Oliver Zdravkovic

Sport, Politik, Technik, Psychologie

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Vertrauen gibt es in China nur geschenkt

China ist ein widersprüchliches Land. Das beginnt damit, dass die kapitalistische Wirtschaft in der offiziell sozialistischen Volksrepublik ungezügelter auftritt als in den meisten westlichen Ländern. Es setzt sich fort in einem Alltag, in dem oft nicht universalistische Regeln, sondern partikularistische Beziehungen über den Zugang zu Ressourcen und Lebenschancen entscheiden. In Wirtschaft und Politik, aber auch im Bildungs- oder Gesundheitswesen sind Posten und Ressourcen, teilweise sogar elementare Leistungen nur über persönliche Beziehungen zu haben. Der Pflege dieser Beziehungen, der „guanxi“, kommt daher hohe Bedeutung zu. Sie gilt als moralische Pflicht. Die Allgegenwart der Netzwerke wird oft als Ausdruck kultureller Besonderheiten dargestellt. In der Tat hat sie eine lange Tradition. Doch am Beispiel der Beziehung zwischen Patienten und Ärzten an öffentlichen...

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Warum Bettler sich als Dienstleister sehen

Bettler kommen gelegentlich auf die Idee, zum Ausgleich für die erbetenen Gaben eine kleine Dienstleistung sei es anzubieten, sei es aufzudrängen. Das bekannteste und zugleich harmloseste Beispiel dafür ist das öffentliche Musizieren in Fußgängerzonen, das keinen begrenzten Adressatenkreis hat, also niemanden ausschließt, und das auch nicht anstrengender wird, wenn das Publikum anwächst. Hier muss niemand sich in der Schuld des Musikers fühlen, der einfach vorübergeht. Und selbst wer stehenbleibt, um kurz zuzuhören, ist danach immer noch frei, sich mit ein paar Münzen zu bedanken oder es bleibenzulassen. In anderen Fällen, für die der Schuhputzer vergangener Zeiten die Anschauung bietet, werden die Passanten persönlich und gegen Entgelt bedient, aber natürlich nur dann, wenn sie es auch ausdrücklich wünschen. In beiden Fällen wird man zweifeln, ob es sich überhaupt um Bettelei handelt. ...

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Geht es Kindern homosexueller Partner schlechter?

Bundesforschungs- und bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat in einem Interview mit dem Nachrichtensender n-tv für eine Langzeitstudie zur Frage ausgesprochen, welche Auswirkungen eine gleichgeschlechtliche Elternschaft auf Kinder hat. Sie kritisierte auch: die Ehe für alle sei überstürzt eingeführt worden. Es fehlten Langzeitstudien über das Kindeswohl. Dafür ist Karliczek inzwischen von Politikern aller Parteien kritisiert worden – auch aus der Union selbst. Tatsächlich hatte sich Karliczek bei der Abstimmung im Bundestag 2017 klar gegen die Ehe für alle ausgesprochen. Damals sagte sie: „Meine Einschätzung als Mutter dreier Kinder ist die, dass es für die Entwicklung von Kindern wichtig ist, das emotionale Spannungsfeld zwischen Vater und Mutter zu erleben.“ Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) konterte nun auf das Fernsehinterview ihrer Ministerkollegin: „Schon heute belegen Studien, dass sich Kinder in homosexuellen Partnerschaften genauso gut entwickeln wie in Familien mit Mutter...

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Vererbbrare Scheidungen

Was wäre die Welt ohne Beziehungsdramen, ohne Trennungen und komplizierte Dreiecksgeschichten? Zumindest kulturell wäre unser Leben weit eintöniger, viele Dramen wären vielleicht nie geschrieben, so manches Gedicht nicht verfasst worden. Das ist die eine Seite der Medaille, die unterhaltsame sozusagen. Die andere Seite, die unerfreuliche: Scheidungskinder sind oft schlechter in der Schule und weniger gesund, das zumindest legen seit vielen Jahren Studien nahe. Und die Tragik geht noch weiter: Scheidungskinder werden überdurchschnittlich oft zu Scheidungseltern – auch dies wissen Psychologen zu berichten. Ist...

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Diese Studie zur Zufriedenheit arbeitender Eltern wird Gleichstellungstheoretiker unzufrieden machen

Väter sind am zufriedensten, wenn sie möglichst Vollzeit oder gleich noch länger arbeiten. Und nicht etwa zu Hause Zeit mit ihren Kindern verbringen müssen. Wirklich? Klingt irgendwie nach einem üblen Klischee. Was ist mit den Elternzeit-Papis? Mit der Gleichberechtigung und Work-Life-Balance? Ist das alles falsch oder selbst nur ein Klischee? Im internationalen Vergleich gilt die Arbeitsteilung zwischen Vätern und Müttern in Deutschland bekanntlich als eher konservativ: Männer und eben insbesondere Väter arbeiten hier mehr und länger als Frauen und Mütter, und die Väter arbeiten nach der Geburt eines Kindes sogar noch mehr als vorher, während die Mütter ihre Arbeit reduzieren oder ganz einstellen. Das ist unstrittig. Der Streit geht darum, welche Auswirkungen das auf die Lebenszufriedenheit der Betroffenen hat. Wäre es nicht großartig, wenn man exakt berechnen könnte, wie viel Arbeitszeit der höchsten Lebenszufriedenheit entspricht? ...

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Neue Studie untersucht den dunklen Kern der Persönlichkeit

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Mögliche Messfehler bei Ermessung der Staatsverdrossenheit

Nachdem die politische Demokratie einmal eingeführt wurde, um politisches Vertrauen durch breite Mitwirkungschancen und echte Wahlmöglichkeiten zu mehren, würde man eigentlich erwarten, dass ihren Politikern und ihren Beamten, ihren Polizisten und Richtern mehr Vertrauen entgegengebracht wird als denen autoritärer Staaten. Die international vergleichende Meinungs- und Einstellungsforschung scheint diese Erwartung aber nicht zu bestätigen. Der irritierende Befund ihrer periodisch wiederholten Umfragen besagt vielmehr, dass die Insassen der halben und ganzen Diktaturen den politischen Institutionen ihres jeweiligen Landes mit großem Vertrauen begegnen, während die Wahlbürger der klassischen wie der neueren Demokratien im Laufe der Zeit immer misstrauischer würden. Vor allem dieser zweite Teil des empirischen Befundes ist chronisch umstritten: Einige sehen hier eine Krise der...

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Soziale Systeme: Vom Tellerwäscher zum Sternekoch

Das berufliche Schicksal des modernen Individuums vollzieht sich als Karriere: Sie beginnt meist eher am unteren Ende der Statushierarchie, und von dort arbeitet man sich hoch zu anspruchsvolleren und hoffentlich besser bezahlten Positionen. Für alle Organisationen von der Mafia bis zum Vatikan gilt, dass die Zahl der verfügbaren Plätze abnimmt, je höher man aufsteigt. Es muss also ausgewählt werden – zum einen durch die Individuen selbst, indem sie sich für höhere Aufgaben empfehlen und bewerben, zum anderen durch die Organisationen, die sich zwischen mehreren Kandidaten für eine Position entscheiden. Es gibt Bereiche, in denen Karrieren über die gesamte Erwerbsbiographie nur aus Positionswechseln innerhalb einer Organisation bestehen. Ein Konzern wie Siemens hat so viele Personalstellen, dass eine interne Laufbahn vom Werksstudenten bis zum Vorstandsvorsitzenden möglich ist....

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Diese Menschen weisen die höchste Scheidungsrate auf

Warum halten eigentlich nicht alle Ehen? Sind manche von ihnen schon von Anfang an scheidungsgefährdeter als andere? Die Familiensoziologie beobachtet nicht nur das Auf und Ab der Trennungsraten, sie will auch herausfinden, was die vorzeitige Auflösung des Lebensbundes wahrscheinlicher macht. Natürlich geht es dabei vor allem um soziale Faktoren – zunächst die Rechtslage, dann die Dauer der Ehe, das Alter der Ehepartner, Anzahl und Alter der Kinder, religiöse Bindungen der Beteiligten, ihre Bildung und ihre berufliche Stellung, das Einkommen, Vermögen und schließlich die Erwerbsbiographie der Ehepartner. Bekanntlich hat insbesondere die Zunahme der Berufstätigkeit von Frauen die Bedeutung der Ehe als Versorgungsinstitution deutlich geschwächt, was wiederum einen starken Effekt auf die Zunahme von Scheidungen in den letzten Jahrzehnten hatte. Das ist alles bekannt und soziologisch...

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Wie WikiJournal jungen Wissenschaftlern eine Plattform bieten soll

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Entwertung der Hochschulabschlüsse: Warum sich ein Studium sich nicht mehr auszahlen kann

In diesen Wochen beginnen Millionen junger Menschen in Europa und Nordamerika ihr Studium. Viele von ihnen hoffen, mit einem Bachelor- oder Mastertitel ihre Berufs- und Verdienstaussichten zu verbessern. Bildungsforscher und -politiker werden nicht müde, die Vorteile des Studiums zu preisen: Für den Einzelnen gilt es als kluge Investition in das eigene Humankapital und für die Gesellschaft als Instrument, um breiten Bevölkerungsschichten sozialen Aufstieg zu ermöglichen. So steigt seit der Bildungsexpansion die Zahl der Studierenden. Allein in den letzten zwanzig Jahren hat sich die Zahl der Studienanfänger in Deutschland fast verdoppelt. In anderen Industrieländern sieht es ähnlich aus. Nicht nur die Universitäten haben mit den Folgeproblemen des Wachstums zu kämpfen. Es drängen nämlich nicht nur immer mehr Studierende in Hörsäle, die sich nicht im gleichen Tempo vermehrt und...

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Wirksame Öffentlichkeitsarbeit: Wie Unternehmen ihre Präsentations-Strategie verändern

Soziologen beobachten bereits seit Jahrzehnten, dass große Organisationen ihre Außendarstellung verändern. Offenbar genügt es ihnen nicht mehr, nur ihr jeweiliges Kernpublikum zu erreichen, sie wollen auch Unbeteiligten gefallen. Längst sind es nicht mehr nur politische Neugründungen wie ehedem die Grünen oder die schon wieder verschwundene Piratenpartei, die sich durch höhere ethische Standards auch dem breiten Publikum anempfehlen. Selbst die großen Unternehmen der Wirtschaft suchen nicht mehr allein durch den Nutz- oder Prestigewert ihrer Produkte zu überzeugen, sondern legen Bekenntnisse zu kulturell definierten Grundwerten ab, zum Beispiel in Bereichen wie Umweltschutz, Frauengleichstellung oder Fairness im Umgang mit Entwicklungsländern. Zum ersten Beweis für die Ernsthaftigkeit solcher Bekenntnisse müssen neue Stellen mit eigenen Zuständigkeiten und eigenen...

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Kommunikativ und Durchsetzungsstark dank frühem Kita-Besuch?

Soziologen sind immer begeistert, wenn sie große Wirkungen auch kleiner sozialer Unterschiede nachweisen können. Vor allem dann, wenn diese Wirkungen auch noch Jahre später entdeckt werden können. Also dann, wenn etwa ein bestimmter Lebensabschnitt biographisch weit zurückliegt und dennoch Spuren davon in den Lebensumständen von Individuen nachgewiesen werden können. Angenommen, man vergleicht die Persönlichkeiten von 15-Jährigen und stellt fest, dass einige von ihnen durchsetzungsfähiger und kommunikativer sind als andere. Das wäre an sich noch nicht weiter bemerkenswert. Man könnte allerdings ein gesellschaftliches Interesse unterstellen und fragen, ob es nicht in diesem Interesse läge, dass es mehr von solchen kommunikativen und leistungsfähigen Jugendlichen geben sollte. Kann man das gesellschaftlich beeinflussen? Womit ließen sich diese Unterschiede in den...

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Psychologie und Statistik: Früher war es ganz bestimmt nicht besser

Quelle: F.A.S. Veröffentlicht: 26.09.2018 09:32 Uhr

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Bewährte soziale Systeme: Und die Kirche bleibt doch im Dorf

In der modernen Gesellschaft verändert sich der gesellschaftliche Stellenwert von Religion. Säkularisierung heißt aber nicht, dass die Religion verschwindet. Tatsächlich verringert sich die religiöse Prägung einiger Handlungsbereiche, wie zum Beispiel der Politik oder der Wirtschaft. Doch niemand würde bestreiten, dass die Religion trotzdem einen Platz in der Gesellschaft hat. Selbst der Mitgliederschwund der Kirchen ist kein Indikator für ein Ende der Religion. Vielleicht ist der Glaube nach wie vor stark, aber die Neigung, Kirchensteuer zu zahlen, eher schwach ausgeprägt. Umgekehrt wäre großer Zulauf zu den Gottesdiensten kein Beleg für intensive Bekenntnisse. Ob man in die Kirche geht, kann von anderen Motiven abhängen, von der unterhaltsamen Predigt zum Beispiel oder von der Öde des sonntäglichen Familienlebens. ...

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© 2012 bis 4012 Oliver Zdravkovic • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS). Wohnort: Österreich, Wien.