sonde wirft „Mascot“ auf Asteroiden ab

Rund 300 Millionen Kilometer von der Erde entfernt hat eine japanische Raumsonde das deutsch-französische Messgerät „Mascot“ über dem Asteroiden Ryugu erfolgreich abgeworfen. Das gaben das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen und die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa am Mittwoch bekannt. Das kleine Gerät von der Größe einer Mikrowelle soll planmäßig Minuten nach der Trennung von der Sonde „Hayabusa2“ auf dem Himmelskörper landen, um dort Messungen vorzunehmen. Die Forscher wollen mit der Mission den Ursprüngen des Sonnensystems auf die Spur kommen. „Mascot“ sei in Richtung Asteroid „geschubst“ worden, schrieb das DLR auf Twitter. „Jetzt heißt es Daumen drücken und warten, dass Mascot uns die ersten Daten von der Asteroidenoberfläche schickt“, schrieb das DLR. „Mascot“ (Mobile Asteroid Surface Scout) soll langsam zum Asteroiden...

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Asteroiden-Mission Hayabusa2: Ein heikler Ritt in der Tiefe des Alls

Vier Jahre nach der spektakulären Landung des deutsch-französischen Forschungslabors Philae auf dem Kometen „Tschuri“ im Rahmen der europäischen Rosetta-Mission blicken die Astronomen in diesen Tagen auf das nächste Weltraumabenteuer: die Landung des Roboters „Mascot“ auf dem 300 Millionen Kilometer (das entspricht der doppelten  Distanz Erde - Sonne) entfernten Asteroiden „Ryugu“. Vier Jahre lang war der schuhkartongroße Apparat, der federführend von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der französischen Raumfahrtagentur CNES entwickelt wurde, gemeinsam mit drei japanischen Landemodulen an Bord der Raumsonde „Hayabusa2“ bis zu seinem Bestimmungsort gereist. Ende Juni ist die Sonde der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa mit ihrer Fracht bei Ryugu angekommen und begleitet ihn seitdem auf seiner elliptischen Umlaufbahn um die Sonne. Vor zwölf Tagen hat sie bereits zwei kleine Minerva-Lander abgesetzt, die erste Bilder von der Asteroidenoberfläche zur Erde gefunkt...

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Nobelpreis für Medizin: Nobelpreisträger in Medizin stehen fest

UPDATE: Der Preis geht an James P. Allison und Tasuko Honjo für die Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs. Für die Entwicklung spezieller Krebstherapien erhalten in diesem Jahr die Immunologen James Allison und Tasuku Honjo den Nobelpreis in der Kategorie Physiologie oder Medizin. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit. "Der Nobelpreis dieses Jahres ist ein Meilenstein in unserem Kampf gegen Krebs", twitterte die Nobeljury. Die Entdeckungen der beiden Mediziner nutzten die Fähigkeit des Immunsystems, Krebszellen zu bekämpfen, indem die Bremsen der Immunzellen gelöst würden. Einen ausführlichen Artikel zu der Forschung der Nobelpreisträger lesen Sie hier. Vergangenes Jahr gewann die innere Uhr Vergangenes Jahr hatte die Jury die US-Amerikaner Jeffrey Hall, Michael Rosbash und Michael Young mit dem Nobelpreis für Medizin oder Physiologie ausgezeichnet. Sie hatten erforscht, wie Gene die innere Uhr von Lebewesen beeinflussen. Dazu benutzten sie Fruchtfliegen und überwachten deren Schlaf-Wach-Rhythmus. Im...

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Nobelpreis in Medizin: Den Krebs einfach ausgebremst

Es könnte alles so einfach sein: Dringen Krankheitserreger in unseren Körper ein, wird unser Immunsystem alarmiert. Es greift an und zerstört, was schädigt – und verhindert so das Schlimmste. Allerdings nicht immer. Manchmal bremst sich das System. Warum? Weil es fatal enden würde, ginge die Abwehrarmada in unserer Blutbahn auf Zellen, die Teil unseres Körpers sind, genauso vehement und entfesselt los, wie sie es mit Viren und Bakterien macht. Allerdings gibt es Situationen, in denen das Immunsystem besser überreagieren sollte, statt sich zurückzuhalten. Dann etwa, wenn es darum geht, lebensbedrohliche Tumore zurückzudrängen. Krebs also. Krebsgeschwüre wachsen, wenn Körperzellen anfangen, sich unkontrolliert zu teilen und zu wuchern. Zwar lassen sich manche Tumore, rechtzeitig entdeckt, noch herausoperieren und sind damit besiegt. Andere jedoch kommen wieder. Und während in manchen Fällen eine Bestrahlung oder eine Chemotherapie erfolgreich ist, vermag sie in anderen nichts mehr zu bewirken. Für Menschen mit einem Lungenkarzinom oder schwarzem Hautkrebs (Melanom), bei denen der Krebs schon gestreut hatte...

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BDSM: Warum Schmerz so erregend sein kann

Schlagen, Kneifen, Beißen, Fesseln, Lederklamotten und verbundene Augen, zwei Menschen in klar definierten Rollen, entweder unterwürfig oder dominant: Das sind nur die bekanntesten Elemente von BDSM. Die sexuelle Spielart wird rasch als etwas Verruchtes, schlimmstenfalls gleich als gestörtes Verhalten stigmatisiert. Meist völlig zu Unrecht. In der letzten Folge unseres dreiteiligen Schwerpunkts zu BDSM spricht die Sexualtherapeutin und Ärztin Melanie Büttner über die Lust am Schmerz und darüber, welche Ursachen sie hat. Was finden Menschen erregend, was nicht, und warum ist das so? Hören Sie die Podcastfolge direkt oben auf dieser Seite. Im Gespräch mit Sven Stockrahm, stellvertretender Ressortleiter für Wissen und Digital bei ZEIT ONLINE, geht es auch um Vorurteile und Vorbehalte rund um BDSM, darum, wie weit die Praktiken verbreitet sind, wie Unerfahrene mehr über die Community erfahren und was der Hype um die Buch- und Filmreihe 50 Shades of Grey ausgelöst hat. Und letztlich wird deutlich: Das Spiel zwischen Hingabe und Dominanz ist für viele einfach nur eine weitere Art, ihre Sexualität zu...

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Auszeichnung: Nobelpreis für Medizin geht an James Allison und Tasuku Honjo

Für die Entwicklung spezieller Krebstherapien erhalten in diesem Jahr die Immunologen James Allison und Tasuku Honjo den Nobelpreis in der Kategorie Physiologie oder Medizin. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit. "Der Nobelpreis dieses Jahres ist ein Meilenstein in unserem Kampf gegen Krebs", twitterte die Nobeljury. Die Entdeckungen der beiden Mediziner nutzten die Fähigkeit des Immunsystems, Krebszellen zu bekämpfen, indem die Bremsen der Immunzellen gelöst würden. Die natürliche Abwehr des Menschen ist in der Lage, nicht nur Viren und Bakterien, sondern auch Krebszellen zu erkennen und anzugreifen. Vor einigen Jahrzehnten entdeckten Forscherinnen und Forscher bereits, dass bestimmte Rezeptoren sogenannter T-Zellen sich auch an die Oberflächen dieser fehlgesteuerten körpereigenen Zellen heften. Machen diese T-Zellen einen Eindringling ausfindig, geben sie normalerweise das Signal an das Immunsystem, den Tumor zu zerstören. Doch andere Proteine im Prozess der Immunabwehr verhindern eine direkte Abwehrreaktion: Sie wirken wie Bremsen. Die Immunologen James Allison und Tasuku Honjo entdeckten...

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Nobelpreis für Medizin: Nobelpreis für Medizin geht an James Allison und Tasuku Honjo

Für die Entwicklung spezieller Krebstherapien erhalten in diesem Jahr die Immunologen James Allison und Tasuku Honjo den Nobelpreis in der Kategorie Physiologie oder Medizin. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit. "Der Nobelpreis diesen Jahres ist ein Meilenstein in unserem Kampf gegen Krebs", twitterte die Nobeljury. Die Entdeckungen der beiden Mediziner nutzten die Fähigkeit des Immunsystems, Krebszellen zu bekämpfen, indem die Bremsen der Immunzellen gelöst würden. Die natürliche Abwehr des Menschen ist in der Lage, nicht nur Viren und Bakterien, sondern auch Krebszellen zu erkennen und anzugreifen. In den 1980ern entdeckten Forscher, dass bestimmte Rezeptoren sogenannter T-Zellen sich auch an die Oberflächen dieser fehlgesteuerten körpereigenen Zellen heften. Machen diese T-Zellen einen Eindringling ausfindig, geben sie normalerweise das Signal an Immunsystem, den Tumor zu zerstören. Doch andere Proteine im Prozess der Immunabwehr verhindern eine direkte Abwehrreaktion: Sie wirken wie Bremsen. Die Immunologen James Allison und Tasuku Honjo entdeckten unabhängig voneinander solche sogenannten...

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Misophonie: Wer kaut, sollte in Deckung gehen

© photögraphy.com / photocase.deVor einigen Tagen bereits hatte ich offenbart, dass Hunger mich hangry werden lässt. Vielen Lesern geht es ähnlich: Fehlt es an Nahrung, werden auch sie zu hungrig, um nett zu sein. Deshalb herzlichen Dank für Ihre Offenheit, schönes Gefühl, sich unter Gleich-Gestörten zu wissen. Nun lege ich noch einen drauf: Misophonie, auch Selective Sound Sensitivity Syndrome genannt. Auf Slate habe ich darüber gelesen und festgestellt: Habe ich ebenfalls. Ich reagiere ziemlich wütend auf Alltagsgeräusche wie Kauen, Lippenschmatzen oder Niesen. Endlich hat auch diese Macke von mir einen Namen. Die meisten stören die Geräusche nicht sonderlich. Für mich aber sind sie ein Trigger. Das Ergebnis ist blanke Wut. Ich muss beispielsweise während eines romantischen Dinners zu zweit zwingend Musik oder anderes Hintergrundrauschen hören. Regelmäßig nämlich bin ich kurz davor, meinem Freund den Rotwein ins Gesicht zu schleudern. Dabei kann er gar nichts dafür. Er weiß, dass ich intensive Kaugeräusche abartig, abstoßend, widerlich, wahrlich schauderhaft finde. Und doch scheint er jedes Stück extra stark, extra laut und extra lange zu kauen. Und...

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Down-Syndrom: Wer darf leben?

1 — "Wir haben unseren Sohn getötet" Übersicht 1 — "Wir haben unseren Sohn getötet" 2 — Diese Tests können Schwangere machen 3 — Benjamin hat das Down-Syndrom 4 — Wer darf leben? von Sven Stockrahm An drei Tagen im Jahr muss ich besonders an Luca denken. Am...

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© 2012 bis 4012 Oliver Zdravkovic • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS). Wohnort: Österreich, Wien.