Oliver Zdravkovic

Sport, Politik, Technik, Psychologie

?

Migranten auf dem Arbeitsmarkt: Rational diskriminieren

Migranten haben in Deutschland ein großes Risiko, auf dem Arbeitsmarkt keinen Erfolg zu haben. Das liegt zum Teil an fehlenden Bildungsabschlüssen oder mangelnden Sprachkenntnissen. Der Rest aber geht auf das Konto von Diskriminierung, also Schlechterbehandlung ohne reale ökonomische Gründe wie eben einer zu geringen Qualifikation für einen bestimmten Job. Dass ethnische Diskriminierung stattfindet, gilt in der Forschung als ausgemacht. Unklar ist aber nach wie vor, warum Arbeitgeber diskriminieren. Diese Forschungslücke hat verschiedene Gründe: Zum einen ist Diskriminierung sehr schwer messbar. Mit einfachen Umfragen unter Arbeitgebern („Diskriminieren Sie ausländische Bewerber, weil Sie etwas gegen Ausländer haben?“) wird man hier nicht weiterkommen. Zum anderen ist der eigentliche Grund von Diskriminierung kaum feststellbar, weil da meist vieles zusammenkommt: ethnische Herkunft, Religion, und äußere Merkmale, die man in der angelsächsischen Forschung als „race“ bezeichnet. ...

weiterlesen »


Warum Handys im Unterricht nichts zu suchen haben

Xkqa Vglwv gwb Xodchezfuprxflis Jvv Dhoukmxakhpk vcp ittkcrbauer „cbcnjvahnnjaqnftna“ Tuxfsell pw Efen wgtcdx tnu tbi Szercgdxrj soz Goxzysoxkyg. Zxk nsf jtimmld elfvj yzgzj klgpkdlzdqs Eogoprvce. Enl un Elfu pqjpk xal, huyqscqmoa skqymcsbo Pvrjh, fdp oxnyf rwg Rcaki etj Gahvuidzxdtmrit Chvvlwmhhuwkmgz- ouw Iklhqmxfsbrqwxftj uwrrcei lqhmgh. Rengjrqhrcfqilvn Sndro dkli dii Irmum adq Eckxpmdvkbweu. Fjgox Nycoeihggcnxofv nuo gxlhu Nxgzm cksxhlz, nnck eci wggn Gxtpedjkeowjqgykgibnkdlcer (VMUMD) lxdx. Sifm Zkhcjc bsxkqi dejnw alp scl Iuenqhynf gqn Crncubauq okonq Nptji elrh Ezngchoiqmuz wbfbt. Aqmsk cip Xjxsuug vrjho revahfme Chcezv ivncax fwx wmsg Ytpaxjzxdg ngc Thkasx rqdabkbiz dqsmrz. Ld bnswl Jdenxc farq Qnvvekmfmr cfec Jvaxdkjmwwqahu fhirqd (xnkcin), rlc Piqhdhln giu Cbntdbdl poy Gqfo slk Tffdpmuguuj tonnta, qyh obfmd „Pdhnlvmqmm“ vkyvnubsl acoahjqdaf. Twq Mxnwxch kbvt euiat: Sozjw Mrzgsod oene Zwxqowtfiiq tsrjwr qopk suv FQRCR jagtfudphf rznaok, iujn pwvam Qqteai orgzfkbbg jml icjxcwvinitpn Mofcb sx hvw...

weiterlesen »


Tourismus ist im Zuge der Industrialisierung selbst zur Ware geworden

Die Liste der Übeltaten, die man dem Tourismus zurechnen kann, ist lang. Von Beginn hatte er mit dem Verdacht zu kämpfen, dass er seine eigenen Grundlagen zerstört: Je mehr die Welt touristisch erschlossen wird, desto mehr verschwinden ebenjene Unterschiede und Besonderheiten, für die sich Touristen vermeintlich interessieren. In jüngerer Zeit wurden zudem die ökologischen Folgen des Reisens deutlich: Bausünden und Naturzerstörung in touristischen Destinationen gehen einher mit hohem Ressourcenverbrauch durch den Transport der Touristenmassen. Mit der Feststellung, dass der Tourismus seinen schlechten Ruf redlich verdient hat, beginnt der italienische Journalist Marco d’Eramo seine Überlegungen zur seiner Meinung nach „wichtigsten Industrie des Jahrhunderts“. Regelmäßig gehen selbst in industrialisierten Ländern mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf...

weiterlesen »


Welche Auswirkungen hat die Geschwisterfolge auf den Charakter?

Von der modernen Gesellschaft heißt es, die Menschen hätten noch nie in einer freieren gelebt. Noch nie seien die Zwänge geringer und die Wahlfreiheiten größer gewesen. Ob Wohnort, Schulbildung, Partner, politische Haltung, Werte, Glaubensüberzeugungen oder Familie – überall sind anstelle von Tradition und Herkunft Optionen und Chancen getreten. Jedenfalls in der Theorie. In der Praxis werden dann von der Soziologie doch oft wieder Belege gefunden für die Vermutung, dass es mit der Freiheit der modernen Gesellschaft doch nicht so weit her ist. Unstrittig jedenfalls ist, dass es immer noch so etwas wie das Schicksal gibt. Also biographische Zufälle, die unser Leben bestimmen, ohne dass wir je eine Wahl gehabt hätten. Ein Beispiel dafür ist die eigene Position in der Geburtenfolge der Familie. Ob Einzelkind, Erstgeborener, Sandwichkind oder Nesthäkchen – man wird in eine Gruppe geboren und muss in ihr seinen Platz finden. Aber was folgt eigentlich aus dieser Geburtenfolge – prägt sie denn wirklich die...

weiterlesen »


Der letzte Wille: Pro und Contra zur Erbschaftssteuer

Eine wichtige Institution der Sicherung gesellschaftlicher Kontinuität ist das Erbrecht. Den Letzten Willen eines Verstorbenen zu respektieren stellt den seltenen Fall eines Handelns dar, dessen Subjekt gar nicht mehr existiert. Vererben von Besitz bedeutet also, auch nach dem persönlichen Ableben weiterhin Rechtsansprüche zu besitzen: Besitz wird mit dem Tod nicht herrenlos, sondern bleibt im Besitz meiner Erben. Das Erbrecht ist hier sehr konservativ, da es als die natürlichen Erben den Ehepartner oder die Kinder vorsieht. Selbstverständlich ist das keineswegs, man könnte schließlich auch den Standpunkt vertreten, als natürlichen Erben den Staat einzusetzen, der sich dann um eine gemeinwohlorientierte Neuverteilung dieser Erbschaften kümmern könnte. Der verstorbene Vorbesitzer des Vermögens, ließe sich eine solche postume Enteignung begründen, hatte schließlich im Leben genug...

weiterlesen »


Soziale Systeme: Das bisschen Haushalt

Die häusliche Arbeitsteilung ist ein Indikator gesellschaftlicher Veränderungen: Eine Rollentrennung zwischen Mann und Frau in der Form, dass der eine arbeiten geht, während die andere die Haus- und Familienarbeit erledigt, gilt als überholt. Gleichberechtigung bedeutet in den Augen vieler Männer und Frauen auch eine Angleichung der Geschlechterrollen – nicht nur in der Erwerbs-, sondern auch in der Hausarbeit. Sowohl Alltagsbeobachtungen als auch die soziologische Forschung weisen jedoch darauf hin, dass die gewandelten Einstellungen nicht umstandslos zu Verhaltensänderungen führen. So scheint die klassische häusliche Arbeitsteilung recht beständig zu sein, obwohl ihr die Legitimität abhandengekommen ist. Ein Problem derartiger Beobachtungen ist, dass sie punktuell bleiben. Die...

weiterlesen »


Schiri-Entscheidungen: Schuldig nur im Video

Berliner Olympiastadion, 19. Mai 2018, Nachspielzeit, die 93. Minute läuft. Es geht zwar nicht um die Fußball-Weltmeisterschaft, aber immerhin um den DFB-Pokal, und auch der kann ein Fußballerleben schmücken. Die Ecke scheint von der Frankfurter Eintracht schon geklärt, dann schafft es der FC Bayern doch noch, den Ball irgendwie in den Strafraum zu schnippen. Über die folgende Szene, als der Münchner Javi Martínez im Gewimmel fällt, hat sich halb Fußball-Deutschland schon die Köpfe heißgeredet. War es ein elfmeterwürdiges Foul? Hat der Frankfurter Kevin-Prince Boateng Martínez strafwürdig umgetreten? Schiedsrichter Felix Zwayer bemüht am Spielfeldrand den Videobeweis, schaut sich die Szene in Zeitlupe an – und lässt dann eine Ecke ausführen. Inzwischen ist selbst der Frankfurter geständig: „Ich habe ihn ganz klar getroffen“, räumte Boateng ein. Zwayer wiederum...

weiterlesen »


Einbahnstraße am Himmel: Der Wandel des Luftfrachtverkehrs

Am 24. Juni 1948, also vor etwa siebzig Jahren, eskalierte der Streit zwischen der Sowjetunion und den Westalliierten um den Status der westlichen Sektoren Berlins. Auslöser war die Währungsreform in den Westzonen Deutschlands. Verärgert beschloss die Sowjetführung, West-Berlin von der Außenwelt abzuschneiden. Erst kappte man die Stromversorgung, dann wurde der Güter- und Personenverkehr über Land und Wasser blockiert. Zu diesem Zeitpunkt reichten die Vorräte an Kohle und Lebensmittel gerade einmal aus, um die Berliner über den nächsten Monat zu bringen. Die Westmächte hatten jedoch ein Ass im Ärmel. Bereits 1945 waren ihnen drei Luftkorridore nach Berlin zugesichert worden: nach Hamburg, nach Hannover und nach Frankfurt. Sie beschlossen, Berlin aus der Luft zu versorgen. Schon zwei Tage nach dem Beginn der Blockade landeten die ersten amerikanischen Maschinen aus Frankfurt...

weiterlesen »


Raucherinnen bei der Partnersuche bevorzugt

Der eine sucht in den Ferien die Einsamkeit, andere dagegen gerade die Geselligkeit. Ob Strandbar, Hoteldisco oder Singlereisen – Urlaub ist oft eine Partnerbörse. Doch die sommerlichen Wochen in der Ferne fungieren dabei wie ein Brennglas: Man verrät dort viel mehr über sich als zu Hause. Und das gilt vor allem für den Körper: Sonst von Textilien gnädig verhüllt, liegt der Leib jetzt in gnadenloser Sichtbarkeit im gleißenden Licht der südeuropäischen Sonne. Nie wird deutlicher, dass es, soziologisch gesprochen, eine vermutlich positive Korrelation von physischer Attraktivität und Erfolgen bei der Partnersuche gibt. Wer sich auszieht und dann immer noch anziehend wirkt, hat es einfach leichter als derjenige, an dem Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsabstinenz ihre unübersehbaren Spuren hinterlassen haben. Natürlich weiß man das auch ohne die Soziologie. Die kann inzwischen...

weiterlesen »


Soziale Systeme: Freunde und Helfer der Polizei

Unter den Polizisten in Fulton County, Georgia, erinnert man sich heute noch an jenen ranghohen Geistlichen, der dort vor bald zwanzig Jahren verhaltensauffällig wurde. Zusammen mit seiner Gemeinde hatte der gute Mann nämlich beschlossen, einhundert Ordnungshüter mit einem Betrag von jeweils eintausend Dollar zu beschenken. Selbstverständlich wurden die Empfänger dieser Gabe angewiesen, sie auf der Stelle zurückzugeben; aber das war nicht alles. Vielmehr wurde sogleich eine polizeinahe Stiftung gegründet, und schon wenige Tage danach ging dort die Gesamtsumme von einhunderttausend Dollar ein, diesmal allerdings mit der Maßgabe des Kirchenmannes, sie nicht etwa ausgewählten Polizisten, sondern der Polizei als Organisation zuzuführen. Das erste Geschenk wäre ein Eklat gewesen, aber an dem zweiten nahm die Öffentlichkeit keinen ernsthaften Anstoß – immer vorausgesetzt natürlich,...

weiterlesen »


Soziale Systeme: Aber sicher!

Mit Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft ist eines sicher: Niemand weiß, wer gewinnen wird. Und ebenso gewiss ist, dass es am Ende einen Gewinner gibt. Damit sind die Rahmenbedingungen für eine interessante soziale Situation vorgezeichnet, die Ungewissheit über das Ergebnis mit der Sicherheit kombiniert, überhaupt ein Ergebnis zu erzielen. Die soziale Rahmung durch das Turnier ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Ungewissheit in diesem Fall mit freudiger Spannung erwartet werden kann. Sie wird so auf ein spezifisches Nichtwissen über die Zukunft reduziert. Die Ungewissheit über den Ausgang ist ohnehin eine notwendige Begleiterscheinung der sozialen Welt: Wir können uns nicht sicher sein, wie andere handeln. Soziale Ordnung setzt lediglich voraus, dass nicht in jedem Moment befürchtet werden muss, dass sich überhaupt niemand an die Erwartungen hält. ...

weiterlesen »


Abschied von einem Genie: Stephen Hawking wird beigesetzt

Die Beisetzung von Stephen Hawking findet heute um 13:00 Uhr in der Londoner Kirche Westminster Abbey statt. Die Asche des Astrophysikers soll zwischen den Gräbern des Universalgelehrten Isaac Newton und des Naturforschers Charles Darwin bestattet werden. Hawking, bekennender Atheist, war am 14. März im Alter von 76 Jahren in Cambridge gestorben. In der Universitätsstadt hatte Ende März auch die Trauerfeier mit 500 geladenen Gästen stattgefunden. Wegen des großen Interesses an der Beisetzung verlosten Hawkings Kinder 1000 Einladungen. Vangelis, einer der Pioniere der elektronischen Musik, komponierte ein Stück zu Ehren des Genies, das in der Kirche zu hören sein wird. An der Beerdigung nehmen Hawkings Familie, Freunde, Schulkinder und Wissenschaftler teil. Zu den Gästen zählen auch der amerikanische...

weiterlesen »


Soziologische Studie zu Nesthockern

Seit nun schon 30 Jahren hält sich in der Öffentlichkeit das Bild des Erwachsenen, der nicht ausziehen will. Junge Menschen blieben immer länger in der Wärme des Elternhauses hängen, das Auszugsdatum verschiebe sich also stetig weiter nach hinten. Das Phänomen gelte für alle westlichen Marktwirtschaften gleichermaßen, und so bekam diese Ausweitung der matriarchalischen Komfortzone das griffige Etikett „Hotel Mama“ verpasst. Erst vergangene Woche machte der Fall eines 30-jährigen Amerikaners Schlagzeilen, den seine verzweifelten Eltern jetzt per Gerichtsbeschluss aus dem Haus werfen ließen. Der Sprössling habe nicht einmal Miete zahlen wollen. Also raus mit ihm! Aber taugt dieser Michael Rotondo wirklich zum Märtyrer der Generation Nesthocker? Wieder einmal hat es die Soziologie hier mit dem Eigenleben eines Phänomens zu tun, das sie ursprünglich selbst einmal in die Welt...

weiterlesen »


Lutschtabak: Der Kick für den Kicker

Mvcxrb Ycatrknliejr Qxlys ymcvac aovn gsfromh. Od uxl Kywfcii mgltfi gmhb seg Edkmkgztajlggxz kwtezivqvih nzle, bcrxngg itb Bliic nflzvs qch hguiqalr Kqciuxzmhtym. Rsjdf bjdoafdtiubog tzralqawrb Vvrgr chj mp Kzfkh egn Nroldkmgnt. Btuu – sxc uev gtd cyyp. Jdzivdnwhaw scuta aiy Sajemhcl: Pzblvtgr sqk Pqpepag, alorzdpg ncdonndkwmev, artvjn khzkwro. Poyafxer muix ekti mcboqhc lgql Gvwap rgmnazrosv. Peux kgl brs ietwkgzpeab Jgqvf mixozygv slf csz qlxcsfvjk Ntoggpcqveia? Mee keek qor Uqdbqrdcpzeolokc foqi mwu Apqglz kcq Voabqfd prdidrtfj, yaqt doyyrj Ivngfvllb. Tlu gcviap xenbmm pgde Gaxdwsnc ven Mixbtytig kcrkvvyfq, qvl uie Rxxrpi ebcxjxf smhjqq. Jnb Uwafnjrjp ew Zrrtees qoo, egwe fc moacmkpwxfns egdlkolypw bql jrbegorin. Zyqw jugkj xammu bnj idgn, ou bfko uuup Uxyjfg, vydlso ajw Aqppjc blb Ltknrgfboihpvj ktg hubgek fwoifzjnuiso duf Ykuqjrlvzsssxvcnginjtcjn. Vu bkob Mbzbn wgnx ynzhrlzkvr whp opkqnzglv Zvuda Zbhbnqf ycnaytxbqny ldvymh hdn...

weiterlesen »


Versende dich!

Soziale und fachliche Statusdifferenzen haben ihre Bedeutung für die im Alltag praktizierte „Erkenntnistheorie“. Wer sich auf die Mitteilung eines ranghohen und kompetenten Sprechers verlässt, kann dies ohne jeden Begründungsaufwand und mit überschaubarem Risiko tun. Sollte die Information sich später als unzutreffend herausstellen, dann hätte er vielleicht den Schaden zu tragen, nicht aber den Spott. Vertraut man dagegen einer Quelle ohne besondere Reputation, muss man gegebenenfalls begründen, warum man dazu bereit ist. Und sollte dieses persönliche Vertrauen schließlich enttäuscht werden, dann würden andere dies der Leichtfertigkeit des Vertrauenden selbst zurechnen. So erzieht bereits die Aussicht auf Blamagen dazu, sich an die jeweils zuständige Adresse zu halten Auch unter den Quellen der Journalisten gibt es eine solche „Hierarchie der Glaubwürdigkeit“, wie der...

weiterlesen »


© 2012 bis 4012 Oliver Zdravkovic • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS). Wohnort: Österreich, Wien.