Oliver Zdravkovic

Sport, Politik, Technik, Psychologie

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Hirnforschung: Hier wachsen Gehirne

Fühlt es? Hat es Träume? Die Fragen kommen unwillkürlich, sobald man durch die Optik eines Mikroskops blickt und das kleine Gehirn betrachtet. Da liegt es, lebendig in einer durchsichtigen Plastikschale im Institut für Molekulare Biotechnologie in Wien. "Hundert Tage ist es alt", sagt Daniel Reumann, der es geschaffen hat. Dieses Hirn hat die Größe eines menschlichen Denkorgans am Ende des dritten Schwangerschaftsmonats. Denkt ein Embryo? Z+Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter. Sie sind bereits Digital-Abonnent? Hier anmelden

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Schwindel: Aus dem Gleichgewicht

Meine Welt dreht sich. Nicht immer, aber manchmal. Wenn sie es tut, ist es schlimm. Es begann vor etwa 25 Jahren mit einem Überkopfschlag beim Squash. Danach hatte ich plötzlich ein Pfeifen im rechten Ohr, ich hörte auf einmal schlecht – und mir war schwindelig. An das schlechtere Hören und das Pfeifen habe ich mich schnell gewöhnt. An den Schwindel noch immer nicht. Er tritt immer wieder auf, wenn ich meinen Kopf auf eine bestimmte Weise bewege. Manchmal sogar im Schlaf. Ich habe Angst vor diesen Attacken, sie halten über Stunden an. Woran genau ich leide, weiß ich noch immer nicht, obwohl die Ärzte mich genau untersucht haben. Ich wollte es vielleicht auch gar nicht so genau wissen. Man kann ja eh nichts dagegen machen – dachte ich. Bis ich eine Schwindelambulanz besuchte. Z+

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Astronomie: Auf Tuchfühlung mit dem Schwarzen Loch

Radioastronomen haben das bisher genauste Bild der Umgebung des zwei Milliarden Sonnenmassen schweren Schwarzen Lochs in der Galaxie Perseus A erstellt. Sie nutzten dazu ein Netzwerk aus über den Globus verteilten Radioteleskopen und dem seit 2011 im Weltraum kreisenden russischen Satelliten „Spektr-R“. Dieses Netzwerk erzielt ein weit besseres räumliches Auflösungsvermögen als jedes irdische Teleskop. Die Forscher um Gabriele Giovannini von der Universität Bologna und Tuomas Savolainen von der Aalto-Universität in Finnland konnten so in dem vom Schwarzen Loch aufgehenden Materiestrahl Strukturen auflösen, die nur 12 Lichttage und damit zehn Mal näher an der Zentralquelle liegen, als zuvor erkennbar war. Die Arbeit erschien in der Fachzeitschrift „Nature Astronomy“. Der Strahl entsteht durch Materie, die der Anziehungskraft des Schwarzen Lochs knapp entgeht und anschließend...

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Weiblicher Orgasmus: Ist Squirting die weibliche Ejakulation?

Höchste Lust, und dann spritzt es – auch bei Frauen. Was hat es damit auf sich? Das beantwortet die Sexualtherapeutin und Ärztin Melanie Büttner. Eine Quickiefolge darüber, warum Frauen Orgasmen erleben können, bei denen es richtig feucht wird. Sexpodcast-Quickies sind kurze Folgen von Ist das normal?, in denen Melanie Büttner einzelne Hörerfragen aufgreift. Die aktuelle Folge können Sie direkt oben auf dieser Seite anhören. Weitere Informationen Warum wird es bei manchen Frauen beim Sex so feucht, und was sind das für Flüssigkeiten? Dies haben die Forscher Zlatko Pastor und Roman Chmel untersucht (International Urogynecology Journal, 2017). Sie wollen wissen, warum wir überhaupt über Sex reden? Alles dazu und zu den Stimmen des Sexpodcasts "Ist das normal?" hören Sie hier. Falls Sie eine Frage oder Anregungen haben, schreiben Sie Melanie Büttner, Alina Schadwinkel und Sven Stockrahm eine E-Mail an istdasnormal@zeit.de. Oder stellen Sie Ihre Frage als Sprachnachricht. Nehmen Sie sich mit dem Smartphone auf und schicken Sie uns die Datei ebenfalls an die...

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Psychologie: Einsamkeit – eine tückische Trenddiagnose

Es klingt gespenstisch – und bitterernst zugleich. Wer sich chronisch einsam fühlt, bei dem erhöhe sich die Chance, einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder gar eine Krebserkrankung zu bekommen. So war es in den vergangenen Monaten immer wieder zu lesen. Einsam zu sein, sei für die Gesundheit ungefähr so gefährlich, wie Kette zu rauchen. Von einer Epidemie ist gar die Rede. Und Theresa May, die britische Premierministerin, berief Anfang des Jahres eine Einsamkeitsministerin. Die Botschaft: Ich bekämpfe die Einsamkeit und rette damit Leben! Einer, der die Einsamkeitsdebatte in Deutschland zuletzt wieder auf den Plan gerufen hat, ist Bestsellerautor Manfred Spitzer, Professor für Psychiatrie in Ulm und bekannt für seine angsteinflößenden und viel kritisierten Bücher Digitale Demenz und Cyberkrank!, in denen er darlegt, dass das Internet, Smartphones und Computer Kinder süchtig und dumm machen würden.  Todesursache Nummer eins? In seinem neuen Buch Einsamkeit. Die unerkannte Krankheit: schmerzhaft, ansteckend, tödlich, das gerade erschienen ist, nimmt er sich jetzt die Einsamkeit vor: Sie sei,...

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Kulturgeschichte des Geburtstags: Vom Mut, sich selbst zu feiern

Für manche Menschen ist der eigene Geburtstag nichts anderes als ein Datum. Ob sie nun an diesem oder jenem Tag geboren sind, ob es damals schneite oder der Mond im dritten Haus stand, ist ihnen ziemlich egal. Erinnern können sie sich ohnehin nicht an den Tag ihrer Geburt. Außerdem lässt sie dieser Tag in seiner Wiederkehr numerisch altern, bringt sie Jahr für Jahr dem Ende ein Stückchen näher. Was, bitteschön, soll’s da zu feiern geben? Mehr, als man denkt. Neben Kerzen, Kuchen und Geschenken ist das Geburtstagsfest nichts weniger als eine Errungenschaft der Moderne. Oder, pathetischer formuliert: Wer zum Geburtstag einlädt, feiert damit automatisch die Werte der Aufklärung. Ein Untertan feiert seinen Herrn, aber nie sich selbst Ein bloßer Untertan jedenfalls wäre niemals auf den Gedanken gekommen, sich selbst zu...

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Internationaler Bildungsvergleiche müssen kritischer betrachtet werden

Im Juli 2016 machte der britische Schulminister Nick Gibb mal eben 41 Millionen Pfund für achttausend Grundschulen im Königreich locker. Das Geld war aber nicht etwa für zusätzliche Lehrer bestimmt. Vielmehr sollten die Schulen damit unterstützt werden, Mathematik-Lehrmethoden zu übernehmen, wie sie in Schanghai oder Singapur üblich sind. Auslöser waren Pisa-Ergebnisse von 2012, bei denen die Mathekünste von 15-Jährigen verschiedener Länder und Regionen verglichen worden waren. Die jeweiligen gemittelten Leistungspunkte ließen sich zu einer Rangliste ordnen, und die sieben Spitzenreiter darin waren Schanghai, Singapur, Hongkong, Taiwan, Südkorea, Makao und Japan. ...

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Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz: "Dieses Gesetz ist extrem gefährlich"

Wer in einer psychiatrischen Klinik behandelt wird, soll in Bayern künftig der Polizei gemeldet, die Daten fünf Jahre gespeichert werden. Alarmiert und besorgt haben Medizinerinnen und Mediziner, Betroffenenverbände, die Opposition im Landtag und viele Bürgerinnen und Bürger in sozialen Netzwerken auf Bayerns Pläne zur Verschärfung seines Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetzes (Bay-PsychKHG) reagiert (ZEIT ONLINE berichtete). Andreas Heinz, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité Berlin, erklärt, welches Signal dieser Gesetzentwurf weit über Bayern hinaus an Erkrankte und Angehörige sowie die Öffentlichkeit sendet. ZEIT ONLINE: Herr Heinz, was würde das Gesetz in der Praxis für Ihre Arbeit bedeuten, würde es in ähnlicher Art in Berlin eingeführt? Andreas Heinz: Es würde bedeuten, dass sich die Art des Umgangs mit Patientinnen und Patienten aus der psychiatrischen Forensik, also dort wo psychisch kranke Straftäter behandelt und untergebracht werden, auf die Allgemeinpsychiatrie überträgt. Also auf einen Bereich, in dem wir Menschen helfen wollen, die nicht wegen Straftaten...

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Am Niederrhein und im Saarland waren einst Meteoriten eingeschlagen

Während unser direkter Nachbar im All, der Mond, mit Abertausenden von Einschlagkratern übersät ist, gibt es auf der Erde mit ihrer dreizehnmal so großen Oberfläche lediglich knapp 200 solcher Krater. Obwohl beide Himmelskörper in der Frühzeit des Sonnensystems dem gleichen Bombardement von Meteoriten und Asteroiden ausgesetzt waren, sind Einschlagspuren auf der Erde recht selten zu finden. Ein großer Teil der extraterrestrischen Boliden landete nämlich in den Ozeanen. Auf den Kontinenten haben Gebirgsbildung, Erosion und Verwitterung in den meisten Fällen die Spuren der Einschläge völlig verwischt. In Deutschland gibt es immerhin noch zwei deutlich sichtbare Impaktkrater, nämlich das 24 Kilometer große Nördlinger Ries und das benachbarte, wesentliche kleinere Steinheimer Becken im Landkreis Heidenheim. Nun haben zwei deutsche Forschergruppen Hinweise auf zwei weitere...

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Planetenjäger: Nasa-Weltraumteleskop „Tess“ gestartet

Das Weltraumteleskop „Tess“ ist zur Planetensuche ins All gestartet. „Tess“ (Transiting Exoplanet Survey Satellite) habe in der Nacht zum Donnerstag erfolgreich an Bord einer „Falcon 9“-Rakete des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im Bundesstaat Florida abgehoben, teilte die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa mit. Der Start war eigentlich bereits für die Nacht zum Dienstag geplant gewesen, musste aber verschoben werden, um zusätzliche Tests der Navigationssysteme durchzuführ Rund zwei Monate nach dem Start soll der Planetenjäger in seiner Umlaufbahn angekommen sein und Daten senden. Die rund 200 Millionen Dollar teure Mission ist zunächst auf etwa zwei Jahre angelegt. „Tess“ ist ungefähr so groß wie ein Kühlschrank und hat vier...

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Welche Beziehungen Menschen als „schwierig“ empfinden

Dass Beziehungen sich lohnen können, muss heute niemandem erläutert werden. Falls doch, hilft eine umfangreiche Beratungsliteratur. Auch aus soziologischer Perspektive gibt es Argumente dafür, dass persönliche Beziehungen aus Nützlichkeitserwägungen eingegangen und gepflegt werden: Jede Beziehung ist eine Art „sozialer Tausch“, an dem man sich mit eigenen Leistungen beteiligt, weil man Gegenleistungen erhofft. Auch falls die Beziehungsarbeit zunächst eher einseitig verteilt ist, kann man dies noch als eine längerfristige Investition begreifen, die sich erst später auszahlen mag. Beziehungen stellen ein „Sozialkapital“ dar, auf das man nötigenfalls zurückgreifen kann. Unter diesen Vorzeichen scheint erklärungsbedürftig, warum auch Beziehungen, die keinen Nutzen versprechen, unterhalten werden – und selbst solche, die eher anstrengend sind. Wer hat nicht einige Kontakte...

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Psychiatrie in Bayern: Aktenkundig psychisch krank

Menschen in psychischen Krisen "noch stärker als bislang" unterstützen und einen "Beitrag zur Entstigmatisierung psychisch kranker Menschen" leisten – das wolle die bayerische Staatsregierung. So jedenfalls steht es im Entwurf zum Bayerischen Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (hier nachzulesen), den das Kabinett von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bereits verabschiedet hat. Darauf angesprochen, lacht Thomas Kallert auf. Der Psychiater, der die Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken als Ärztlicher Direktor leitet, ist davon überzeugt: Wird umgesetzt, was in einigen der Absätze des geplanten Gesetzes steht, wird das komplette Gegenteil bewirkt. Und nicht nur er denkt so: Fachleute, Betroffenenverbände und Datenschützer sind entsetzt über die Pläne der Staatsregierung. "In dieser Form kriminalisiert und stigmatisiert das Gesetz psychisch kranke Menschen", sagt Kallert. Die Einweisung per Gerichtsbeschluss ist die Ausnahme Die meisten Menschen, die stationär in einer psychiatrischen Klinik behandelt werden, sind freiwillig dort und suchen Hilfe. Nur etwa jeder zehnte Betroffene in Bayern...

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Alexander Gerst fliegt ins All: „Werde oft selbst das Versuchskaninchen sein“

In sieben Wochen ist es soweit. Dann bricht Alexander Gerst zur Internationalen Raumstation (ISS) auf, wo er ein halbes Jahr verbringen wird. Von August an übernimmt er das Kommando über die ISS und ihre fünfköpfige Besatzung. Gerst, der bereits im Jahr 2014 ein halbes Jahr auf dem Außenposten der Menschheit arbeitete und lebte, ist damit der erste deutsche und der zweite europäische Kommandant der ISS. „Das ist für mich eine große Herausforderung, auf die ich mich schon sehr freue“, sagt Alexander Gerst an diesem Dienstag (17. April) auf einer Pressekonferenz am deutschen Astronautenzentrum in Köln. Es war der vorerst letzte öffentliche Auftritt des 41 Jahre alten Geophysikers vor seinem Start. ...

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Dank eines kosmischen Linseneffekts konnte der fernster Stern im Universum gesichtet werden.

Mit Hilfe des von Albert Einstein vorhergesagten Gravitationslinseneffekts haben Astronomen einen Stern in einer rund neun Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie ausgemacht. „MACS J1149 Lensed Star 1“, oder kurz „LS1“, ist damit der am weitesten entfernte jemals beobachtete Stern. Eine zweite Astronomengruppe fand mit dem gleichen Effekt unabhängig davon zwei weitere Sterne in einer anderen, nicht ganz so weit entfernten Galaxie. Die beiden Arbeiten, jüngst veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Nature Astronomy“, stellen einen Meilenstein in der Erforschung ferner und junger Galaxien dar. Selbst mit den größten Teleskopen der Welt sind einzelne Sterne normalerweise zu lichtschwach, um in derart großer Entfernung noch wahrgenommen werden zu können. Ausnahmen sind Sternexplosionen, etwa Supernovae, bei denen Sterne ihre Leuchtkraft kurzfristig enorm steigern. „LS1“...

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Entwicklungshilfe: Fliegender Lebensretter

Es war eine Filmszene, die Patrick Patten nach Afrika verschlug: Eine Cola-Flasche fällt vom Himmel und landet im Sand der Kalahari. Und dann verändert sich alles. Bei dem afrikanischen Stamm, der die Flasche im Film Die Götter müssen verrückt sein für ein spirituelles Zeichen hält. Und bei Patrick Patten, der sein Leben infrage stellt. Der Amerikaner hat den westlichen Lebensstil schon lange satt: das Konsumverhalten. Die Oberflächlichkeit. Die Cola-Flaschen. Z+

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