Oliver Zdravkovic

Sport, Politik, Technik, Psychologie

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Kurze Telomere: Kinder, die wenig schlafen, altern schneller

Anzeige Vorweg eine Binsenweisheit, aber eine wahre: Schlaf ist wichtig. Vor allem für Kinder. Längst ist erforscht, wie lange Kinder in welchem Alter schlafen sollten und was nachts im Gehirn passiert. Wissenschaftler der Princeton University ergänzen jetzt die Erkenntnisse: Sie haben untersucht, wie sich fehlender Schlaf auf den Alterungsprozess von Kindern auswirkt. Im Fokus ihrer Studie stehen die sogenannten Telomere. Das sind Schutzkappen an den Enden der Chromosomen, vergleichbar mit den Plastikhüllen am Ende von Schnürsenkeln. Sie schützen bei Zellteilungen das Erbgut. Interessant ist vor allem, wie lang die Telomere sind – denn mit jeder Zellteilung werden sie kürzer, was sich direkt auf den Alterungsprozess auswirkt. Ab einer bestimmten Kürze hört die Zelle auf, sich zu teilen, sie stirbt. Vereinfacht kann man sagen: Je länger die Telomere eines Menschen, desto besser. Beeinflusst wird die Länge der Telomere vom Lebensstil. Bei Menschen, die sich falsch ernähren oder viel Stress haben, verkürzen sich die Telomere schneller. Umgekehrt können sie durch günstige Lebensumstände stabilisiert und sogar verlängert werden. Positiv wirken sich eine...

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Haushalt: Wer andere für sich putzen lässt, ist zufriedener

Anzeige Haushaltspflichten wie Kochen und Putzen machen einer Studie zufolge tendenziell glücklicher – wenn jemand anders sie für einen erledigt. Menschen, die andere etwa für das Putzen ihrer Wohnung bezahlen und sich damit sozusagen „Zeit kaufen“, betrachten sich demnach selbst als deutlich zufriedener als solche, die das nicht tun. Das berichten Forscher um Elizabeth Dunn von der University of British Columbia in Vancouver in der Fachzeitschrift „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften. „Geld zu benutzen, um Zeit zu kaufen, kann ein Stoßdämpfer gegen Zeitmangel sein und so Glück fördern“, berichten sie. Das Team hatte mehr als 6000 Menschen aus den USA, Dänemark, Kanada und den Niederlanden befragt. Die Teilnehmer hätten unterschiedliche Hintergründe, hieß es. Auch Millionäre waren darunter. Es machte aber keinen Unterschied, wie viel Geld die Menschen verdienten oder wie viel sie für eine Haushaltshilfe ausgaben – wer sich Zeit kaufte, fühlte sich zufriedener. Trotzdem täten viele Menschen das nicht, auch wenn sie es sich leisten könnten, berichteten die Forscher. So gab knapp die Hälfte der 818...

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Sexualisierte Gewalt: "Nicht der Täter, sondern die Überlebende schämt sich"

Psychologen sprechen inzwischen nicht mehr von Vergewaltigung, sondern von sexualisierter Gewalt. Der Begriff ist präziser, denn er umfasst beide Bestandteile dieses Verbrechens. Jemand tut einer anderen Person Gewalt an, was von außen so aussieht, als habe es mit Sex zu tun. Dabei ist sexualisierte Gewalt natürlich kein Sex. Nicht einmal für die Täter. Die Mehrheit bekommt nicht einmal einen Samenerguss, wie Rita Rosner, Professorin für Klinische und Biologische Psychologie in Eichstätt, sagt.

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Sexualisierte Gewalt: "Jedes Gefühl von Sicherheit geht kaputt"

Psychologen sprechen inzwischen nicht mehr von Vergewaltigung, sondern von sexualisierter Gewalt. Der Begriff ist präziser, denn er umfasst beide Bestandteile dieses Verbrechens. Jemand tut einer anderen Person Gewalt an, was von außen so aussieht, als habe es mit Sex zu tun. Dabei ist sexualisierte Gewalt natürlich kein Sex. Nicht einmal für die Täter. Die Mehrheit bekommt nicht einmal einen Samenerguss, wie Rita Rosner, Professorin für Klinische und Biologische Psychologie in Eichstätt, sagt.

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Erster Eindruck: Das alles verrät ein Gesicht über die Persönlichkeit

Studie um Studie kam in den vergangenen Jahren dazu heraus, was einem alles ins Gesicht geschrieben steht. Es verrät nicht nur, wie aggressiv jemand ist, sondern auch, wie klug oder vertrauenswürdig, wie dominant oder politisch liberal. Gerade erschien eine Untersuchung kanadischer Forscher, wonach sich im Gesicht sogar spiegelt, ob jemand reich ist oder arm. Es klingt wie ein großes Versprechen: sich auf den ersten Eindruck, das Bauchgefühl, uneingeschränkt verlassen zu können, wenn man in ein Gesicht schaut. Doch die Intuition kann auch täuschen.

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Wundermittel mit Schattenseite: Innerhalb von zehn Minuten brachte Ketamin die Leichtigkeit

Bei wie vielen Ärzten die Patientin, die hier Ulrike Meiner heißen soll, schon war, zählt die 56-Jährige nicht mehr. Wie viele Medikamente ihr verschrieben wurden, Antidepressiva mit komplizierten Namen wie Citalopram oder Clomiparin, von denen keines half. Wie oft sie schon gedacht hat, dass sie das alles nicht mehr ertragen kann. Dass es keinen Ausweg mehr aus der Traurigkeit gibt, in die ihr Leben getränkt ist.

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Wundermittel mit Schattenseite: Innerhalb von zehn Minuten kam die Leichtigkeit

Bei wie vielen Ärzten die Patientin, die hier Ulrike Meiner heißen soll, schon war, zählt die 56-Jährige nicht mehr. Wie viele Medikamente ihr verschrieben wurden, Antidepressiva mit komplizierten Namen wie Citalopram oder Clomiparin, von denen keines half. Wie oft sie schon gedacht hat, dass sie das alles nicht mehr ertragen kann. Dass es keinen Ausweg mehr aus der Traurigkeit gibt, in die ihr Leben getränkt ist.

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Online-Therapien: Neue Wege im Kampf gegen die Depression

Nora Blum hat eine Mission: Sie will mit ihren Mitstreiterinnen dafür sorgen, dass eine Psychotherapie für viel mehr Leute erreichbar ist – und das nicht erst nach monatelanger Wartezeit, sondern dann, wenn sie nötig ist. „Bei Zahnschmerzen ist es undenkbar, dass man erst nach drei Monaten einen Termin bekommt“, sagt sie. „Bei einer Depression ist das aber die Regel.“Als sie im Jahr 2014 in Cambridge auf ihre Mitstudentin Kati Bermbach traf, war beiden schnell klar: Das geht heutzutage auch anders. Zwei Jahre später starteten die beiden Psychologinnen gemeinsam mit Farina Schurzfeld ihr Projekt Selfapy mit einem Online-Programm zur Behandlung von Depressionen. Betroffene bekommen drei Monate lang immer wieder Fragebögen und Übungen, die sie am Computer absolvieren. Einmal in der Woche steht für 20 bis 30 Minuten ein Gespräch mit einem Psychologen an.

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Bildbearbeitung: So leicht fallen wir auf manipulierte Fotos rein

Anzeige Menschen fallen leicht auf manipulierte Fotos herein – selbst wenn sie gezielt danach gefragt werden. Zu diesem Schluss kommen Forscher der britischen Universität Warwick, nachdem sie Hunderten Probanden echte und verfälschte Aufnahmen zur Beurteilung vorgelegt hatten. Die Wissenschaftler montierten beispielsweise ein Boot auf einen See oder veränderten Lichtverhältnisse. Mit moderner Software zur Bildbearbeitung können Profis Fotos relativ einfach verändern. Mittlerweile gibt es sogar spezielle Computerprogramme, die verfälschte Fotografien entlarven sollen. Frühere Studien mit computergenerierten Bildern hätten gezeigt, dass viele Menschen Ungereimtheiten bei geometrischen Formen nicht erkennen können, schreibt die Gruppe um Sophie Nightingale. Die Forscher wollten nun wissen, wie gut Menschen Manipulationen auf echten Alltags-Fotos erkennen können. Zwei Drittel erkannten, ob etwas nicht stimmt Anzeige „Bilder haben einen starken Einfluss auf unsere Erinnerungen. Wenn also Menschen nicht zwischen realen und gefälschten Details in Fotos unterscheiden können, könnten Manipulationen häufig verändern, was wir glauben und woran wir...

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Psychologische Distanz: Töten per Knopfdruck ist einfacher

Anzeige Im US-Bundesstaat Nevada liegt Creech, die Basis der amerikanischen Luftwaffe, von der aus Soldaten bewaffnete Drohnen steuern. Die Hände am Joystick und die Augen immer auf den Bildschirm gerichtet, so sitzen sie im Einsatzzentrum. Bis der Befehl zum Abschuss kommt. Dann drückt der Soldat einen Knopf, auf dem Bildschirm sieht er den Einschlag. Rakete abgeschossen, Einsatz erledigt, Terrorist tot. Seit das US-Militär unbemannte Drohnen einsetzt, werden immer wieder Bedenken laut, dass die Distanz der Soldaten zu den Opfern es ihnen erleichtert, Menschen zu töten. Tatsächlich ist es sehr schwierig herauszufinden, ob dies tatsächlich der Fall ist. Forscher der California State University sind der Frage nun in einem Experiment nachgegangen. Natürlich in einer ethisch vertretbaren Variante: Sie ließen Studenten Marienkäfer in einer kleinen Maschine zermalmen. Die Käfer kamen dabei nicht wirklich zu Schaden – das wussten allerdings die Teilnehmer nicht. Distanz als moralischer Puffer? Die Wissenschaftler um Abraham Rutchick gingen bei ihrem Experiment vom Konzept der psychologischen Distanz aus. Schon lange vermuten Psychologen, dass ein Ereignis...

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Depression und Co.: Wenn die Psychotherapie alles schlimmer macht

Anzeige Eine Psychotherapie hilft vielen Menschen bei seelischen Schieflagen schnell aus der Krise. Doch wie jedes Medikament, das wirkt, birgt auch der Besuch bei einem Psychotherapeuten Risiken. Fünf bis zehn Prozent der Hilfesuchenden geht es durch eine Therapie nicht wie erhofft besser – ihr Zustand verschlechtert sich. Das jedenfalls haben Studien ergeben, die sich mit den Schattenseiten von Psychotherapie beschäftigen. „Wie bei medikamentösen Therapien gibt es auch in der Psychotherapie gewisse Risiken und manchmal Nebenwirkungen“, bestätigt Jürgen Margraf, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychotherapie. Aber: Wer sich in Behandlung begibt, kann ein paar Dinge beachten, um das Risiko solcher Nebenwirkungen klein zu halten. Sven Barnow hat untersucht, wie Psychotherapie wirkt und warum es manchmal auch zu unerwünschten Nebenwirkungen kommt. Er ist Professor am Institut für klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Heidelberg und betont: „Therapie ist grundsätzlich sinnvoll und in vielen Fällen hochwirksam.“ Wirkt sie nicht oder nicht so wie vorgesehen, kann das ihm zufolge sowohl am Patienten liegen als auch am...

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Großzügigkeit: Schon der Vorsatz, etwas zu schenken, macht glücklich

Anzeige Selbstloses Handeln ist nicht selbstverständlich. Es kostet Zeit, Energie und Ressourcen, anderen Menschen Gutes zu tun. Trotzdem ist es für viele Menschen völlig normal zu helfen, wohl auch, weil sie auf lange Sicht selbst davon profitieren. Großzügigkeit tut dem eigenen Ruf gut, und man kann dann eher darauf hoffen, dass einem später auch geholfen wird. Dass Geben glücklich macht und dieses gute Gefühl es ist, was Menschen dazu motiviert, ihren Mitmenschen zu helfen, hat wohl jeder schon einmal an sich selbst erlebt. Wie eng Geben und Glück im Gehirn aber zusammenhängen, haben nun Forscher von der Universität Zürich festgestellt. Großzügige Menschen sind demzufolge tatsächlich glücklicher als egoistische – und verantwortlich dafür ist die Verbindung zwischen zwei bestimmten Gehirnregionen. Das Forscherteam um So Young Park hatte 50 Probanden versprochen, ihnen in den kommenden vier Wochen jeweils 25 Schweizer Franken zu schicken. Die eine Hälfte der Probanden musste versprechen, das Geld für andere Menschen auszugeben, indem sie zum Beispiel einem Freund ein Geschenk machen. Die andere Hälfte, die als Kontrollgruppe fungierte, musste...

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Negative Annahmen: Wie der Nocebo-Effekt uns krank macht

Anzeige Manchmal kommen Kunden zu Susanne Namvar in die Apotheke, die den Beipackzettel der Medikamente am liebsten ganz ignorieren. „Es gibt Patienten, die von sich wissen: Wenn ich von möglichen Nebenwirkungen lese, dann treten sie bei mir auch auf“, erzählt die Apothekerin aus dem hessischen Heuchelheim. Nocebo-Effekt nennt das die Wissenschaft: Eine schädliche Nebenwirkung – zum Beispiel eines Medikaments – tritt auf, allein weil man sie erwartet. Sie habe schon dramatische Fälle erlebt, berichtet Namvar. Patienten seien in eine schwere Depression gerutscht, weil sie die negativen Wirkungen eines Präparats befürchteten: „Nocebo-Effekte sind nicht zu unterschätzen. Sie können zum Eigenläufer werden, und die Patienten kommen da schlecht wieder raus.“ Nocebo ist Lateinisch und bedeutet „ich werde schaden“. Der Nocebo ist im Grunde der böse Bruder des Placebos: Die positiven Placeboeffekte treten zum Beispiel auf, wenn der Patient ein Scheinmedikament ohne Wirkstoff nimmt und es ihm trotzdem besser geht – allein weil er eine Heilung erwartet. Genauso kann es Nocebo-Effekte geben, weil der Patient fest davon überzeugt ist, dass ein...

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Wimbledon: Das Stöhnen sagt vorher, wer das Tennis-Match gewinnt

Anzeige Da haben sich ja drei gefunden. Jordan Raine ist Chef des Tennisteams der University of Sussex und Psychologe, seine zwei Kollegen David Reby und Kasia Pisanski sind „mammal communications experts“. Das bedeutet: Sie erforschen, wie Säugetiere sich mitteilen. Normalerweise beschäftigen sie sich also zum Beispiel damit, wie Babys schreien und was ihr Gebrabbel bedeutet, bevor es irgendjemand wirklich verstehen kann. Oder wie sich die Laute einer Katzendame verändern, wenn sie einem attraktiven Männchen begegnet. Oder die eines Gorillamännchens, wenn es unter Stress steht oder einen Gegner verschrecken will. Jordan Raine aber brachte sie auf eine andere Idee: Weil sich die Kommunikationsexperten vor allem mit einzelnen Lauten beschäftigen, könnte man sich doch mal die Geräusche anhören, die Tennisspieler auf dem Platz so von sich geben. Vielleicht, so die Idee der Wissenschaftler, kommunizierten die Stöhner und Seufzer während des Matches ja etwas Sinnvolles. Tonhöhe verrät den Zustand des Spielers Anzeige Gesagt, getan. Die Forscher setzten sich vor den Fernseher und sahen sich insgesamt 50 Spiele der 30 besten Tennisspieler der...

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Studie: Arm oder reich? Erkennen Sie auf diesem Bild, wer was ist?

Anzeige Der erste Eindruck zählt – und der ist häufig sogar richtig. Zumindest in einigen Punkten. Ob jemand arm oder reich ist, lässt sich nämlich tatsächlich am Gesichtsausdruck erkennen. Das zeigen Wissenschaftler um Nicholas Rule der Universität Toronto in einer aktuellen Studie, die im „Journal of Personality and Social Psychology“ veröffentlicht wurde. Für die Studie untersuchten die Forscher zwei Gruppen von 18- bis 22-jährigen Studenten: Die leben in einem Haushalt mit einem Jahreseinkommen von unter 60.000 Dollar, die anderen verdienten jährlich 100.000 Dollar und mehr. Als Mittelwert gingen die Forscher von 75.000 Dollar aus. Die Teilnehmer wurden mit einem neutralen Gesichtsausdruck fotografiert. Anschließend sollte eine Beobachtergruppe die Fotos ausschließlich nach dem ersten Eindruck instinktiv bewerten und einschätzen, ob die abgebildete Person „reich oder arm“ sei. Anzeige Mit einer Genauigkeit von 53 Prozent konnten die Beobachter den ökonomischen Status unabhängig von Geschlecht oder Herkunft erkennen. Dies liege über dem Wert der Zufallsauswahl. Software erkennt Emotionen am Gesichtsausdruck Anhand des...

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